Die Ausbaupläne für das so genannte Balkanzentrum in Bamberg sind zeitlich kaum noch zu halten. Ursprünglich war von einer Unterbringungskapazität von 4500 Plätzen in Bamberg bis Ende März die Rede. Ende Januar ist man davon weit entfernt. Derzeit leben 1160 Flüchtlinge in der Einrichtung.

Ins Stocken geraten ist der Ausbau nicht zuletzt wegen der Pläne der Bundespolizei. Die will die ehemalige US-Highschool für ihre Polizeiakademie nutzen. "Dies ist ein gewaltiger Bremsklotz", sagte Bambergs Sozialreferent Ralf Haupt am Mittwoch im Stadtrat.

Nach den bisherigen Überlegungen wollte der Freistaat die Essensversorgung von 4500 Flüchtlingen in der Highschool abwickeln, weil dort eine Küche vorhanden ist. Nun gehe es darum, zu prüfen, ob die Logistik einer Einrichtung mit so vielen Menschen auf andere Weise bewältigt werden kann, sagte Regierungssprecher Oliver Hempfling. Flächen stünden ausreichend zur Verfügung; auch Neubauten sind offenbar nicht ausgeschlossen.

Der Bedarf für weitere Unterbringungskapazitäten an der Pödeldorfer Straße scheint inach wie vor vorhanden, auch wenn aktuell nur wenige so genannte Balkanflüchtlinge in Bayern ankommen. So wuchs die Bewohnerzahl im Balkanzentrum trotz der Abschiebungen zuletzt kontinuierlich, da Flüchtlinge nach Bamberg gebracht wurden, die in Erstaufnahmelagern und Gemeinschaftsunterkünften in ganz Nordbayern lebten.

OB Starke (SPD) hatte im Zusammenhang mit dem Balkanzentrum in der vergangenen Woche zwei Aussagen gemacht: Zu einer Belegung mit Nordafrikanern, wie von Spitzen der Bundesregierung vorgeschlagen, soll es laut Starke in Bamberg nicht kommen. Außerdem solle geprüft werden, ob doch noch einzelne Häuser der Flynn-Siedlung genutzt werden könnten, um bezahlbaren Wohnraum in Bamberg zu schaffen.