28 Programmpunkten in gespenstischer Umgebung nahmen ihren Lauf, als Vorsitzender Thomas Fischer in Schwarzlicht-Atmosphäre als kopfloses Gewand erschien und seinen Kopf unter dem Arm trug. Die gut vier "Geisterstunden" mit über 100 Mitwirkenden wurden moderiert von Sitzungspräsident Wolfgang Bühner.

Ein Stelldichein gaben sich Bundestags- und Landtagsabgeordnete (Schwarz, Silberhorn, Rudrof), der Regierungspräsident (Wenning), der Landrat (Kalb) und neben dem passend kostümierten "Dracula"-Bürgermeister Wolfgang Desel auch viele weitere Amts-Chefs aus dem Umland.


Die Promis mussten ran

Die "Promis" mussten auch schnell aktiv werden, denn nach der Kinderbütt mit Sophie Saffer und Vanessa Görtler, die den "zu rosten anfangenden Elferrat" links liegen ließen und sich viel lieber einen (politischen) Hofnarren suchten, mussten sie sich mit Klatsch- und
Bewegungsübungen dem "Geister-Volk" beweisen. Wenn man dann wie Wolfgang Reichmann den "Großkopferten" auch noch Kerzen und einen Stuhl in die Hände gibt, dann weiß man, was "Armleuchter" und "Stuhlgang" bedeutet.

Im vierten Jahrzehnt noch völlig neue Ideen zu finden, ist kein leichtes Unterfangen. Ein Hund diniert im Geisterschloss, isst (scheinbar) mit Löffel und Gabel, schleckt seinen Teller ab und reicht seiner Partnerin auch noch einen Blumenstrauß. Die Faschings-Fans trauten ihren Augen nicht, als der Golden Retriever mit seiner Herrin in einem großen Hemd vereint diese köstliche Szene meistert. Steffi Blum und Christina Stone sowie "Lucie" sorgten für Staunen und stürmischen Beifall.


Wie erotisch sind Verkehrsschilder

Eine Geschichte ohne viele Worte hat auch Rarität. Kein Problem für "Tausendsassa" Thomas Fischer, der mit eindrucksvoller Pantomime demonstrierte, wie erotisch eigentlich Verkehrsschilder sind. Er erzählte eine Liebes-"Verkehrs"-Geschichte. So übersetzte er das Zeichen "unebene Fahrbahn" mit den üppigen Rundungen seiner Geliebten, die er dann abschleppte und ehelichte.

Nach einem Jahr Pause gab es wieder die Black-Light-Show. Die neunköpfige Crew, dabei die komplette Fischer-Familie, bot in ihrem "Castle" beindruckendes Schwarz-Licht-Theater, wobei Schwerter-Kampfszenen im Mittelpunkt standen. Während es dabei keiner Worte bedarf, ist dies bei einer Partnervermittlung normalerweise mit das Wichtigste. Nicht jedoch so bei der "Geister"-Concordia: Egal, was Vermittler Jakob Lohneiss dem Suchenden Juri Fischer vermittelte, es scheiterte.

Die Anbahnungen basierten allesamt auf bekannten Hits: "17 Jahr, blondes Haar" beim lieben Lieschen (Theresa Mühlmichel), "Sexbomb" bei der Domina (Michelle Dykes) oder "Mit 66 Jahren ..." bei Amore Antonia (Hilde Bolz). Eine Partnervermittlung der besonderen Art, die damit endete, dass es "Liebe doch nur unter Männern gibt". Keine Partnervermittlung benötigen die "Ladykiller", die längst Kultstatus erreicht haben. Zunächst präsentierten sie ihre Tanzkünste als Skelette, im zweiten Teil dann als Ballerinas im "Schwanensee".


Geist aus der Flasche

Jürgen Steppan als "Strullendorf-Experte" und Wolfgang Reichmann als "Flaschengeist im schönen Franken" gaben sich mit ihren Wortbeiträgen gewohnt angriffslustig. Der "Strullator" referierte über seine Erlebnisse bei einer Kreuzfahrt (" betreutes Wohnen auf See"). Als es bei der Abfahrt "der Strullendorfer zum Einschiffen kommen" hieß, wurde ihm bewusst, dass der Ortsname weltweit doch so seine Probleme mit sich bringt. Als er beim "Captains-Dinner" wieder gefoppt wurde, schwang er sich auf die Bühne und tönte mit mehreren Strophen: "Ich kumm aus Strullendorf".

Fast keine Zeit zum Luftholen blieb den "Geistern", nachdem Wolfgang Reichmann einem Riesen-Bocksbeutel entstiegen war. Die Lästereien des Sportmoderators begannen im Bundestag ("viele Gespenster, oft leerer Saal"), gingen über Hochzeitstische für 90-Jährige bis zur Genussregion Bamberg.


Hauptsache, das Schnitzel ist billig

"Das ist eine wahre Jagd auf billige Schnitzel, egal wie weit man fahren muss, Hauptsache billige und große Schnitzel", weiß Reichmann, der auch das ein oder andermal "schwarzen Humor" einfließen ließ. Dabei vergaß er aber nicht, in Richtung Post ("da gibt man einen Brief auf, das klingt schon resignierend"), der "Dreckschleuder" VW und dem "Kontrolleur" ADAC auszuteilen. Seinen Spuk der Wortsalven beendete er mit dem Zauberwort "Fränkische Toskana" und befürchtet nun eine Mixtur der beiden Geschmacksrichtungen in der hiesigen Wirtshauskultur.

Mini-Garde, Young Team I und II und New Age Dance Team sorgten mit ihren insgesamt sieben Tänzen für Begeisterung, wobei die "Minis" als "Zuckerpuppen" zwar noch keine Meistertitel aufweisen können, aber der Publikumspreis war ihnen gewiss. Höchste sportliche Leistungen, die seit Jahren europaweit prämiert werden, boten bei den Solotänzen Daniela Sörgel, Lisa-Marie Lehmann, Julia Baumgärtner und Annabella Hellmann sowie die beiden Erstgenannten im Paar-Showtanz.

Als kurz vor Mitternacht die "Geisterstunde" mit einem "So ein Tag, so wunderschön wie heute" gefeiert wurde, war "Burg Schreckenstein" längst eingenommen.