Der Bürgermeister ist schockiert, sprachlos. Was Carsten Joneitis (SPD) dann doch sagt: "Es ist tragisch." Tragisch, dass ein Mensch gestorben ist. Was ist die Ursache? Die Polizei geht derzeit davon aus, dass der nigerianische Staatsbürger ertrunken ist.

Wie Anne Höfer vom Polizeipräsidium Oberfranken mitteilt, geriet der 25-Jährige aus noch ungeklärter Ursache "offenbar zunächst unbemerkt unter Wasser und ertrank".
Der junge Mann war am Donnerstag bei sommerlich heißen Temperaturen gemeinsam mit vier weiteren Asylbewerbern auf Fahrrädern zum Baden an den See aufgebrochen.
Gegen 14.30 Uhr klingelte dann beim Notruf das Telefon: Eine Frau teilte mit, dass im Baggersee an der Autobahn 70 bei Oberhaid eine leblose Person im Wasser liegen soll. Sofort eilten zahlreiche Einsatzkräfte zum Baggerloch - die Feuerwehr Oberhaid, die Wasserschutzpolizei, die Bamberger Polizei, die DLRG Bamberg-Gaustadt und die Wasserwacht Bamberg. Sie alle arbeiteten laut Anne Höfer sehr gut zusammen. Trotzdem konnte der Mann nicht gerettet werden.
"Als wir ihn gefunden haben, war er schon 20 Minuten vermisst", sagt Marcus Petermann, Einsatzleiter der Wasserwacht. Diese und die DLRG hatten zwei Rettungstaucher in das Gewässer geschickt, die nach dem jungen Mann suchten. Auch Wasserschutzpolizisten waren mit einem Boot an der Suchaktion beteiligt.
Zwar habe man den 25-Jährigen relativ schnell, schon nach acht Minuten, im Uferbereich gefunden, berichtet Petermann von dem Einsatz. Doch der Notarzt konnte nur noch den Tod des nigerianischen Staatsangehörigen feststellen.

Wasserschutzpolizei und Kripo Bamberg übernahmen sofort die Ermittlungen. Außerdem wurde noch am Abend klar: Die Bamberger Staatsanwaltschaft wird eine Obduktion beantragen, um die genaue Todesursache des jungen Mannes zu klären.
Es ist offenbar nicht der erste schlimme Vorfall an dem Gewässer. Vor etlichen Jahren habe es bereits tödliche Badeunfälle gegeben, sagt Oberhaids Bürgermeister Joneitis auf Nachfrage. Eine genaue Zahl war Donnerstagabend nicht mehr in Erfahrung zu bringen, auch nicht von polizeilicher Seite.
Allerdings: Offiziell ist das Baden an dem Baggerloch überhaupt nicht erlaubt. Der Grundstückseigentümer, ein Unternehmen, weist explizit mit einem Schild darauf hin: "Baden, angeln und campen verboten." Doch die Leute kommen trotzdem, schon seit 20, 30 Jahren. Der Bürgermeister weiß: "Da es kein offizielles Badegewässer ist, gibt es hier auch keine entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen." Bei ausgewiesenen Gewässern etwa sei die Wasserwacht vor Ort. Am Oberhaider Baggerloch nicht.

"Es trifft einen schon sehr, dass jemand gestorben ist", sagt Joneitis. "Irgendwann wollen wir ein offizielles, öffentliches Badegewässer. Doch damit stehen wir gerade erst ganz am Anfang." Bis es soweit ist, wird es dauern, aber der Sommer ist heiß und der See wird genutzt - verbotenerweise.


Illegales Baden ist verbreitet

Dass nicht nur in der Gemeinde Oberhaid illegal gebadet wird, ist kein Geheimnis. Im Einsatzgebiet der Wasserwacht, sprich Stadt und Landkreis Bamberg, war es in diesem Jahr aber der erste richtige Einsatz für die Retter, wie Marcus Petermann sagt. Und dann gleich ein tödlicher Vorfall. Petermann merkt an: Ein heißer Sommer zieht nicht automatisch vermehrt Badeunfälle nach sich. Es gebe auch Jahre mit durchwachsenem Wetter und trotzdem vielen Einsätzen.

Wer jedenfalls bei den am Freitag erwarteten bis zu 33 Grad baden geht, der möge sich "die Baderegeln, die man als Kind schon gelernt hat, ins Gedächtnis rufen", sagt der Wasserwachtler.
Besonders betont er: "Vorher abkühlen!" Wer sich in der Sonne aufheize und dann direkt ins mehrere Grad kältere Wasser springe, könne ein Kreislauf-Versagen erleiden. "Das gilt auch für junge und gesunde Menschen."