In Zukunft wird Buttenheims Feuerwehr-Kommandant Johannes Schuberth wohl mit Kollegen aus ganz Bayern zusammenkommen. Aus München, Passau, Schweinfurt, Nürnberg, Augsburg, Kempten, Plattling Großwallstadt, Cham und Speichersdorf. Denn die 3700-Seelen-Gemeinde Buttenheim reiht sich rettungstechnisch fortan bei den Großen ein. Der Grund: Die Kommune wurde als oberfrankenweit zweiter Standort für einen bayernweit und darüber hinaus bei Großbränden und Hochwasser einsetzbaren Abrollbehälter des Innenministeriums ausgewählt. Letzte Woche rollte er an.


Das Ersatz-Fahrzeug

Wie Kreisbrandrat Bernhard Ziegmann zu den Hintergründen ausführt, hatte der Landkreis Bamberg vor Anschaffung der vier Wechsellader-Fahrzeuge den fünften LKW (der Ersatzfahrzeug sein sollte und für den gleichfalls eine Förderung in Aussicht gestellt war) erst einmal nicht geordert. Die Beschaffung wurde zurückgestellt, um weitere Entwicklungen abzuwarten. Nun war der passende Zeitpunkt für Lkw Nummer fünf gekommen: als Trägerfahrzeug für Oberfrankens zweiten Spezialcontainer. Im Rahmen des bayernweiten Löschwasser-Förder-Systems (WFS) erhält jeder Regierungsbezirk ein bis zwei derartige Container für Hochwassereinsätze und Großbrandbekämpfung.

Weil die Feuerwehr Buttenheim mit ihren Nachbarwehren ein Gemeinschaftskonzept vorgelegt hat, ist im Ernstfall die personelle Stärke für derartige, auch überregionale Großeinsätze gewährleistet, erklärt Ziegmann die Entscheidung für diesen WFS-Standort im Landkreis Bamberg. Für die Ausbildung sind Kreisbrandinspektor Björn Herrmann und Buttenheims Kommandant Schuberth zuständig.

Wie Ziegmann die Entscheidung zugunsten Buttenheim weiter verdeutlicht, ist hier seit 2006 auch der Gerätewagen (Lkw) Atemschutz und Strahlenschutz des Landkreises (fester Aufbau auf einem Fahrzeug) stationiert. Wenn dafür Ersatz nötig ist, so der Kreisbrandrat, will man künftig mit einem Abrollbehälter arbeiten und hat dann bereits das Transportfahrzeug - den (fünften) Wechsellader des Landkreises - bereits am Ort. Wechsellader heißt, die Fahrzeuge werden einfach mit dem Spezialcontainer bestückt, der für den jeweiligen Einsatz erforderlich ist.

Der Buttenheimer WFS-Container ist der Strategie des Freistaates geschuldet, der flexibel auf Großschadensereignisse reagieren will und so WFS-Container im Freistaat verteilt. Dank deren Ausstattung ist es möglich, "große Wassermengen in sehr kurzer Zeit umsetzen können", so Ziegmann weiter, "5000 bis 20 000 Liter pro Minute".


In Holland abgeholt

Kommandant Schuberth und drei weitere Aktive der Buttenheimer Wehr haben "ihren" WFS- Container übrigens mit dem vor zwei Wochen erhaltenen fünften Wechsellader in Holland beim Hersteller abgeholt und sich umfassend einweisen lassen.

Der rund 380 000 Euro teure WFS-Abrollbehälter gehört dem Freistaat, der neben dem Kauf die Wartung finanziert. Das 180 000 Euro teure Trägerfahrzeug hat der Landkreis erworben. Das MAN-Trägerfahrzeug verfügt über 480 Pferdestärken wiegt 26 Tonnen. Es rollt auf drei Achsen zu seinen Einsätzen.

Der Inhalt des WFS-Containers ermöglicht eine Löschwasserbeförderung auf eine Entfernung bis zu zwei Kilometer Länge mit bis zu 8000 Liter Wasser pro Minute; möglich macht das eine Pumpe mit 200-PS-Motor. "50 Meter F-Schlauch mit Wasser wiegen über eine Tonne", führt der Kommandant plastisch vor Augen.
"Eine große Ehre, Herausforderung und Motivation zugleich", fasst Kommandant Schubert die Bedeutung des WFS-Standortes Buttenheim für die hier Aktiven zusammen.

Der WFS-Abrollcontainer ergänzt nun t die bisherigen zwölf Spezialcontainer, die im Rahmen des Wechselladersystems im Landkreis positioniert sind, so Schuberth. Sie befinden sich in Hirschaid, Hallstadt, Scheßlitz und Schlüsselfeld.

Dank der Zusatzausrüstung wird Schuberths Mannschaft wohl zusätzliche Übungen absolvieren, um für künftige Großeinsätze gerüstet zu sein. Den neuen WFS-Container wird man wohl noch eigens mit einer Feier würdigen, verrät er.