In der jüngsten Sitzung des Litzendorfer Gemeinderats unter Leitung von Bürgermeister Wolfgang Möhrlein (CSU) stellten Christiane Werthmann und Leonhard Valier vom Büro für Städtebau und Bauleitplanung (Bamberg) das Städtebauliche Entwicklungskonzept (SEK) für Melkendorf vor. Die dort aufgezeigten Zielvorstellungen und Leitideen billigte der Gemeinderat einstimmig. Das Konzept knüpft an das 2010 entwickelte städtebauliche Entwicklungskonzept für Litzendorf an.

Nach einer Auftaktveranstaltung in Melkendorf im März 2016 hatte das Büro eine Bestandsaufnahme gefertigt und der Antrag auf die Aufnahme ins Förderprogramm "Soziale Integration im Quartier 2017" war gestellt worden. Zum Sanierungsgebiet wurde die Otterbachstraße mit dem Otterbach, das Anwesen der Brauerei Winkler und der Grasiger Weg definiert.

Die Renaturierung des Otterbachs wurde als eine zentrale Projektidee vorgeschlagen. So könnte die straßenseitige Betoneinfassung entfernt und wenn möglich sanfte Böschungen aus natürlichen Materialien hergestellt werden.

Denkbar wären in diesem Zusammenhang das teilweise Entfernen der Absturzsicherung und das Anbringen eines optisch ansprechenden Geländers. Der Bachlauf sollte "sichtbar, spürbar und erlebbar gestaltet werden". Die Otterbachstraße kann funktional und optisch als Ortsmitte aufgeplant werden. Die Einmündungen der angrenzenden Straßen sollten mit in die Sanierungsmaßnahmen aufgenommen werden.


Bürgerversammlung geplant

Der Gemeinderat war sich einig, dass die geplanten Maßnahmen weit über das Jahr 2020 hinausgehen werden. Das Konzept wird nun den zuständigen Fachbehörden vorgelegt und im Rahmen einer Bürgerversammlung in Melkendorf vorgestellt werden.

Für private Anwesen im Sanierungsgebiet gäbe es die Möglichkeit von bestimmten Programmen, z.B. von einem Fassadenprogramm, zu profitieren.

Verschiedene Ideen und Vorschläge für das Anwesen der ehemaligen Brauerei Winkler gibt es bereits. Geklärt werden muss aber im Vorfeld noch die rechtliche Situation mit dem Pächter der Gaststätte, der dort eine Unterkunft für Asylbewerber betreiben wollte. Notwendig ist insbesondere hier ein wirtschaftlich tragbares Gesamtkonzept.


An die Barrierefreiheit denken

Besonders die drei Melkendorfer Gemeinderäte zeigten sich sehr angetan von den Projektideen. Erinnert wurde aber auch daran, dass die Barrierefreiheit bei allen Maßnahmen nicht vergessen werden darf. Gemeinderätin Susanne Bonora (SPD) freute sich, dass viele Anliegen der Bürger aus der Auftaktveranstaltung mit ins Konzept aufgenommen wurden.

Bei einem Ortstermin auf dem Areal der Brauerei Winkler konnten noch einmal die Dimension des Geländes mit dem alten Baumbestand und die teilweise gute Bausubstanz von Gebäudeteilen besichtigt werden.

Bei allem Reparatur- und Investitionsrückstau sollte vor allem der historische Tanzsaal unbedingt erhalten bleiben. Gemeinderat Alfred Winkler (CSU) und sein Kollege Raimund Köhler (CSU) können sich an viele schöne private Feiern erinnern und auch so manches Vereinsfest wurde hier gefeiert.


Die Dorfgemeinschaft hält zusammen

"Es ist hier für viele Melkendorfer einfach der Dorfmittelpunkt gewesen", so Köhler, der sich auch noch gut an die alte Gastwirtschaft erinnern kann. Beide betonten den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft in Melkendorf und das immer wieder Touristen vorbeikämen und nach der Brauerei Winkler fragen würden. War diese doch insbesondere beim 13-Brauereien-Weg mit ausgeschildert worden.

Bei der Besichtigung des ehemaligen Brauereigebäudes meint man fast, noch einen feinen Malzgeruch in der Luft zu riechen und konnte sich gut vorstellen, dass der Brauer vielleicht nur kurz weg ist, um Brotzeit zu machen. Alles Notwendige zum "handwerklichen" Bierbrauen scheint noch vorhanden zu sein. Die relativ modernen Aluminiumtanks hätte die Gemeinde schon öfters verkaufen können, aber das will man nicht. Die Abfüllanlage für Bügelverschlussflaschen dagegen ist sicherlich eine Rarität.


"Ein Vorzeigeprojekt"

Letztendlich muss man nun die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie abwarten, um dann zu entscheiden, wie es mit dem Areal der ehemaligen Brauerei Winkler weitergehen kann. Bürgermeister Wolfgang Möhrlein könnte sich hier schon auch ein "Vorzeigeprojekt für die Städtebauförderung" vorstellen und erinnerte an die Lechnerbräu in Baunach.