Es soll viel mehr werden als nur ein neues Vereinsheim. Eine "Begegnungsstätte für fränkische Musikkultur" ist geplant.
Und der letzte noch bewirtschaftete historische Keller Baunachs soll erhalten werden. Das wird aber mehr kosten, als selbst ein großer Verein wie die Stadtkapelle Baunach mit über 300 Mitgliedern alleine stemmen kann. Deshalb hat sich der Musikverein auf die Suche nach Fördergeldern gemacht.

Eine ganz wichtige Anlaufstelle ist die Lokale Arbeitsgruppe (LAG) Region Bamberg, die "mit Hilfe des europäischen Förderprogramms Leader die Lebensqualität und touristische Attraktivität der Region" steigern will.

Doch beim ersten Anlauf musste sich die Stadtkapelle mit ihrem Vorsitzenden Alexander Gleußner noch vertrösten lassen. Denn so ehren- und unterstützenswert das Vorhaben, in der Begegnungsstätte die Jugendarbeit und musikalische Ausbildung von Jugendlichen und Erwachsenen, die Brauchtumspflege, sowie Begegnung von Jung und Alt sowie verschiedener Kulturen zu fördern, auch ist, so fehlte dem LAG-Gremium in dem Antrag doch noch das besondere Etwas, das für die Vergabe europäischer Fördermittel erforderlich ist.

Doch LAG-Manager Jochen Strauß weiß Rat. Die fränkische Musikkultur mit dem Erhalt der fränkischen Kellerkultur zu verbinden, und die Sanierung des historischen Felsenkellers - eventuell im Zusammenhang mit dem Erhalt der ganzen historischen Kelleranlage unterhalb der Magdalenenkapelle in Baunach - in den Mittelpunkt zu rücken, das könnte für die Baunacher der Türöffner für das europäische Kulturförderprogramm werden.


Der letzte von sieben

Kein Problem für Gleußner und Kollegen. Denn der Erhalt des Kellers liegt ihnen besonders am Herzen, da der Verein den Felsenkeller bereits erworben hat und genau dieses Ziel verfolgt. Der Förderantrag muss nun eben umformuliert und Schwerpunkte anders gesetzt werden.

"Es ist uns ganz wichtig, dass der Keller für die Öffentlichkeit erhalten bleibt", betont Gleußner. Schließlich sei es der letzte von einst sieben Bierkellern. Zudem habe der bewirtete Felsenkeller das ganze Jahr über geöffnet und viele Freunde und Stammgäste. Man sei sich auch mit dem Pächter einig, so Gleußner. "Und der laufende Betrieb hält uns bei unseren Plänen sogar den Rücken frei,"

Es soll also auch in Zukunft einen Kellerbetrieb in Baunach geben. "Im Idealfall mit Musik", sagt Gleußner. Denn die Musikalische Begegnungs- und Ausbildungsstätte hat der Verein natürlich weiterhin fest im Blick. Es gibt sogar schon einen architektonisch interessanten Entwurf für einen Anbau an die bestehenden Kellerräumlichkeiten, der künftig als Probenraum dienen soll. Der Architekt bezeichnet ihn als "Musikalisches Baumhaus".

Doch das ist noch Zukunftsmusik. Denn die gut 400 000 Euro voraussichtliche Kosten, auf die LAG-Manager Strauß das Volumen des vorgelegten Projektes beziffert, müssen erst mal gesichert sein. Darum hat die Stadtkapelle auch schon andere potenzielle Fördergeber ins Auge gefasst oder sich bereits an diese gewandt. Infrage kommen da etwa die Oberfrankenstiftung, die Sparkassenstiftung und der Bayerische Jugendring.


Stadt steht dahinter

Die Stadt Baunach steht jedenfalls hinter dem Projekt. "Mutig", nennt Bürgermeister Ekkehard Hojer (CBB) das Vorhaben des Vereins. Da sei eine junge Vorstandschaft am Werk, die ganz neue Perspektiven eröffne. "Das ist toll und gehört unterstützt", sagt Hojer und sichert die volle Unterstützung von Seiten der Stadt zu. Zum einen durch die reguläre Vereinsförderung, zum andern ... "Mal schau'n was noch möglich ist." Mittel aus der Städtebauförderung in die Kellersanierung zu lenken werde jedoch schwierig werden, denn die Kellergasse befindet sich nicht im festgeschrieben Sanierungsgebiet.

Alexander Gleußner sieht die Kellerpläne seines Vereins denn auch als "folgerichtige Fortsetzung" der kulturellen Aktivitäten der Stadt. Die hat das Areal der ehemaligen Brauerei Lechner in den vergangenen Jahren aufwendig zum "Bürgerhaus Lechner Bräu" umgestaltet. "Der Felsenkeller war früher der Lechner-Keller", merkt Gleußner an. "Jetzt könnte er zur kulturellen Außenstelle des Bürgerhauses werden."