Vielfahrer wissen: Ferienzeit bedeutet Baustellenzeit. Da in der schulfreien Zeit weniger Verkehr auf den Straßen herrscht, nutzt die Stadt die Gelegenheit, um wichtige Projekte umzusetzen, erklärt Stadtsprecherin Ulrike Siebenhaar. Das leuchtet ein, heißt aber auch für alle Dagebliebenen: In dieser Zeit besonders aufmerksam zu sein. Denn die Verkehrsbehinderungen nehmen mit den Baustellen zu.

Gerade jetzt in den Pfingstferien ist es wieder so weit. Am Kaulberg gibt es eine Wanderbaustelle, in der Wildensorger Straße auch. Die äußere Nürnberger Straße wird ab Montag, 1. Juni, stadteinwärts gesperrt - doch am härtesten trifft es den Nordosten der Stadt: Mit gleich zwei Baustellen bekommt es der Autofahrer ebenso ab Montag, 1. Juni, auf einer der Hauptverkehrsachsen in Bamberg zu tun: Seit vergangenen Donnerstag verlegen die Stadtwerke eine Gasleitung entlang der Memmelsdorfer Straße. Zwischen Brennerstraße und Kammermeisterweg sieht sich der Verkehrsteilnehmer deshalb noch bis 3. Juli einer Einbahnstraße stadtauswärts gegenüber. Der Verkehr stadteinwärts wird umgeleitet.

Baustelle bis 19. Juni
Ab Montag, 1. Juni, folgt in unmittelbarer Nähe ein weiterer, weitaus größerer Eingriff in den Straßenverkehr im Nordosten: Die Fahrbahn in Richtung Hallstadt des Berliner Rings wird an der Kreuzung Memmelsdorfer Straße saniert. Laut dem Entsorgungs- und Baubetrieb der Stadt (EBB) wird an der Kreuzung nur noch eine Spur in Richtung Hallstadt befahrbar sein. Das Linksabbiegen in die Memmelsdorfer Straße wird während der gesamten Bauzeit bis zum 19. Juni nicht möglich sein. Das Rechtsabbiegen in der ersten Bauphase, die wohl bis 10. Juni dauern wird, ebenso nicht. Es wird empfohlen, die Baustelle weiträumig zu umfahren, sagt Claus Reinhardt, Sprecher des Baureferats. Das ist ratsam: 35.000 Autos passieren die Stelle täglich. In der Memmelsdorfer Straße sind es 22.000 Fahrzeuge. Es droht ein Nadelöhr im Nordosten.

Was Verwunderung hervorruft: "Gibt es eigentlich irgendjemanden, der solche Baustellen mal koordiniert? Oder warum müssen die immer alle gleichzeitig stattfinden?", fragt sich ein inFranken.de-User. "Das Konzept Memmelsdorfer Straße ist durchaus durchdacht", erläutert Stadtsprecherin Siebenhaar. Die Koordinierungsgruppe Verkehr habe die Maßnahmen wie auch alle anderen Baustellen, die im Übrigen nicht nur von der Stadt betrieben werden, im Blick. Was keine leichte Aufgabe sei.

Das bestätigt auch Kornelia Towstoles, Leiterin des Straßenverkehrsamtes. Gerade bezüglich der beiden Baustellen und den Umfahrungsmöglichkeiten erklärt sie: "Es gab schon Bedenken, aber so viele Spielräume gibt es nicht." So sei man immer von Witterung und der Ferienzeit abhängig. Und eigentlich hätte die Baustelle der Stadtwerke in der Memmelsdorfer Straße früher beginnen sollen. Durch die Verzögerung hat der Autofahrer weniger Zeit, sich an beide Baustellen zu gewöhnen.

Schlechter Straßenzustand
Laut EBB sind die Arbeiten an der Kreuzung Berliner Ring wegen des schlechten Straßenzustands nicht länger aufschiebbar: Es ist auch die Kreuzung, an der im Jahr 2014 die meisten Unfälle (15) geschehen sind.
Deshalb also zeitgleich zwei große Baustellen im Nordosten. "Manchmal ist es gefühlt eine große Belastung, das wissen wir", sagt Stadtsprecherin Siebenhaar und bittet trotzdem um Verständnis.