Ein Mann aus Franken soll über Jahre hinweg ein Mädchen auf den Philippinen missbrauchen lassen - er verfolgte das dann direkt im Livestream. Vergangenen Sommer wurde er festgenommen, nun wurde Anklage erhoben.
Update vom 13.04.2026: Mädchen im Livestream missbraucht? Anklage gegen Mann aus Franken erhoben
Es sind schreckliche Vorwürfe gegen einen Mann aus dem Kreis Erlangen-Höchstadt: Über Jahre hinweg soll der 53-Jährige veranlasst haben, dass ein Mädchen auf den Philippinen wiederholt sexuell missbraucht wurde. Er selbst verfolgte dies in Livestreams. Nach einer Hausdurchsuchung durch die Bamberger Zentralstelle Cybercrime und die Kriminalpolizei Erlangen im Sommer 2025 wurde der Mann festgenommen. Nun hat die Staatsanwaltschaft Bamberg Anklage wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern erhoben. Das teilte die Ermittlungsbehörde am Montag (13. April 2026) mit.
Dem 53-Jährigen wird nach den gemeinsam mit der Kriminalpolizeiinspektion Erlangen geführten Ermittlungen vorgeworfen, in den Jahren 2019 bis 2022 über einen Messenger-Dienst in dutzenden Fällen den sexuellen Missbrauch eines Mädchens auf den Philippinen angeleitet zu haben. Das Mädchen war laut der Staatsanwaltschaft zu den Tatzeitpunkten zwischen 8 und 11 Jahre alt. Der Verdächitge soll zunächst Kontakt zu dessen Mutter aufgenommen und diese gegen Bezahlung geringer Geldbeträge dazu veranlasst haben, Video- und Bildaufnahmen von ihrer Tochter bei sexuellen Handlungen sowohl an sich selbst als auch an anderen Kindern und Erwachsenen anzufertigen und anschließend an ihn weiterzuschicken. Später soll er das Mädchen auch direkt zu entsprechenden sexuellen Handlungen aufgefordert haben.
Die Staatsanwaltschaft spricht in diesem Fall von "Live-Streamings", im englischen Sprachgebrauch auch "Live Distance Child Abuse" (LDCA) oder "Online Sexual Abuse and Exploitation of Children" (OSEAC) genannt. Die Anweisungen zum sexuellen Missbrauch werden vom Täter entweder während des Streams oder vorab gegeben. Der Missbrauch selbst findet fast immer in wirtschafts-schwachen Ländern statt, während die Täter in der Regel aus westlichen Ländern stammen.
Der entscheidende Hinweis kam damals von australischen Ermittlungsbehörden, die von Hilfsorganisationen informiert wurden. In der Anklageschrift legt die Zentralstelle Cybercrime Bayern dem Angeschuldigten unter anderem zur Last, in 74 Fällen das Mädchen zur Vornahme sexueller Handlungen an sich, an anderen Kindern und anderen erwachsenen Personen bestimmt zu haben. Weiterhin soll er in einem weiteren Fall selbst auf die Philippinen gereist sein, um dort den schweren sexuellen Missbrauch an dem Mädchen vorzunehmen. In zwei weiteren Fällen liegt ihm zur Last, den sexuellen Missbrauch vorbereitet zu haben, indem er Bilder der Geschädigten an einen britischen und einen amerikanischen Staatsangehörigen versendet haben soll, verbunden mit dem Hinweis, er könne ein Treffen auf den Philippinen arrangieren.
Nun muss das Landgericht Nürnberg-Fürth über den Start des Hauptverfahrens entscheiden. Im Falle einer Verurteilung drohen dem 53-Jährigen zwei bis 15 Jahre Haft.
Ursprungsmeldung: Ungeheuerliche Vorwürfe gegen Mann aus Franken - Ließ er Minderjährige jahrelang missbrauchen und filmen?
Ein Mann aus dem Kreis Erlangen-Höchstadt soll über Jahre hinweg den sexuellen Missbrauch eines auf den Philippinen lebenden Mädchens in Auftrag gegeben und gegen Zahlung von Geldbeträgen per Livestream mitverfolgt und angeleitet zu haben. Davon berichtete das Polizeipräsidium Mittelfranken am Dienstag (3. Juni 2025).
Der Kriminalpolizei Erlangen gelang es nach mehrmonatigen, grenzüberschreitenden Ermittlungen, gemeinsam mit der Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB), einen Mann zu ermitteln. Der Beschuldigte wurde Ende Mai festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.