• Atrium Bamberg: Investor Eyemaxx Real Estate in finanziellen Schwierigkeiten
  • "Aktueller Zustand besorgniserregend“: SPD-Fraktion stellt aktuelle Anfrage
  • Thema wird am Mittwoch (27. Oktober 2021) im Bamberger Stadtrat diskutiert
  • Eyemaxx-Aktie ist abgestürzt: "Für 'normale' Anleger ist das Papier ein No-Go"

In Bamberg hat die Nachricht über die Finanzprobleme des Atrium-Eigentümers Eyemaxx Real Estate binnen kurzer Zeit spürbar für Unruhe gesorgt. Die Angelegenheit schaffte es sogar kurzfristig auf die Tagesordnung der Stadtratssitzung am Mittwoch (27. Oktober 2021). "Das Thema wird im Stadtrat diskutiert", teilt Stephanie Schirken-Gerster, Pressesprecherin der Stadt Bamberg, inFranken.de mit. Den Stein ins Rollen gebracht hat die Stadtratsfraktion der SPD.

Bamberger SPD zu Atrium: "Branchenfunk sagt, dass man sich große Sorgen machen muss"

"Das Atrium ist die zukünftige Visitenkarte für alle, die mit Bus oder Bahn in Bamberg ankommen“, unterstreicht Klaus Stieringer den Stellenwert des Bauwerks. Als Vorsitzender der Bamberger SPD-Stadtratsfraktion hat er kurzerhand eine aktuelle Anfrage gestellt - damit das Thema noch am Mittwoch in der Vollsitzung des Stadtrats behandelt wird. 

"Auch vorher war die Immobile nicht schön. Nun droht uns allerdings eine Ruine", warnt der Kommunalpolitiker. "Der aktuelle Zustand ist auf jeden Fall besorgniserregend", gibt der Stadtrat zu bedenken. "So darf das Projekt auf keinen Fall über Jahre hinweg bleiben."

Unabhängig davon, wie groß die Finanzprobleme des Atrium-Investors am Ende tatsächlich sind, stellt sich für Stieringer die Frage: "Wie ist die Stadt darauf vorbereitet, wenn sich die jüngsten Schreckensmeldungen und Horrornachrichten bestätigen?" Der SPD-Fraktionsvorsitzende fordert die Stadt in jedem Fall zu Gesprächen mit Eyemaxx auf. "Um Handlungsfähigkeit zu haben, müsste man Einfluss auf den Eigentümer haben - auch wenn das in der Praxis schwer sein wird." 

SPD-Politiker fordert Stadt Bamberg zum Handeln auf - Atrium-Investor gibt Entwarnung

Konkret schweben dem Chef der SPD-Stadtratsfraktion dabei zwei mögliche Lösungsansätze vor Augen. "Variante 1 ist: Die Stadt kann selbst als Kaufinteressent an den Eigentümer herantreten", schlägt Stieringer vor. "Variante 2 ist: Die Stadt bezieht andere Bauträger mit ein, die das Projekt zusätzlich unterstützen – vorausgesetzt, der Eigentümer ist damit einverstanden.“ 

Die aktuelle Informationslage zur wirtschaftlichen Verfassung des Immobilienunternehmens bezeichnet Stieringer als "dünn". "Der Branchenfunk unter Bauträgern sagt allerdings, dass man sich große Sorgen machen muss." Sein Vorschlag: "Wichtig ist, dass die Stadt jetzt nicht einfach abwartet, sondern aktiv handelt."

Atrium-Investor Eyemaxx Real Estate selbst gibt unterdessen fürs Erste Entwarnung. "Der Projektstatus bleibt unverändert", teilt das Unternehmen am frühen Mittwochnachmittag inFranken.de mit. Die Fristversäumnis zur Kuponzahlung auf Holding-Ebene stehe in keinem direkten Zusammenhang mit der weiteren Projektentwicklung in Bamberg, betont der Eigentümer der Immobilie. "Eyemaxx steht unverändert in laufenden Kooperations-Verhandlungen, damit das Projekt Atrium weiter vorangetrieben werden kann."

Einkaufszentrum Atrium in Bamberg: Eyemaxx versprach "1A-Revitalisierung"

Die Immobilienfirma mit Sitz in Aschaffenburg und Leopoldsdorf hatte das frühere Shopping-Center 2018 gekauft. In dieser Woche dann die überraschende Nachricht: Der Atrium-Investor kann seinen Zinsverpflichtungen nicht mehr nachkommen.

Die Aktie von Eyemaxx Real Estate stürzte daraufhin ins Bodenlose, berichtet das Finanzportal "Der Aktionär". Nicht nur in Bamberg stellt sich damit die Frage: Ist nun die Neuausrichtung des Atriums in Gefahr?

Eigentlich sollte im ehemaligen Bamberger Einkaufszentrum Atrium endlich neues Leben einkehren. Die Pläne hierfür wurden zuletzt konkreter. Demnach ist der Einzug der ersten Mieter für 2022 geplant. Neben einem Fitnessstudio sind ein Restaurant, eine Modeboutique und sogar ein Hotel mit 161 Zimmern für das Areal neben dem Bahnhof vorgesehen. "Die Leute können sich auf eine 1A-Revitalisierung freuen, ins Atrium wird wieder Leben einziehen", erklärte Christine Rumpf, Geschäftsführerin der Eyemaxx Real Estate, noch im Juli inFranken.de.

Investor berichtet von Zahlungsschwierigkeiten - Aktie im Tiefflug

Wie das Immobilienunternehmen in einer Pressemitteilung vom Montag (26. Oktober 2021) berichtet, verfüge Eyemaxx derzeit nicht über die notwendigen Finanzmittel, um die am 26. Oktober 2021 fällige Zinszahlung für die 5,50-%-Unternehmensanleihe 2018/2023 fristgerecht zu leisten. "Ursächlich hierfür sind bisher nicht eingegangene Zahlungszuflüsse aus getätigten Projektverkäufen im mittleren einstelligen Millionenbereich sowie deren gescheiterte Refinanzierung", heißt es vonseiten des Atrium-Eigentümers. 

Laut dem Bericht des Portals "Der Aktionär" droht Eyemaxx gar die Insolvenz. "Anleger sollten jetzt keinesfalls mit der Aktie zocken", warnt das Börsenmagazin. Die Aktie stürze aktuell ins Bodenlose. In der Überschrift des Artikels ist von einer "Horror-News" die Rede. 

Ähnliches berichtet das Branchenportal "Onvista". Demnach befinde sich die Eyemaxx-Aktie gegenwärtig "im Crash-Modus". "Auch hierzulande können wir Horrornachrichten aus dem Immobiliensektor melden", heißt es im entsprechenden Beitrag über die derzeit fehlenden Finanzmittel des Immobilienunternehmens. Laut "Onvista" knicke das Papier von Eyemaxx um mehr als 60 Prozent ein. "Damit hat sich die Aktie aus dem normalen Aktien-Universum verabschiedet und befindet sich jetzt in der Zocker-Galaxy", heißt es in dem Artikel wörtlich. "Für 'normale' Anleger ist das Papier ein No-Go", heißt es auch hier.