Noch während die Vorband "Tonbandgerät", blutjunge Musiker aus Hamburg, ihr Bamberger Debüt auf der Bühne gaben, herrschte vor der Halle ein regelrechtes Verkehrschaos. Zu beiden Seiten der Arena stauten sich die Autos zurück bis zum Münchner und Berliner Ring. Am Ende schafften es dann doch alle rund 7000 Fans rechtzeitig zum Konzert von Andreas Bourani.

Hier ging es urplötzlich los: Die Halle wurde dunkel, die Bühne hell und Bourani kam singend aus der Dunkelheit. Große Worte fielen kaum, ein kurzer Gruß, ansonsten tat er das, was er am besten kann und sein Publikum von ihm erwartet: nämlich singen. Lediglich beim Song "Ultraleicht" ging Bourani etwas aus sich heraus und dankte seiner "tollen Band", mit der er bereits seit fünf Jahren zusammenspielt.


Eine kleine Geschichte

Auch ein wenig später waren seine Entertainmentkünste gefragt, als einer
seiner Musiker seine Gitarre stimmen musste. Andreas Bourani beschloss, eine Geschichte zu erzählen. Wusste dabei aber nicht so recht, was er berichten soll. Heraus kam: "Ich lebe inzwischen seit neun Jahren in Berlin. Aufgewachsen bin ich auf dem Lande, also in einer so schönen Gegend wie hier in Bamberg." Viel mehr erfuhren seine Fans nicht, denn die Gitarre war gestimmt und der Star konnte sich weiter seiner Musik widmen.

Das Konzert war geteilt in einen ruhigeren und einen stimmungsvolleren Part. Bei Liedern wie "Mit der Zeit" oder "Delirium" herrschte eine fast andächtige Stille im Publikum. Aber der Augsburger ist halt eben nun mal keine Ballermann-Stimmungskanone, sondern setzt auf große Emotionen. Bemerkenswert dabei seine Unplugged-Nummern, zu denen er, lediglich begleitet von zwei Akustikgitarren, Lieder wie "Frieden" stimmgewaltig zum Besten gab.

Aber spätestens, als ein Bandmitglied mit Astronauten ähnlichem Helm und Trommel auf die Bühne erschien, war die Melancholie verflogen. Die Halle tobte und die langersehnte Stimmung war da. Und als er seine WM-Hymne "Ein hoch auf uns" obendrauf setzte, rasteten die Fans völlig aus - Bourani übrigens auch. Er mischte sich unters Publikum und ging auf Tuchfühlung. Gänsehautfeeling war angesagt, als Bourani seinen Hit a-capella mit den 7000 Fans sang. Am Ende versprach er dem Publikum: "Wenn ihr das geilste Publikum der Tour werdet, komme ich wieder."

Zuvor jedoch gab Andreas Bourani noch drei Zugaben. Eine davon ganz alleine, nur am Keyboard und inmitten seiner Fans. Da lohnte es sich auch mal, in der letzten Reihe zu stehen.