Die Angst vieler Bürger vor den "Monstermasten" und Leitungen kreuz und quer durchs Frankenland, hat Bayern in Berlin mit Erfolg intervenieren lassen: Die Ende 2015 beschlossenen Grundsätze zum Netzausbau sehen vor, dass die neuen Gleichstromtrassen komplett unter der Erde verlegt werden.

Die Erleichterung war vor allem in Franken groß, wo sich in allen drei Bezirken Bürgerinitiativen gegen die neuen Leitungen formiert haben: gegen "Südlink" im Westen und gegen die "Süd-Ost-Passage" im Osten. Jochen Homann, der Präsident der Bundesnetzagentur, die das Planungsverfahren leitet, konnte sich bestätigt sehen: "Erdkabel können helfen, die Akzeptanz beim Ausbau des Stromnetzes zu verbessern."

Die Vorgaben zum "Wie" dieses Ausbaus, die Homanns Behörde am Montag veröffentlicht hat, dürften die Akzeptanz wieder schwinden lassen: Die Bundesnetzagentur fordert, dass sich die Leitungen geradlinig verlegt werden. Das hieße bei "Südlink" zwischen Wilster bei Hamburg und Grafenrheinfeld, dass die Rhön und Bad Kissingen von dem Kabelkanal durchschnitten wird. Bei der Südost-Leitung träfe es dann unter anderem Bamberg und Coburg.

Wie die Pläne im Detail aussehen werden, ist natürlich noch offen; da das Gesetz zum Netzausbau Freileitungen nur in Ausnahmefällen erlaubt und ein Erdkabel im Zickzack immense Mehrkosten verursacht, dürften allzu große Abweichungen von der Ideallinie aber kaum machbar sein. Das dicke Ende der Energiewende in Franken.