"Wir sind gerade dabei, alles umzubauen", sagt Andreas Pickel inFranken.de am Donnerstag (9. September 2021) zum aktuellen Stand der "Bischofsmühle". Zusammen mit seinem Kollegen Maximilian Beughold betreibt der stadtbekannte Gastronom und Koch in Bamberg bereits das Restaurant und die Tagesbar "HENRII" an der Unteren Mühlbrücke. Das neue Restaurant soll dann (analog zum "HENRII") "HENRIETTA" heißen. Nach drei Jahrzehnten in Familienhand hatte die "Bischofsmühle" ihren Betrieb eingestellt.

Mit der ehemaligen "Bischofsmühle" starten die beiden nun ihr zweites gemeinsames Gastronomie-Projekt in der Stadt. Wie im "HENRII" will Pickel fortan auch in der "HENRIETTA" selbst den Kochlöffel schwingen. "Ich werde immer da sein", erklärt der neue Inhaber der ehrwürdigen Weinschänke. 

Ehemalige "Bischofsmühle" in Bamberg: Sterne-Restaurant-Koch wird Küchenchef in "HENRIETTA"

Zusätzlich soll die "HENRIETTA" ihren eigenen Küchenchef bekommen. "Das übernimmt ein langjähriger Mitarbeiter von uns." Dieser habe bereits in Sterne-Restaurants gekocht. "Das ist ein topausgebildeter Koch, in den wir vollstes Vertrauen haben." Insgesamt werde es vermutlich 10 bis 15 Mitarbeiter allein für das neue Restaurant geben, schätzt Pickel. 

Bis der Herd in der ehemaligen "Bischofsmühle" angeht, dauert es gleichwohl noch ein wenig. Aktuell wird gerade an Elektrik und Elektronik getüftelt. "Das wird praktisch alles kernsaniert." Das ambitionierte Vorhaben von Pickel und Beughold: "Wir stellen den ursprünglichen Grundriss der Mühle wieder her."

Zuvor wurden im Lauf der Jahrzehnte Mauern eingezogen, die es in dem geschichtsträchtigen Bauwerk nicht von Haus auf gegeben hatte. Doch auch die nachträglich errichteten Wände gehören inzwischen der Vergangenheit an. "Der Abriss ist schon erledigt."

Modern und rustikal zugleich: Lokal erhält neuen Look

"Aktuell sind gerade die Zimmerleute am Werkeln", schildert Pickel das gegenwärtige Treiben im Innern der ehemaligen "Bischofsmühle". Dort müsse nun mitunter der eine oder andere Balken ausgetauscht werden. "Manche von denen geben nach 300 Jahren allmählich den Geist auf." Das alte Wasserrad der ehemaligen Mühle in der Altstadt ist indes noch immer in Betrieb. 

In Sachen Optik wird laut Schilderung des neuen Betreibers vieles moderner – der rustikale Look der denkmalgeschützten "Bischofsmühle" soll dabei aber nicht gänzlich verloren gehen, so der Plan. Die cremefarbene Außenfassade und das zarte Grün der Fensterläden und Holztür sollen sich zudem in der Inneneinrichtung des Lokals wiederfinden. "Das Ganze soll harmonisch wirken. Es wird nicht alles vollkommen modern", betont Pickel. "Wir achten sehr darauf, dass sich alles im Einklang befindet." 

Auch wenn in Zukunft wohl nicht mehr alles an die bisherige Weinschänke erinnern wird – dem Thema an sich wollen auch die neuen Betreiber treu bleiben. "Die Wein-Affinität werden wir auf jeden Fall beibehalten."

 "Henrietta": Betreiber bieten eigenen Wein an - Zusammenarbeit mit Winzerin

Mehr noch: „Wir bieten sogar unseren eigenen Wein an“, unterstreicht der Bamberger Gastronom. In Zusammenarbeit mit der fränkischen Winzerin Christine Pröstler, die im Landkreis Main-Spessart ein Weingut betreibt, sind demnach Weiß-, Rot- und Roséweine entstanden, die in der "HENRIETTA" mit einem entsprechenden eigenen Emblem angeboten werden. 

Nach derzeitigem Stand wird es künftig allein im Innern der "HENRIETTA" auf einer Fläche von circa 180 bis 200 Quadratmetern rund 60 Sitzplätze geben. "Im Außenbereich kommen etwa 80 weitere hinzu", kündigt der neue Geschäftsführer an. 

Wann die Bamberger Traditionsgaststätte unter neuer Führung aufmacht, steht indes noch nicht genau fest. "Einen konkreten Termin gibt es noch nicht. Die Eröffnung findet aber vermutlich noch in diesem Winter statt", zeigt sich der Bamberger Gastronom zuversichtlich.