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Agostea in Bamberg: Club-Betreiber ärgert sich über neue Kontroll-Regeln


Autor: Isabel Schaffner

Bamberg, Montag, 04. Oktober 2021

Nach langem Warten dürfen die Clubs in Bamberg wieder öffnen. Die neuen Kontroll-Regeln sorgen allerdings auch für Unmut. Der Agostea-Betreiber hält sie für nicht realistisch.
Am ersten Oktober-Wochenende öffneten einige Bamberger Clubs wieder. Das Agostea kritisiert bei aller Euphorie aber die Kontrollauflagen scharf. (Symbolfoto)


  • Viele Clubs in Bamberg durften am Wochenende wieder öffnen
  • Agostea Bamberg findet Maßnahmen der Politik schwer umsetzbar
  • Betreiber: PCR-Tests durchzusetzen, sei unrealistisch und es fehle an Impf-Möglichkeiten

Von einem auf den anderen Tag war es letzte Woche für die Betreiber von Clubs und Diskotheken in Bayern möglich, ihren Betrieb wiederzubeleben. Am Donnerstag (30. September) wurden die neuen Corona-Lockerungen ab dem 1. Oktober 2021 verkündet. Es gelten eine verschärfte 3G-Regel, bei der nur PCR-Tests gültig sind, und die Forderung konsequenter Kontrollen. Dass diese Auflagen in der Praxis auf einigen Ebenen für Clubs schwierig seien, berichtet der Betreiber vom Agostea Adrian Shabani inFranken.de.

Agostea Bamberg nach erstem Party-Wochenende - Gänsehaut in zweierlei Hinsicht

Das Agostea Bamberg wandte sich am Donnerstag (30. September) voller Vorfreude auf Facebook an die Fans: "Wir freuen uns auf euch und hoffen ihr bringt gute Laune mit. Lasst uns endlich wieder zusammen tanzen und Spaß haben!" Am Montag danach berichtet Shabani dann inFranken.de: "Die Stimmung war super! Gänsehaut pur. Die Leute sind ausgeflippt." Doch dann werden seine Worte verhaltener. Es seien nicht so viele Gäste wie gewohnt gekommen. Vor Corona seien bis zu 800 Tanzfreudige gekommen, nun waren es 400 an einem Abend. Für das erste Wochenende nach der langen Schließung hatten Shabani und sein Team mit mehr gerechnet.

Der größte Störfaktor seien die Kontrollen der Gäste vor dem Einlass, erzählt er. Wie vor vielen Clubs bildete sich auch vor dem Agostea in Bamberg eine lange Schlange. Bis zu einer Stunde hätten die Menschen draußen ausharren müssen. Jetzt, in der kalten Jahreszeit, sei das lange Warten draußen unangenehm für die Gäste, gibt Shabani zu bedenken. Neben dem Einchecken in die Luca-App muss die Einhaltung der 3G-Regel kontrolliert werden. Das brauche Zeit. Die Beschlüsse der Politiker findet Shabani nicht sehr realistisch. "2G wäre für mich auch okay, aber dann ohne Maßnahmen. Man kann doch nicht mehr machen, als sich impfen lassen. Wenn das Virus übertragen wird, dann wenigstens nur an Geimpfte."

Letztlich mache 3G oder 2G aber keinen großen Unterschied. Die wenigen, die sich einen PCR-Test leisten, würden auf lange Sicht nicht groß ins Gewicht fallen, meint der Club-Betreiber. "PCR-Tests sind teuer und man bekommt sie schlecht. Sie sind doch eher für Reisende vorgesehen, aber nicht für Disko-Besucher*innen", kritisiert Shabani. Auch intern brächten die PCR-Tests Probleme: "Manche meiner Mitarbeiter*innen sind nicht geimpft. Sie können es sich nicht leisten, zweimal in der Woche einen Test zu machen." Für ihn als Arbeitgeber lohne sich eine Übernahme der Kosten auch nicht. 

Ob der Betrieb zufriedenstellend laufe, hänge vor allem an den Test-Möglichkeiten in der Stadt. Diese ließen sehr zu wünschen übrig, kritisiert Shabani. "Die meisten Test-Stellen werden abgebaut, meine Mitarbeiter*innen müssen lange auf ihre Termine warten." Einen Monat lang möchte das Agostea beobachten, wie sich die Situation entwickelt. "Manche Gäste sind jetzt auch noch unsicher und warten lieber noch." Erst nach ein paar Wochen hätte das Team mehr Gewissheit, ob und wie der weitere Betrieb am besten zu gestalten ist.