So stelle ich mir Hilfsbereitschaft vor. Donauwörth zeigt, dass das auch anders geht. Dort erhebt eine erregte Stadt lautstark die Stimme gegen eine Erstaufnahmeeinrichtung für 1500 Asylsuchende aus den Balkanstaaten. Wie sich nun zeigt, leider mit einem Teil-Erfolg in Bezug auf Zahl und Herkunft der Hilfesuchenden.

Bundesrepublik, Freistaat und Kommunen stehen vor der größten Flüchtlingsproblematik seit dem Zweiten Weltkrieg. Das schreit nach Schulterschluss. Ob es um Flüchtlinge mit geringer Aussicht auf ein Bleiberecht geht oder um Menschen, die tatsächlich um Leib und Leben fürchten.

Bamberg probt diesen Schulterschluss. Der Oberbürgermeister sagt fast alle lange vereinbarten Termine ab. Er beruft den Ältestenrat ein. Die Kommune arbeitet im Krisenmodus. Sie sollte nun nach Bekanntwerden der Planungen des Freistaates auch weiter besonnen handeln und die Chancen dieser Entwicklung herausarbeiten.
Dann wird sie daraus Kapital schlagen können für die Menschen in der Region.

Obwohl sich das ehemalige Areal der US-Streitkräfte noch im Besitz des Bundes befindet: Bund und Land werden sich das Einvernehmen der Stadt zum Erstaufnahmelager etwas "kosten lassen". Krawall können und wollen sie sich in dieser sensiblen Frage nicht leisten.

Warum also nicht die legitime Forderung stellen, dass die Stadt Bamberg innerhalb Jahresfrist zu sehr günstigen Konditionen Zugriff auf das Konversionsgelände erhält. An anderer Stelle sind für diesen Prozess Jahre ins Land gezogen. Warum an das Einvernehmen nicht die Bedingung geknüpft, Standort für eine neue, zukunftsgerichtete Einrichtung des Freistaates zu werden, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Im Krisenmodus also konstruktiv Chancen erarbeiten!