Das alte Schulgebäude im Truppenübungsplatz Wildflecken steht seit dem Umzug der Wildfleckener Schule in die sanierte Schule im Ort leer. Eine Nachnutzung des Gebäudes, das sich im militärischen Sicherheitsbereich befindet beziehungsweise ein Verkauf gestaltet sich für den Markt Wildflecken schwierig.

1996 hat der Markt Wildflecken das Schulgebäude für damals 1,4 Millionen DM gekauft. Denkbar wäre ein Rückkauf durch die Bima (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben). Bürgermeister Gerd Kleinhenz und Geschäftsstellenleiter Daniel Kleinheinz berichten über ein Wertgutachten, das allerdings einen negativen Wert mit bis zu 900.000 Euro ergab. Für die Gemeinde ist es indes keine Alternative die Schule an die BIMA zurück zu geben und noch bis zu knapp einer Million zu zahlen, dass sie überhaupt abgenommen wird.

Abriss nicht möglich

Um einen positiven Wert, zumindest für das Grundstück, zu erzielen, wurde bereits versucht eine Förderung für den Abriss des Gebäudes über die Städtebauförderung der Regierung von Unterfranken zu bekommen. Die Regierung lehnte dies jedoch ab, eine Förderung werde nur für Vorhaben in einem Sanierungsgebiet gegeben oder für städtebaulich relevante Einzelprojekte was in einem militärischen Sicherheitsbereich beides nicht der Fall sei. Die Bundeswehr selbst habe auch keinen Bedarf für das leerstehende Schulgebäude.

Vorschläge seitens des Gemeinderates gab es genug: Holger Trump schlug vor, über die politische Ebene das Thema anzugehen. Laut Bürgermeister seien bisherige Versuche über die zuständigen Wahlkreisabgeordneten ergebnislos verlaufen. Herbert Nowak brachte die Idee des Tausches auf die Tagesordnung. Beispielsweise könnte Gelände an der ehemaligen Bahnverladerampe gegen die Schule getauscht werden. Diese Idee soll weiter verfolgt werden, zumal die Gemeinde am ehemaligen Wildfleckener Bahnhofsgelände Pläne für eine Freizeitnutzung verfolge.

Zufahrssitiuation regeln

Sollte über die Bima oder Bundeswehr keine Lösung gefunden werden, bleibe der Verkauf an einen externen Investor. In solch einem Falle müsste die Zufahrtssituation von Seiten der Bundeswehr geregelt werden.

Die Gemeinde könne keine Aussage über die notwendigen Sicherheitsanforderungen treffen. Die Bundeswehr müsse darlegen, wie der Zugang gewährleistet werden könne.

Der weitere Glasfaserausbau Wildfleckens war ein weiteres Thema im Gemeinderat. Vertreter der Firma UGG (Unsere Grüne Glasfaser) stellten ihr Modell vor nachdem sie eigenwirtschaftlich den Glasfaserausbau in der Gemeinde vornehmen würden. Für Wildflecken würden keine Kosten entstehen. Für Grundstückseigentümer hätte es den Vorteil, dass sie kostenfrei zu einem Glasfaseranschluss kommen könnten, allerdings nur mit O2 als Vertragspartner.

Zwar bemühe sich die Firma UGG auch die Deutsche Telekom als Kooperationspartner zu gewinnen, doch soweit sei es noch nicht. Auch sei es möglich lediglich einen Hausanschluss legen zu lassen und keinen Vertragswechsel vorzunehmen. In diesem Fall müsse der Grundstückseigentümer für den Anschluss zahlen. Die Entscheidung ob Glasfaser auf Privatgrundstücken gelegt werde, liege beim Eigentümer.

Die Deutsche Telekom habe ebenfalls Interesse am Glasfaserausbau angemeldet und werde demnächst in Wildflecken ihr Konzept vorstellen. Hartmut Vierle von der Kompetenzstelle des Landkreises Bad Kissingen sagte, wichtig sei, dass das Netz ausgebaut werde. Die oberirdischen Leitungen der Fernseh IG Oberbach werden unterirdisch verlegt.