Historischer Tag für Bamberg: Das ist die neue Stadtspitze - OB mit Ausblick

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Sebastian M. Niedermaier hat als neuer Bamberger Oberbürgermeister seine Antrittsrede gehalten. Bei der Bürgermeisterwahl gab es zudem eine Premiere.

"Heute können wir in dreifacher Hinsicht Geschichte schreiben", betonte der neue Oberbürgermeister Sebastian M. Niedermaier (SPD) am 6. Mai 2026 in seiner Antrittsrede in der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Stadtrats die "historische Bedeutung" des Tages für die Stadt Bamberg. Erstmals wurde in der Gärtnerstadt mit ihm ein Gärtner als Stadtoberhaupt vereidigt. Zu seinen Stellvertretern wurden Jonas Glüsenkamp (Grünes Bamberg) und Eva Jutzler (SPD) gewählt, sodass Bamberg erstmals auch eine Bürgermeisterin hat. Dritte Neuerung: Johannes Maciejonczyk sprach als erster Bamberger Landrat ein Grußwort im Stadtrat.

Niedermaier richtete gleich den Blick nach vorne: Die kommenden sechs Jahre seien "eine Zeit voller Aufgaben, aber vor allem voller Chancen. Lassen Sie uns diese Zeit gemeinsam gestalten – mit Mut, mit Zuversicht und mit einem starken Gefühl des Zusammenhalts." Er dankte den Bürgerinnen und Bürgern für das Vertrauen bei der Wahl und bezeichnete den Zuspruch als "Ehre und Verpflichtung zugleich". Er hob hervor, dass Bamberg "mehr als nur Heimat" sei – eine Stadt mit großer Geschichte und zugleich großem Zukunftspotenzial, das er nutzen möchte. Inhaltlich will der neue Oberbürgermeister mehrere Schwerpunkte setzen. Mit Blick auf den Wirtschaftsstandort verwies er auf den tiefgreifenden Wandel insbesondere in der Automobilzulieferindustrie und betonte die Notwendigkeit, Transformationsprozesse aktiv zu begleiten. Für die Innenstadt zeichnete er das Bild eines Wandels hin zu einem Ort des Erlebens mit mehr Aufenthaltsqualität, Stadtgrün und kulturellen Angeboten.

Ein "bezahlbares Bamberg"

Einen weiteren Fokus legte er auf das Thema Sicherheit und Zivilschutz. Niedermaier sprach von einer "dauerhaften Aufgabe kommunaler Verantwortung" und kündigte an, die Strukturen der Stadt so auszubauen, dass sie auch in Krisensituationen handlungsfähig bleibt. Ebenso stellte er das Ziel eines "bezahlbaren Bamberg" heraus – mit Wohnraum für Familien, einem funktionierenden Nahverkehr sowie guten Bildungs- und Betreuungsangeboten.

Auch die Anpassung an den Klimawandel bezeichnete er als zentrale Zukunftsaufgabe: Klimaanpassung sei "keine abstrakte Aufgabe mehr, sondern eine ganz konkrete Frage der Lebensqualität". Als Gärtner erlebe er die Auswirkungen unmittelbar und wolle sich mit ganzer Kraft für eine klimaresiliente Stadt einsetzen. Darüber hinaus betonte Niedermaier die Bedeutung der Zusammenarbeit im Stadtrat sowie mit der Bürgerschaft. Sein Amtsverständnis sei klar: Es gehe "nicht um Denkmäler, sondern um den Alltag der Bürgerinnen und Bürger – dort findet Kommunalpolitik statt."

Erste Frau: Eva Jutzler wird Bürgermeisterin

Im Rahmen der konstituierenden Sitzung nahm der älteste Stadtrat Norbert Tscherner dem Oberbürgermeister den Amtseid ab. Auch die 16 neu gewählten Stadträtinnen und Stadträte wurden vereidigt. Der neue OB trug sich zudem in das Goldene Buch der Stadt ein. Die Wahl der weiteren Bürgermeister bestätigte Jonas Glüsenkamp als Zweiten Bürgermeister. Er wird hauptamtlich weiterhin ein Referat der Stadtverwaltung leiten. Mit Eva Jutzler als Dritte Bürgermeisterin erhält die Stadt erstmals eine Frau in diesem Amt. Beide wurden mehrheitlich vom Stadtrat gewählt. Ein besonderes Zeichen der Verbundenheit setzte die Anwesenheit zahlreicher Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kirche, Justiz, Wirtschaft und Gesellschaft.

Auch der neue Landrat Johannes Maciejonczyk würdigte in seinem Grußwort den guten Austausch mit Sebastian M. Niedermaier und das Miteinander in den vergangenen Wochen. "Ich darf die Hand des Landkreises Bamberg ausstrecken und uns eine gute Zusammenarbeit wünschen im Sinne der Bürgerinnen und Bürger unserer Region", betonte Maciejonczyk.

Übersicht der neuen Stadtratsmitglieder

Diese 16 Stadträtinnen und Stadträte wurden neu vereidigt: Melanie Huml, Stephan Mühlich, Matthias Graßmann (alle CSU), Rebecca Haas, Anna Friedrich, Hayati Yilmaz, Elias Leikeb (alle Grünes Bamberg), Eva Jutzler, Olaf Seifert, Dr. Marco Depietri, (alle SPD), Tina Pfaffenberger, Manfred Köhler (beide AfD), Hilal Tavsancioglu, Vitus Mayr (beide BaLi), Katharina Breinbauer (Zwiebel) und Ralf Stöcklein (FDP).

Bei diesem Text handelt es sich um eine Pressemitteilung. 

Vorschaubild: © Stadtarchiv Bamberg, Jürgen Schraudner