Es waren rätselhafte Bauarbeiten, die in den zurückliegenden Sommerwochen nicht wenige Radfahrer zum Stutzen brachten. Sie waren zwischen der Bischberger Regnitzbrücke und dem Bamberger Hafen und Gewerbegebiet Laubanger unterwegs und erlebten, wie einige Meter von der Regnitz entfernt ein bereits vorhandener asphaltierter Geh- und Radweg gewissermaßen über Nacht Gesellschaft durch einen annähernd parallel laufenden neuen Radweg bekam.

Zum Beispiel Harald Düthorn, der in Trunstadt wohnt und in Bamberg arbeitet. Er fährt den Weg häufig und hat sich gewundert über die Aktivitäten einer Baufirma zwischen Regnitzbrücke und dem angrenzenden Gelände eines Leuchtenherstellers. "Ich habe heute morgen einen Schildbürgerstreich entdeckt", schreibt er der Redaktion.

Doch auch für andere Nutzer erschien der Ausbau zunächst unverständlich.
Um die Radwegeverbindung vom Maintal nach Bamberg zu verbessern, hatte die Stadt Bamberg erst vor wenigen Jahren den vorhandenen Radweg asphaltieren lassen - unter Nichtberücksichtigung eines Schotterwegs, der dort verlief, wo jetzt der neue Radweg asphaltiert wurde.


Seenplatte nach Regenfällen

Aber auch nach dem Teilausbau lieferte die Radwegeverbindung zwischen Bischberg und dem Hafen vielen Zweiradfahrern Anlass zur Kritik. Denn die letzten Meter bis zur Rheinstraße verliefen im Anschluss an den Radweg über eine holperige Schotterpiste, die dem Bayernhafen gehörte. Nach Regenfällen mutierte sie regelmäßig zu einer abenteuerlichen Seenplatte.

Auf Nachfrage kann die Bauverwaltung der Stadt Bamberg das Rätsel aufklären. Die Neuasphaltierung eines etwa 150 Meter langen Radwegs neben einem bereits vorhandenen ist demnach die Folge eines doppelten Grundstücksgeschäftes. Einerseits hat das Unternehmen RZB Rudolf Zimmermann, Bamberg GmbH Erweiterungsbedarf und hat daher Flächen von der Stadt dazugekauft, die im Südwesten an ihr bestehendes Grundstück grenzen. Dort verläuft heute der vor wenigen Jahren neu gebaute Radweg, der nun seiner baldigen Entferntung entgegensieht.

Andererseits hat die Stadt Bamberg bereits vor über einem Jahr Flächen von der Hafenverwaltung gekauft - dort, wo in den vergangenen Wochen der Ersatzradweg entstand. Der Grundstückskauf der Stadt erstreckt sich - und das ist für viele Fahrradfahrer eine erfreuliche Nachricht - auch auf die bisher vernachlässigte Schotterpiste zwischen RZB und dem Unternehmen "Amo". Zeichen dieses Eigentümerwechsel ist es, dass dieser Abschnitt vor kurzem provisorisch hergerichtet wurde - erstmals seit vielen Jahren.

Und das ist nur der Anfang, wie Claus Reinhardt von der Bauverwaltung auf Nachfrage mitteilt. In Abhängigkeit von den Erweiterungsmaßnahmen von RZB (wir berichten noch) plant die Stadt Bamberg, auch dieses Teilstück der Radwegeverbindung 2017 oder 2018 zu asphaltieren. Dann wäre der Lückenschluss im Bamberger Nordwesten geschafft.