Der Feuerwehrverein Hausen firmiert demnächst unter dem Namen "Freiwillige Feuerwehr Hausen e.V.". Den Weg dazu haben die 60 anwesenden Mitglieder einstimmig bei der jüngsten Jahreshauptversammlung geebnet. Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause für Versammlungen zeigte sich, dass die Häusler Wehr auch weiterhin ein Garant für den örtlichen Brandschutz und eine tragende Säule des gesellschaftlichen Lebens im Stadtteil ist.

Coronabedingt mussten nicht nur die Mitgliederversammlungen der letzten beiden Jahre ausfallen. Auch die 150-Jahrfeier im Jahre 2020 musste kurz vorher abgesagt werden, wie Vorsitzender Jochen Nürnberger berichtete. Auch eine Verschiebung ins Folgejahr scheiterte an den Pandemiebeschränkungen. Dennoch habe der Verein gezeigt, dass er lebt: Aus Eigenmitteln wurde ein Fahrzeug für die Wehr beschafft, die Küche im Gerätehaus wurde neu gefliest und mit Gastronomiemöbeln auf einen hygienischen und ergonomischen Stand gebracht. Außerdem wurde eine Möblierung für die Terrasse hinter dem Feuerwehrhaus beschafft, die seitdem ausgiebig zur Kameradschaftspflege genutzt werde.

Kassier Maximilian Fichtl belegte die Aussagen mit Zahlen. Das Vereinskonto wurde nach seinen Worten deutlich zur Ader gelassen. Alleine die Beschaffung des Fahrzeuges schlug mit 32.000 Euro zu Buche. Während 2019 noch von außerordentlich guten Einnahmen geprägt gewesen sei, brachen durch Corona in den Folgejahren wesentliche Aktivposten weg.

Schriftführer Martin Müller bezifferte den derzeitigen Mitgliederstand auf 228, davon 52 Aktive. Hinzu kämen noch 48 Kinder und Jugendliche, die einen optimistischen Blick in die Zukunft rechtfertigten.

Dass in Hausen sehr gute Nachwuchsarbeit geleistet wird, unterstrichen die Berichte der Kinder- und Jugendwarte Lisa Ullmann und Michael Bomblies. Aus ihren reich bebilderten Vorträgen ging hervor, mit wie viel Engagement und Kreativität die Verantwortlichen und der Nachwuchs bei der Sache sind. Bei lebensnahen Übungen wurde Wissen und Können mit Spaß vermittelt.

48 Mal musste die Häusler Wehr in den Jahren 2019 bis 2021 ausrücken, wie stellvertretender Kommandant Christoph Ullmann berichtete, darunter 35 technische Hilfeleistungen und 13 Brände. In Art und Umfang der technischen Hilfeleistungen spiegle sich auch im Kleinen der Klimawandel wider.

Gerade die Brände erforderten fast immer den Einsatz von Atemschutzgeräteträgern, so Dominik Reichert, Leiter des Atemschutzes. Bei Realbrandausbildungen und im Brandsimulationscontainer hätten sich die derzeit 14 Geräteträgerinnen und Geräteträger darauf vorbereitet.

Kommandant Bernd Czelustek, freute sich, dass "kein Aktiver und keine Aktive in Coronazeiten die Lust verloren hat". Im Gegenteil, man habe mit vielen Neuerungen der Pandemie getrotzt. Die Indienststellung zweier neuer Fahrzeuge habe ebenso dazu beigetragen, wie die Nutzung des Internets für die Ausbildung online.

Ein Förderprogramm der "Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt" habe es möglich gemacht, für 7000 Euro eine interaktive digitale Tafel zu beschaffen, die völlig neue Schulungsmöglichkeiten biete. Ihre Einsatzaufträge erhalte die Aktive Truppe seit einem Jahr auch über zwei spezielle Alarm-Monitore, die von Vereinsmitgliedern gesponsert wurden.

Für die Kreisfeuerwehrführung dankte Kreisbrandmeister Steffen Kiesel für die verlässliche Einsatzbereitschaft. Karlheinz Hanft, neuer Kommandant der Patenwehr aus Kleinbrach, dankte für das gute Miteinander und versprach, die Zusammenarbeit auch weiter fortzusetzen.