Sie fliegen nur auf Sicht. Das heißt Starts und Landungen dürfen nur zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang erfolgen. Das ist eine der gesetzlichen Bedingungen für Ultraleichtflugzeuge. Vor 30 Jahren wurden Ultraleichtflieger in Deutschland zugelassen. Bereits fünf Jahre später starteten nördlich von Failshof bei Burgebrach die ersten dieser Flugapparate. Grund genug für die Ultraleichtflugsportgruppe Burgebrach am kommenden Wochenende das runde Vierteljahrhundert zu feiern.

14 Flugbegeisterte hatten sich bereits 1986 zur Gründungsversammlung zusammengefunden. Doch weil es gegen einen neuen Flugplatz natürlich auch Widerstände und Skepsis gab, brauchte es noch zähe Verhandlungen, bis der Verein zumindest eine zeitlich begrenzte Probefluggenehmigung vom Luftfahrtsamt erhielt. Für zunächst zehn Wochenenden durften die Luftfahrtenthusiasten auf der welligen Wiese des Landwirts Gustav Pflaum bei Failshof starten und landen. Hallen oder Unterstellmöglichkeiten für die Flugzeuge gab es nicht.
Heute schaut es ganz anders aus. Den derzeit 27 aktiven Mitgliedern - sie kommen bis aus Erlangen und Schweinfurt - steht für ihre Maschinen die 1996/97 erbaute Flugzeughalle und seit einigen Jahren auch eine umgebaute landwirtschaftliche Gerätehalle zur Verfügung. Zuletzt wurde im vergangenen Jahr mit großem Aufwand die Landebahn geebnet und ein Pavillon als Flugvorbereitungs- und Flugleiterraum errichtet.
Dort können die Leichtflieger starten und auch Gäste empfangen. Derzeit sind bei der Burgebracher Gruppe etwa 15 Maschinen im Einsatz: ein- bis maximal zweisitzige Leichtflugzeuge, so genannte Drei-Achser, sowie Drachen-Trikes, motorisierte Gleitschirme und Tragschrauber.

Mit den modernen Maschinen, die sich äußerlich und von der Leistung her kaum noch von "richtigen" Flugzeugen unterscheiden, sind Reichweiten von 900 bis 1000 Kilometer möglich, erklärt Jürgen Riemer, Zweiter Vorsitzender des Vereins. So können die Leichtflieger auch schon mal in dreieinhalb Stunden an die Nordseeküste fliegen. Doch das wäre auch schon so ziemlich das Maximum das sich Riemer selbst antun möchte - sind die Sitze in diesen Maschinen doch eher spartanisch.

Mit Zwischenstopps haben verschiedene Mitglieder in der Geschichte des Vereins schon weite Reisen unternommen. So brach etwa schon 1990 ein Team von sechs Piloten mit vier Maschinen - und am Boden von einem Wohnmobil begleitet auf - und kam bis nahe an die spanische Grenze. Später unternahmen andere Touren nach Italien, nach Ungarn und sogar bis nach England.

Von größeren Unfällen ist die Gruppe in den 25 Jahren verschont geblieben. "Natürlich ist schon mal ein Rad bei der Landung abgebrochen und es wurde etwas unsanft", erzählt Riemer. Doch Schlimmeres sei zum Glück noch nicht passiert. Und die anfangs weit verbreitete Ablehnung bei, die den Burgebracher Fliegern in den Anfangsjahren entgegenschlug? "Wir versuchen, gut mit den Nachbarn auszukommen", sagt Riemer. Das Verhältnis habe sich normalisiert. So würde zum Beispiel der Kutschenfahrer, dem einst sogar ein Pferd vermutlich wegen eines Fliegers durchgegangen war, beim Jubiläumsfest an diesem Wochenende Kutschfahrten anbieten. Dies sei nur eine der Attraktionen neben - natürlich - Rundflügen, einem Festzelt und Musik oder dem Besuch des NSU- und Traktor clubs. Bereits am Samstagnachmittag erwarten die Burgebracher Piloten viele Gäste und Freunde, die per Ultraleichtflieger einschweben. Neugierige und Interessierte können auch da gerne schon vorbeischauen. Das eigentliche große Fest soll dann aber am Sonntagnachmittag ab 12.30 Uhr auf dem Flugplatz steigen - Abheben erlaubt.