Die Humsera rückt wieder in den Blickpunkt der Bamberger. Seit wenigen Tagen hat die steinerne Symbolfigur der Marktfrauen, die auf einem Brunnen am Grünen Markt ein wenig beachtetes Dasein fristet, farbenfrohe "Kolleginnen", die für Aufsehen sorgen dürften.

Es sind echte Hingucker, die Stephan Zehentmeier da auf den Markt gebracht hat und die gerade Einzug in das Sortiment verschiedener Bamberger Geschäfte halten. Sie werden zudem im Laden des Gärtner- und Häcker-Museums in der Mittelstraße und des Tourismus-Service verkauft.

Auch beim "Tag der offenen Gärtnerei" am 17. Mai können Besucher den Kunststoff-Figuren begegnen, die eine moderne Version der Humsera-Figur aus der Fußgängerzone darstellen.

Vor rund vier Wochen stellte die Lokalredaktion das aus Bamberg stammende Ehepaar Astrid und Stephan Zehentmeier vor, das sich aus Heimatverbundenheit eine steinerne Humsera-Skulptur für seinen Garten in Düsseldorf schaffen ließen. Die Arbeit der Bildhauerin Antjepia Gottschalk entstand in Anlehnung an das Original von Hans Leitherer vom Grünen Markt.

"Humsera jetzerdla" hat Familie Zehentmeier die Neuinterpretation des Sinnbilds der Bamberger Markthöcken getauft. Es setzt jenen Gärtnersfrauen ein Denkmal, die einst selbst erzeugte Waren auf den Märkten feil boten und berühmt-berüchtigt für ihre manchmal derbe Art waren.


Traditionelles in neuer Form

Für den Fall, dass ihre "Humsera jetzerdla” auch anderen gefallen würde, hegten die Zehentmeiers von Anfang an die Idee, sie zu vermarkten. Es gibt sie in zwei Größen in Stein sowie - kleiner und erschwinglicher - in Kunststoff (59 Euro). Für letztere scheint Nachfrage da zu sein.

Bei seinem jüngsten Heimatbesuch brachte Stephan Zehentmeier die ersten Exemplare in fünf Farben mit, made in Oberfranken. Wo er sie auch vorstellte, sei er auf viel Zustimmung und Interesse gestoßen, berichtet er. Ob die "Humsera jetzerdla" sich als neues Bamberg-Souvenir und Wohn-Accessoirs etablieren wird, bleibt abzuwarten.

Obwohl die rundliche Figur nicht allzu viel Ähnlichkeit mit dem historischen Vorbild haben soll - einer längst verstorbenen Bamberger Gärtnersfrau mit dem Familiennamen Hums - sprach sich auch der Beirat des Vereins Gärtner- und Häckermuseum Bamberg dafür aus, sie ins Sortiment seines Museumsshops aufzunehmen.
Eine witzige Werbung für die Gärtnerstadt und damit einem Stück Weltkulturerbe Bamberg sei sie allemal, findet Museums-Kurator Hubertus Habel.

Momentan gibt es die wetterfeste Figur in den Farben blau, rot, gelb, grün und orange.

Jetzt möchte Zehentmeier sie noch als Schlüsselanhänger (voraussichtlicher Preis: 5.90 Euro) produzieren lassen, so dass sie zur täglichen Begleiterin von Bambergern und Freunden der Stadt werden könnte.

Das Startkapital hofft der Initiator von Leuten zu bekommen, die seine Idee so gut finden, dass sie sich finanziell an der Verwirklichung beteiligen. Dazu will er sein Projekt bald auf der Internetplattform "Kickstarter.com" vorstellen: Diese bietet kreativen Leuten Gelegenheit, weltweit auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen und um Geldgeber zu werben.