Die Schilder bringen was, bestätigt die Polizei. Seit Mitte des Jahres stehen sie jetzt am Fuße des Würgauer Bergs und auch oben auf der Jura-Höhe, bevor es hinab geht über die serpentinenreiche Strecke. Es sind übergroße Warnschilder: "Motorradunfallstrecke Würgauer Berg" steht darauf geschrieben. Kaum zu übersehen.
Dies und weitere bauliche Veränderungen sowie die regelmäßigen Tempo-Kontrollen führen aus Sicht von Albert Häfner, Leiter der Polizeiinspektion Bamberg-Land, zu so wenigen Unfällen wie lange nicht.

"Wir haben fast geschafft, dass es kein Unfallschwerpunkt mehr ist."In dieser Motorradsaison haben sich, wie in der Vorsaison, lediglich drei Unfälle am Würgauer Berg ereignet, bei denen sich zwar zwei Personen schwer, ein Fahrer leicht verletzten, doch: Tote hat es, anders als im Jahr zuvor, glücklicherweise nicht gegeben.


Eine ganze Reihe an Maßnahmen am Würgauer Berg

Die Bemühungen der Behörden im Kampf gegen die Raser scheinen zu fruchten. Die großen Tempo-50-Schilder sind die jüngste Maßnahme einer ganzen Stange an baulichen und sicherheitstechnischen Änderungen, die am Würgauer Berg vorgenommen wurden.

Damit wurde die Geschwindigkeit am gesamten Würgauer Berg von Tempo 70 auf 50 reduziert, außerdem Erdhäufen an Buchten aufgeschüttet, um Schaulustige abzuhalten, sich dort zu postieren. Auch die"Applaus"-Kurve war aus diesem Grund bepflanzt worden.


Mittellinie bald mit gelben Knöpfen?

Eines fehlt noch: die Markierung des Mittelstreifens. Die "Applaus"-Kurve soll bald mit einer durchgezogenen Doppellinie bemalt werden, heißt es vom Staatlichen Bauamt und von der Polizei. Zwischen den durchgezogenen Linien könnten gelbe Knöpfe oder "Bischofsmützen" angebracht werden.

Doch steht das derzeit auf dem Prüfstand. Mitte November wird es ein weiteres Treffen von Polizei, Staatlichem Bauamt und der Regierung geben. Dabei sollen neue Maßnahmen besprochen werden. "Wir freuen uns über kreative bauliche Lösungen", sagt Polizeichef Häfner. Denn der Würgauer Berg bleibt trotz der niedrigen Unfallzahlen noch ein Schwerpunkt, erklärt er. Nur durch bauliche Lösungen könne Würgau lebenswert bleiben, ohne den tausenden vernünftigen Motorradfahrern den Spaß zu verderben.

Denn das eine Problem sind die Gefahren, die mit unvernünftigen Rasern einhergehen. Das andere Problem ist der Lärm für die Anwohner: Im Sommer erfreut sich der Würgauer Berg gerade an den Wochenenden bei den Motorradfahrern mit seiner kurvigen Verlauf besonderer Beliebtheit.

Unvernünftige Raser gibt es trotz der geringen Unfallzahlen freilich weiterhin: Bei den diesjährigen Tempo-Kontrollen wurden gegen 32 Biker Bußgelder verhängt. Sechs Fahrer davon erhielten Fahrverbote, weil sie mindestens 41 km/h zu schnell waren - der Schnellste wurde mit Tempo 116 erwischt. 27 weitere wurden kostenpflichtig verwarnt. Andere Motorradfahrer hatten ihr Krad so verändert, dass es unerlaubter Weise mehr Lärm erzeugte. Auch aus diesem Grund kündigt die Polizei weitere Kontrollen an.


Unfälle am Würgauer Berg

2007 13 Unfälle mit 1 Toten, 5 Schwer- und 4 Leichtverletzten

2008 5 Unfälle mit 4 Schwer- und 1 Leichtverletzten

2009 4 Unfälle mit 2 Schwer- und 2 Leichtverletzten

2010 2 Unfälle mit 1 Toten und 1 Leichtverletzten

2011 4 Unfälle mit 2 Schwer- und 2 Leichtverletzten

2012 4 Unfälle mit 1 Schwer- und 1 Leichtverletzten

2013 9 Unfälle mit 4 Schwer- und 8 Leichtverletzten

2014 11 Unfälle mit 5 Schwer- und 8 Leichtverletzten

2015 3 Unfälle mit 1 Toten und 1 Leichtverletzten

2016 3 Unfälle mit 2 Schwer- und 1 Leichtverletzten