Eine Halle voller künstlicher Felsen in vergleichbarer Größe hat es in der Domstadt noch nicht gegeben. Bisher konnten sich Kletterer nur im Boulderraum des Deutschen Alpenvereins (DAV) in Gaustadt verausgaben. Das hat sich nun geändert, weil Simon Brünner vom Potenzial der Kletterszene in Bamberg überzeugt ist. Der 33-Jährige ist Mitbegründer der "Blockhelden", die vor zweieinhalb Jahren in Erlangen-Dechsendorf ihre erste Boulderhalle eröffneten. Das Konzept war so erfolgreich, dass das Unternehmen inzwischen eine 1200 Quadratmeter große Halle in Bamberg anmietete. Schließlich sei Bamberg eine Kletterstadt, bringt es Betriebsleiter Jan Storath (28) auf den Punkt.

Gemeinsam den Boulder schaffen

Storath kümmert sich in der neuen Halle in Bamberg darum, dass alles läuft. Ihn und Brünner vereint die Liebe zur Wand.
Wenn sie in der Halle stehen, würden sie am liebsten selbst die Kletterschuhe anziehen und sich an die künstlichen Felsen hängen. Doch geht das natürlich nicht. Stattdessen gibt Storath den anderen Kletterern gerne ein paar Tipps, wie sie sich verbessern können.

Das gehört zum Sport: "Man löst die Boulder immer gemeinsam", sagt Simon Brünner. Weiß einer mal nicht weiter, hilft ihm ein anderer, um die Routen (Boulder), die durch verschiedenfarbige Griffe vorgegeben sind, zu bezwingen. Bouldern sei sehr kraftintensiv, aber dafür könne man sich das Fitnessstudio sparen, meint Brünner.

Die Kunstfelsen hier sind ihm besonders vertraut: Der Indus triedesigner hat sie für die Halle, die hinter der Post in der Memmelsdorfer Straße liegt, selbst entworfen. Es sei geplant, dass das Bouldern bald auch auf zwei Stockwerken möglich ist. Ein Rundbogen in der zwölf Meter hohen Halle soll außerdem demnächst den Kletterern ein besonderes Erlebnis bieten: in neun Metern Höhe geht es nur mit einem Netz gesichert unter dem Hallendach entlang.

Mit Kletterschuhe und Bürste

Denn gebouldert wird ohne Sicherung: Im Gegensatz zum Klettern mit dem Seil ist keine große Ausrüstung nötig. Weit nach oben geht es nicht. Unten liegt eine dicke Matte. Passieren kann nicht viel - man fällt weich. Lediglich Kletterschuhe und eine Bürste zur Säuberung der Griffe werden gebraucht. Schon kann es losgehen. Das klingt einfach. Vielleicht liegt auch deshalb das Bouldern im Trend.

Das scheint sich in Bamberg zu bestätigen. Die neue Halle ist laut den Betreibern jedenfalls gut besucht. Dort stößt man auf alle Altersklassen: Maxi und Bastian etwa sind seit ihrem Einführungskurs bei Jan Storath kaum mehr vom Fels wegzubringen. Die beiden Jungs probieren alles aus und hangeln sich von Griff zu Griff. Ebenso nutzt Astrid Rosenberger (33) inzwischen gerne die Möglichkeit, um sich hier auszupowern. Auch sie sagt: Eine solche Boulderhalle hat der Domstadt bisher gefehlt.


Eintrittspreise und Kurse: Mehr zur Halle in Bamberg gibt es auf blockhelden.de.