Ein junger Mann aus NRW ist wegen bandenmäßigen Betrugs angeklagt. Der Schaden soll über 137.000 Euro betragen. Nach Recherchen von inFranken.de stammt eines der Opfer aus Franken.
Die bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg angesiedelte Zentralstelle Cybercrime Bayern hat Anklage gegen einen 20 Jahre alten Mann erhoben. Ihm werden unter anderem gewerbs- und bandenmäßiger Betrug in 13 Fällen vorgeworfen.
Nach Angaben der Ermittler soll der aus Dortmund stammende Angeschuldigte einer Bande angehört haben, die sich Zugriff auf virtuelle und physische Zahlungskarten von Bankkunden verschaffte. Anschließend sollen die Beteiligten Bargeldabhebungen bis zur Ausschöpfung der jeweiligen Kontoguthaben veranlasst haben. Wie inFranken.de erfahren hat, war in mindestens einem Fall auch ein Bürger aus Franken unter den Geschädigten.
Mehr als 500 Abbuchungen innerhalb von zehn Monaten - über 137.000 Euro Gesamtschaden
Der deutsche Staatsangehörige soll zwischen Juni 2025 und April 2026 als sogenannter "Läufer" tätig gewesen sein. In dieser Zeit habe er mehr als 500 Einzelabbuchungen zulasten von 13 Geschädigten vorgenommen. Der Gesamtschaden belaufe sich auf über 137.000 Euro.
Den Ermittlungen zufolge fuhr der Mann im Ruhrgebiet zahlreiche Einkaufsmärkte und Tankstellen an. Teilweise sollen innerhalb weniger Stunden mehr als 70 Abbuchungen erfolgt sein. In der Pressemitteilung der Zentralstelle Cybercrime ist von "Bargeldauszahlungen im Minutentakt " die Rede. Für seine Tätigkeit soll der Angeschuldigte eine Provision von fünf Prozent der abgehobenen Beträge erhalten haben.
Im Vorfeld sollen bislang unbekannte Bandenmitglieder die später Geschädigten kontaktiert und getäuscht haben. Auf diese Weise sollen sie TAN-Nummern zur Erstellung virtueller Zahlungskarten oder Bankkarten zusammen mit den dazugehörigen Geheimzahlen erlangt haben. Der Angeschuldigte wurde im April 2026 in Dortmund festgenommen. Seitdem befindet er sich in Untersuchungshaft.
Ein Opfer aus Schwabach - Amtsgericht Nürnberg muss über Hauptverfahren entscheiden
Unter den Betrugsopfern befindet sich auch mindestens ein Bürger aus Franken. "Einer der Geschädigten stammt aus Schwabach“, erklärt Thomas Goger, Leitender Oberstaatsanwalt der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg, am Freitag (11. September 2026) auf Nachfrage von inFranken.de. Ihm zufolge ist in der vorliegenden Strafsache das Amtsgericht Nürnberg für Entscheidungen über die Untersuchungshaft zuständig. "Der Angeschuldigte befindet sich derzeit in einer bayerischen Justizvollzugsanstalt", berichtet Goger unserer Redaktion.
Über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheidet nach Angaben der Zentralstelle Cybercrime Bayern nun das Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Nürnberg. "Sollte das Jugendschöffengericht zu einer Verurteilung des Angeschuldigten kommen, muss es entscheiden, ob er als Heranwachsender noch einem Jugendlichen gleichsteht und deshalb Jugendstrafrecht zur Anwendung kommt oder ob er als Erwachsener zu betrafen ist", heißt es in der aktuellen Mitteilung.