Nachdem sich die Sparkasse im Juli entschieden hat, das geplante "Quartier an der Stadtmauer" selbst zu realisieren, liegt inzwischen ein Zeitplan für die einzelnen Planungsschritte vor. Ziel ist die Eröffnung der Läden in dem neuen Einkaufs- und Wohnviertel im Advent 2017.

Damit der ambitionierte Zeitplan funktioniert, soll der Bausenat des Stadtrats am 8. Oktober die Verwaltung mit der Eröffnung des Bebauungsplanverfahrens beauftragen. Wenn nichts Unvorhergesehenes dazwischen kommt, könnte der Bebauungsplan bis 31. Juli 2016 vorliegen, sagte Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) in einem Redaktionsgespräch kurz vor Antritt seines Sommerurlaubs.

Dann hätten die Sparkasse als die Bauherrin und ihr Projektentwickler Sontowski und Partner bis zum Endspurt im Weihnachtsgeschäft 2017 noch 17 Monate Zeit, um ihre Pläne für die brach liegenden Grundstücke zwischen Lange Straße und Promenade in die Tat umzusetzen. 5000 Quadratmeter warten bekanntermaßen darauf, wieder genutzt zu werden.

Die Eckpunkte für das geplante Einkaufs- und Wohnviertel samt einem 130-Zimmer-Hotel stehen und haben - grob - den Segen des Stadtrats: Die Handelsflächen wurden deutlich zu Gunsten von mehr Wohnungen reduziert, ein kleiner Lebensmittelmarkt soll die Nahversorgung in der Stadtmitte stärken.


Mikwe soll erhalten bleiben

Die Reste der Stadtmauern im Boden werden erhalten, ebenso wie die denkmalgeschützte Substanz in einigen der historischen Häuser, darunter ein rituelles Tauchbad, eine so genannte Mikwe.

Noch keine Entscheidung ist darüber gefallen, ob das Sparkassengebäude an der Langen Straße nur umgestaltet oder abgerissen und neu gebaut wird. Sicher ist dagegen nach Auskunft von Starke: Kommt ein Neubau, kommt darunter auch eine Tiefgarage. Die 100 Stellplätze würden allerdings für die Autos der künftigen Bewohner und Hotelgäste reserviert sein.

Zurück zum Zeitplan: Am 10. Dezember befasst sich voraussichtlich der Stadtgestaltungsbeirat mit dem Erscheinungsbild des künftigen "Quartiers". Anfang 2016 könnte dann die Entscheidung über den städtebaulichen Entwurf für die Fassadengestaltung fallen. Danach müsste der Bau- und Werksenat des Stadtrats den Bebauungsplanentwurf billigen. Das ist für den April vorgesehen.

Anschließend beginnen die Fristen für eine Veröffentlichung des Entwurfs und dessen öffentliche Auslegung. Kommt nichts dazwischen, dürfte die entscheidende Stadtratssitzung vor der Sommerpause 2016 stattfinden. Mit seiner Veröffentlichung im Rathaus-Journal im Juli würde Bebauungsplan Nr 114 F rechtskräftig. Dann könnten die Bagger anrollen.