So ein Gewitter gab's die letzten zehn, fünfzehn Jahre nicht mehr. Zumindest gefühlt. Darin ist sich Kreisbrandinspektor (KBI) Thomas Renner mit all denen einig, die Freitagfrüh in Trunstadt im Einsatz waren: Vermutlich nach einem Blitzeinschlag stand das Dach eines Wiegehäuschens am Kieswerk Mainäcker in Flammen. Seniorchef Georg Pfister geht von einem Schaden von 80.000 Euro aus.

Unwetter in Franken - Blitzeinschläge und Zeltplatzräumungen

Wie seine Recherchen ergaben, hatte der Blitz wohl in den Kupferhelm des Daches eingeschlagen, dann hatte es offenbar zu schwelen begonnen, im Anschluss stand das Dach in Flammen. Seit 1999 betreibt das Hohengüßbacher Unternehmen in Trunstadt das Kieswerk, wo 20 Beschäftigte arbeiten. Im Zuge des Feuers wurden in den Büros des Wiegehäuschens so gut wie alle Computer beschädigt. "Zumindest etliche Unterlagen konnten wir retten." Er und sein Sohn Manfred, Inhaber des Kieswerks, waren bald vor Ort gewesen. Den Alarm selbst löste laut Pfister ein Nachbar aus.


Es wird weiter gearbeitet

Auf dem Firmengelände, das praktisch zwischen den Grenzen der Landkreise Bamberg und Haßberge liegt, wird trotz des Brandes weiter gearbeitet. Zumindest ein Raum des achteckigen Baues (mit einem Durchmesser von zehn Metern) war nicht so stark beschädigt, so dass eine Bürokraft am Freitag dort arbeiten konnte. Für die Waage am Wiegehäuschen freilich fehlte der Strom. Wo erforderlich, so Pfister, müsse beim Endabnehmer gewogen werden.


Georg Pfister schätzt, es wird an die drei Wochen dauern, bis das Gebäude instand gesetzt ist.
Nachdem die rund 60 Einsatzkräfte der Wehren aus Viereth, Trunstadt und Hallstadt ihre Löscharbeiten abgeschlossen hatten, ermittelte die Kripo zur Brandursache.

Die Nachfrage bei Kreisbrandrat Bernhard Ziegmann ergab, dass es feuerwehrtechnisch im Landkreis Bamberg wohl keine weiteren größeren Einsätze gab. Im Landratsamt Bamberg waren gleichfalls keine weiteren größeren Schadensmeldungen in Folge des Gewitters eingelaufen. Polizeisprecher Gerhard Halbig zufolge war der Fall Trunstadt der einzige, der im Zusammenhang mit dem Gewitter von der Polizei zu bearbeiten war.


Vorsicht auf den Leitern

Dafür waren die Feuerwehrleute in Trunstadt umso mehr gefordert gewesen. Laut KBI Renner war man mit besonderen Verhältnissen konfrontiert: "Blitzschläge rundherum und und dann die Lautstärke." Man musste auch besonders vorsichtig sein, insbesondere mit den metallenen Leitern. Bei Gewitter beschränkt man sich dabei auf die allernotwendigste Einsatzhöhe.

Renner engagiert sich seit 26 Jahren bei der Feuerwehr und weiß aus seinen Erfahrungen, dass Brände infolge eines Blitzeinschlags doch relativ selten vorkommen - "halt immer wieder mal".

Aufgrund des sehr heftigen und auch entsprechend lauten Gewitters war Renner sowieso wach gewesen. Die Fahrt zum Einsatzort mit Blitzen rundherum empfand der auch in der Berufsfeuerwehr Aktive angesichts der Illumination doch als etwas "sehr Interessantes."