Noch ist es eine verrückte Idee, die ein junger US-Amerikaner hat: Kelby Darnell will die Sandkerwa in die Staaten bringen. Nach dem Oktoberfest könnte sich also auch das Bamberger Traditionsfest zum Exportschlager entwickeln. Die Idee des 24-Jährigen stößt bei vielen (fränkischen) Bambergern auf Begeisterung. In einem Filmchen, das er passend zum Start der diesjährigen Sandkerwa veröffentlicht hat, macht er Werbung für seine "Sandkerva". Das Video wurde auf Facebook fleißig kommentiert und geteilt.


Missverständnis führt zur Idee
Begonnen hat alles mit einem Missverständnis: Kelby Darnell war im vergangenen Jahr auf Europareise mit seinem Stiefbruder. Als sie in München waren, trafen sie auf ein deutsches Mädchen, das sich wunderte, warum Darnell so gutes Englisch spricht, obwohl er aus Bamberg kommt. Schnell war klar, sie wusste nicht, dass es auch ein Bamberg in Amerika gibt: Der Ort, aus dem Darnell stammt. Und auch der 24-Jährige wusste nicht, dass es eine gleichnamige Stadt in Deutschland gibt.

 


Als er und sein Bruder davon hörten, wollten sie unbedingt die Domstadt sehen. Also fuhren sie hin, schreibt Darnell in einer Mail an die Redaktion. "Als wir aus dem Zug stiegen, waren so viele Leute auf dem Weg in die Stadt - wir dachten, dass ein Fußballspiel oder ein Konzert stattfinden würde." Sie fragten daraufhin bei einem Bamberger nach, der meinte nur ganz erstaunt: "Ihr wisst nicht, was hier heute los ist?" Klar, es war August und die beiden waren ausgerechnet zur Sandkerwa in Bamberg gelandet.

"An diesem Tag habe ich mich in Bamberg verliebt", schreibt Darnell. Die Sandkerwa bringe so viele Menschen zusammen, das sei toll. "Das brauchen wir in Bamberg, South Carolina, auch", dachte sich der junge Amerikaner.

In einem Video präsentiert er nun seine Idee. Kelby Darnells Plan ist noch nicht weit gediehen. "Das größte Problem ist das Bier", sagt der Amerikaner. "Wie bekomme ich deutsches Bier nach Amerika?" Nicht die letzte Hürde, die Kelby Darnell zu überwinden hat.

 
Denn das Namensrecht liegt beim Veranstalter: Laut Ulrike Heucken, Geschäftsführerin der Bamberger Sandkerwa Veranstaltungs GmbH, ist die Kerwa international bekannt und beliebt. "Wir hatten auch Chinesen da, die wollten eine Kooperation haben", sagt Heucken. Doch müsse das Konzept zur echten Sandkerwa passen. Der junge Amerikaner könne sich aber gerne mal melden, meint Heucken.

Hilfe kann Kelby Darnell sicher brauchen: Er hat schließlich noch nie so etwas wie die Sandkerwa organisiert.

Größe Die amerikanische Stadt Bamberg ist deutlich kleiner als ihre fränkische Schwester. Gerade einmal knapp 3500 Einwohner leben in dem Ort an der Ostküste.

Namensgeber Mit der fränkischen Welterbe-Stadt besteht kein Zusammenhang, Der Namensgeber von Bamberg im Bundesstaat South Carolina hieß Major William Seaborn Bamberg. Er war laut Internetseite der US-Stadt ein einflussreicher Geschäftsmann mit deutschen Wurzeln, der 1840 in den Ort gekommen ist.