Eigentlich wollte man in diesem Jahr 20 Jahre Levi-Strauss-Museum Buttenheim groß feiern, doch die Corona-Pandemie ließ das nicht zu. Insbesondere für Museumsleiterin Tanja Roppelt und dem Förderverein ist es nun eine große Freude, doch noch Arbeiten des bekannten englischen Künstlers Ian Berry zeigen zu können. Seine Werke sind in zahlreichen Galerien und Museen weltweit zu bestaunen. Viele Ausstellungsstücke sind dem Levi-Straus-Museum als Leihgaben für die Dauer der Ausstellung zur Verfügung gestellt worden.

Die Ausstellungseröffnung fand unter freiem Himmel auf dem Vorplatz des Museums mit einem mit den Behörden abgestimmten Sicherheitskonzept statt. Buttenheims Bürgermeister Michael Karmann (ZWdG/CSU) konnte dazu zahlreiche Gäste begrüßen und freute sich insbesondere über die Anwesenheit des 1984 im englischen Huddersfield geborenen Ian Berry. Völlig unprätentiös und ohne irgendwelche Starallüren freute sich der Künstler, dass er seine Arbeiten, quasi am Ursprungsort des Denim, dem Geburtsort von Levi Strauss, zeigen kann.

Seit 15 Jahren beschäftigt sich Ian Berry mit dem Jeansstoff. In seinem Londoner Atelier arbeitet er mit Tausenden von Jeans, die er recycelt, um fast realistische Bilder und Installationen zu schaffen. Man sieht oft erst auf den zweiten Blick, dass es sich um Jeansstoff handelt und nicht um ein Foto oder um ein Ölgemälde. Der Grundton, jeansblau, ist dem Ausgangsstoff geschuldet. Der Künstler kreiert auf ganz individuelle Weise Textur und Tiefe in seinen Werken. Durch das Zuschneiden, Trimmen und die überaus kunstfertige Montage der einzelnen Stoffstücke entstehen Werke mit einem ganz eigenen Ausdruck. In seinen Arbeiten sind immer wieder verschiedene Arten der Einsamkeit und der Isolation zu finden.

Szenen aus dem Alltag

"Behind closed doors", alltägliche häusliche Szenen, wie die auch in Buttenheim zu sehenden Arbeiten, in der seine Ehefrau schlafend dargestellt wird, verdeutlichen diesen Tenor eindrucksvoll. Selbst seine Barszenen oder die Arbeiten aus der Serie Hotel California lassen ein Gefühl der Einsamkeit und Verlassenheit spüren. All das was man jetzt in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie auch selbst nachvollziehen kann.

Im Museumskino ist ein Film über Berrys Projekt "iclapfor" zu sehen. Zusammen mit seinem sechsjährigen Sohn Elliott macht er zwei applaudierende Hände. Das Klatschen für die "Helden in den Gesundheitsbereichen" war in den ersten zehn Wochen der Corona-Zeit ein wichtiger Teil des britischen Lebens gewesen. Was als Vater-Sohn-Projekt begann wurde zu einer großen Kampagne im gesamten Vereinigten Königreich und Irland und wurde auch bis nach Australien, Kolumbien und Brasilien weitergetragen.

Dank an Sponsoren und Helfer

Museumsleiterin Tanja Roppelt vergaß auch nicht, den Sponsoren und den vielen fleißigen Helfern im Hintergrund zu danken, ohne die eine solche Ausstellung nicht zu stemmen wäre. Die Freiwillige Feuerwehr Stackendorf sorgte für die notwendige Absperrung des Geländes und für die entsprechende Akustik. In bewährter Weise umrahmte Bluesmusiker Wolfgang Kalb die Ausstellungseröffnung mit ansprechenden Takten.