Elf Tagesind es noch, bis im Regentenbau der Auftakt zu "30 Jahre Kissinger Sommer" erklingt. Mit dem Kartenvorverkauf sind Intendantin Kari Kahl-Wolfsjäger und Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) außerordentlich zufrieden. 50 Prozent der Karten sind verkauft - und auch bezahlt. Das Einnahmesoll aus dem Vorverkauf ist fast erreicht - das liegt bei 1,335 Millionen Euro, und "der Oberbürgermeister muss keine Bange haben, dass ein Minus entsteht", so die Intendantin.

Dass die Bilanz so gut ist, liegt an Lang Lang und seinem Zusatzkonzert im Oktober. Da hat es in der Organisation wohl einige Diskussionen um die Kartenpreise gegeben, an deren Ende sich die Hochpreisvertreter durchgesetzt haben. Der Erfolg gibt ihnen recht: Die Karten sind verkauft, und wie üblich waren die teuersten Plätze zuerst weg. "Was nix kostet, ist nix", meinte Blankenburg, der zunächst für mäßigere Preise plädiert hatte. "Aber ich schäme mich nicht", denn: Der Große Saal hat weniger Plätze als die üblichen Konzerthallen, dafür aber mehr Atmosphäre, die auch von den Künstlern sehr geschätzt wird.


Das Steigenberger fehlt

Insgesamt rechnet Kari Kahl-Wolfsjäger wie in den vergangenen Jahren mit einem Gesamtverkauf von 80 Prozent plus. "Früher hatten wir 90 plus, aber da schaffen wir nicht mehr, seit es das Steigenberger nicht mehr gibt." So gibt es für alle Veranstaltungen noch ein paar Karten, wenn auch nicht immer in den besten Kategorien. Nur der Klaviernachmittag von Daniil Trifonov am Sonntag, 17. Juli, um 16 Uhr im Rossini-Saal ist komplett dicht. Ein Umzug in den Großen Saal ist nicht möglich, da dort am Nachmittag das Münchner Rundfunkorchester probt.
Die Zahl der Absagen und Umplanungen hält sich in diesem Jahr in sehr engen Grenzen: Die Münchner Sopranistin Hanna-Elisabeth Müller hat ihren Liednachmittag am Sonntag, 26. Juni im Kloster Bildhausen einvernehmlich abgesagt, weil sie in ein Opernprojekt einsteigen kann. Kari Kahl-Wolfsjäger: "Das darf man den jungen Leutern nicht verwehren." Sie hat aber bereits einen hochkarätigen Ersatz gefunden: den Tenor Simon Bode, ein junger Mann mit glänzenden Perspektiven. Am Flügel sitzt sein etatmäßiger Begleiter Nicholas Rimmer. Und Biao Li schickt seine Meisterschülerin Ni Fan zum Late Night Concert am Samstag, 16. Juli, weil er in Beijing dirigentische Verpflichtungen hat.


Angebote für die Jugend

Die Jugend wird auch in diesem Jahr nicht ausgeschlossen. Für sie gibt es wieder Restkarten an der Abendkasse für drei Euro auf allen Plätzen. Am Dienstag, 5. Juli, ist um 11 Uhr ein Schülerkonzert im Großen Saal angesetzt. Die jungen Leute können die Generalprobe des Orchestra dell'Accademia del Teatro alla Scala für die Mailänder Operngala erleben. Und für die Jüngsten kommt am Samstag, 2. Juli, um 11 Uhr der immer längernasige Pinocchio ins Kurtheater und erzählt seine Geschichte.