Schlag um Schlag rammt der Mini-Bagger den Bohrstock in den Untergrund. "Weiter oben war der Untergrund etwas weicher, hier unten wird es härter", sagt Fritz Felsner. Der Mitarbeiter bei TÜV Rheinland/Landesgewerbeanstalt (LGA) untersucht den Baugrund. An acht Stellen werden Bohrkerne entnommen - bis in drei Meter Tiefe. Hinzu kommen sogenannte Sondierungen.
Unterschied? "Mit der Rammkern-Bohrung wird festgestellt, was drin ist, und mit der Sondierung wird festgestellt, wie dicht das Material ist", erklärt Felsner. Die Daten gehen dann ans Staatliche Bauamt.

Dort ist Matthias Wacker mit der Planung des Projekts betraut. Die Bohrungen sollen Straßenzustand und Untergrund bestimmen. Dabei werde auch nach übrig gebliebenen Kampfmitteln aus dem Krieg gesucht. Trotz Bohrungen lässt der Bau auf sich warten. Immerhin: "Die Planung geht voran", beschwichtigt Wacker, "wir sind noch in Abstimmung mit den Beteiligten."

Noch keine Einigung in Sicht

Diese Abstimmung hat sich bis jetzt als schwierig erwiesen. Weil an der Kreuzung die B 286, die Kreisstraße KG 13 und die Schönbornstraße aufeinander treffen, betrifft das Projekt auch drei verschiedene Behörden. Die sind sich immer noch nicht einig, ob sie dort Kreuzung mit Ampel oder Kreisel bevorzugen.

" Unser Favorit steht fest. Wir wollen die Ampel", sagt Wacker stellvertretend für das Staatliche Bauamt in Schweinfurt. "Ein wichtiger Aspekt ist die Sicherheit der Fußgänger und Radfahrer", argumentiert er. Auch sei fraglich, ob ein Kreisel das Verkehrsaufkommen dort bewältigen kann. Pro Tag durchfahren gut 37.000 Fahrzeuge die Kreuzung. Von der Südbrücke kommen täglich 12.794 Pkw und 406 Lkw, aus der Schönbornstraße 9300 Pkw und 200 Lkw. Von Poppenroth kommend wurden 9576 Pkw und 284 Lkw gezählt, aus Garitz 4590 Pkw und 110 Lkw. Eine wichtige Rolle spiele zudem die Barrierefreiheit etwa für Sehbehinderte - ein Kreisel lasse keine Fußgängerampel zu - und der Lärmschutz. "Beim Kreisel rutschen die Fahrbahnränder näher an die Bebauung heran", so Wacker. Das bedeute eine höhere Lärmbelastung für die Anwohner.

Stefan Seufert, Pressesprecher des Landkreises Bad Kissingen, ist davon nicht restlos überzeugt. Er sagt klar: "Der Landkreis sieht Vorteile beim Kreisverkehr." Näheres dazu könne der Landkreis aber erst am 11. November sagen. Dann tagt der Ausschuss für Wirtschaft und Umwelt zu dem Thema. In der Vergangenheit hatte sich besonders dessen Mitglied Richard Fix eindeutig für den Kreisel ausgesprochen. Er wertet unter anderem positiv, dass an einem Kreisel weniger schwere Unfälle passierten.

Dringender Handlungsbedarf

Dritte Beteiligte ist die Stadt Bad Kissingen. Dort hat man noch keinen klaren Favoriten. "Das ist momentan ein offenes Verfahren", so Thomas Hornung, Leiter des städtischen Tiefbauamts. Darüber habe der Stadtrat zu entscheiden. Eins steht aber fest: Wegen des baulich schlechten Zustands der Kreuzung besteht Handlungsbedarf. Die Bürger sollen dabei mitreden dürfen. "Wir wollen dazu erst noch einmal die Bevölkerung hören", betont Hornung. Ein genaues Datum für eine Meinungsbefragung steht dafür noch nicht fest.

Bauausschuss tagt erneut

Immerhin ist die Finanzierung des Bauprojekts geklärt, bestätigen Matthias Wacker und Thomas Hornung. Landkreis und Stadt sind mit jeweils etwa 25 Prozent beteiligt. Der Bund übernimmt die verbleibenden 50 Prozent. Das errechnete sich laut Wacker anhand der Fahrbahnbreite der Straßen. Für den Bau verantwortlich ist, wenn es denn losgeht, das Staatliche Bauamt.

Am 22. Oktober geht die Diskussion über die beiden Vorschläge weiter. In der Sitzung des Bauausschusses ist das Thema Hauptpunkt auf der Tagesordnung. Wacker wird dabei eine Simulation präsentieren, die das jeweilige Verkehrsaufkommen bei Ampel beziehungsweise Kreisel verdeutlicht. Die soll helfen, endlich eine Entscheidung zu finden.