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Bamberg: Überbelegung des Ankerzentrums "bleibt nicht ohne Auswirkungen" - spürbare Folgen für Einwohner


Autor: Isabel Schaffner

Bamberg, Donnerstag, 15. Sept. 2022

Das Ankerzentrum Bamberg beherbergt aktuell weitaus mehr Asylsuchende als vorgegeben. Das hat bereits Folgen für die Bamberger und Bambergerinnen.
In Bamberg gibt es derzeit einen hohen Zustrom an Flüchtlingen im Ankerzentrum. Das stellt die Stadt vor Probleme, die auch viele Bürger bemerken dürften.


  • Stadt Bamberg äußert sich zu Folgen des überbelegten Ankerzentrums
  • Beschwerden über Belästigungen eingegangen 
  • Termine im Rathaus: Einwohner spüren Konsequenzen
  • Wie ukrainische Geflüchtete bislang untergekommen sind

Das Bamberger Ankerzentrum ist mit 2163 belegten Plätzen (Stand: 8. September 2022) deutlich zu voll, denn eigentlich sollten laut Vorgabe nur 1500 Menschen dort leben. Der große Zustrom an Asylsuchenden "bleibt nicht ohne Auswirkungen, sowohl auf die Verwaltungsabläufe als auch auf Vorkommnisse rund um die Anker-Einrichtung", teilt die Stadt auf Anfrage von inFranken.de mit.

Stadt Bamberg weist auf längere Wartezeiten durch Überbelegung des Ankerzentrums hin 

Die aktuelle Belegung des Ankerzentrums in Bamberg führt laut einem Pressesprecher zu "zusätzlichen Aufgaben vor allem in den Bereichen Ausländerwesen und Einwohnermeldewesen für die Dienststellen der Stadt Bamberg" mit sich. Im Rathaus ist Überlastung ist seit mehreren Monaten ein Thema.

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Die zusätzliche Arbeit in den genannten Bereichen führe vor allem zu "durchschnittlich längeren Wartezeiten". Auch im Bereich des Sozialamtes seien mehr Fälle zu bearbeiten.

"Die Stadt versucht derzeit alle offenen Stellen in den besonders belasteten Dienststellen mit Personal zu besetzen, was aber aufgrund der Arbeitsmarktsituation nicht sofort möglich ist", so der Sprecher.

Anwohner beschweren sich über Lärm und Belästigungen

Die Anwohnerschaft habe sich im August mit sechs Beschwerden an die Stadt gewandt: "Der Stadt Bamberg liegen Beschwerden vor allem über Lärmbelästigung oder Belästigungen besonders im Bereich von Buswartestellen im Bereich der Ankereinrichtung sowie im Bereich des Radweges an der Pödeldorfer Straße vor", heißt es. Zur Einordnung: Insgesamt seien im August 120 Anfragen von Bürgern und Bürgerinnen eingegangen, heißt es. 

Die Stadtwerke Bamberg stünden mit der Regierung von Oberfranken als Betreiberin der Einrichtung in direktem Kontakt, um Lösungen vor allem im Buswartebereich umsetzen zu können. Ebenfalls bestünde ein regelmäßiger Kontakt sowohl der Stadt Bamberg, als auch der Regierung von Oberfranken mit der Polizeiinspektion Bamberg-Stadt.

"Problemlagen mit Bewohnern der Anker-Einrichtung im Bereich des Stadionbades, welche vor allem in den Monaten Juli und August auftraten, konnten durch den verstärkten Einsatz eines Sicherheitsdienstes und Polizeikontrollen gemeinsam mit der Regierung von Oberfranken behoben werden", erklärt der Sprecher.

Großteil der ukrainischen Geflüchteten auf regulärem Wohnungsmarkt untergekommen

"Vor allem für die Geflüchteten selbst" sei die aktuelle Belegung des Ankerzentrums eine Belastung. Wie die Regierung von Oberfranken vergangene Woche mitteilte, sind in den vergangenen Monaten insbesondere Menschen aus Syrien und Georgien aufgenommen worden. Die Stadt Bamberg betont ebenfalls, dass "kein steigender Zugang aus dem Bereich der Ukraine zu verzeichnen" gewesen sei.

"Im Stadtgebiet konnten rund 220 ukrainische Flüchtlinge in Gemeinschaftsunterkünften, welche im Frühjahr angemietet wurden, untergebracht werden. Etwa rund 700 ukrainischen Flüchtlinge haben privat eine Wohnung in Bamberg gefunden. Damit ist aktuell der allergrößte Teil der ukrainischen Geflüchteten nach der Einreise in privaten Wohnungen auf dem 'regulären' Wohnungsmarkt untergekommen", stellt der Sprecher klar. 

Auf Verwaltungsebene gebe es einen wöchentlich wiederkehrenden Termin zwischen der Stadt und der Regierung von Oberfranken. Daneben fänden bei besonderen Themenlagen Besprechungen der Verwaltungsleitungen statt. "Die Bewältigung der Flüchtlingssituation ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die bislang immer in einem guten Dialog zwischen den Beteiligten, hier vor allem der Regierung von Oberfranken, der Polizeiinspektion Bamberg-Stadt, der Stadt Bamberg und den ehrenamtlich Tätigen geleistet werden konnte", so der Sprecher der Stadt Bamberg abschließend.

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