"Der Null-und Negativzins frisst sich immer stärker in unsere Gewinn- und Verlustrechnung", daneben sorgten auch die Digitalisierung und die detailverliebte Regulatorik im Geschäftsjahr 2019 für große Herausforderungen, erläuterte Vorstand Michael Kaiser den Jahresabschluss  der Volksbank Raiffeisenbank Bad Kissingen eG.

Auf der Aktivseite sind die Kundenforderungen um knapp 30 Millionen Euro auf rund 381 Millionen Euro gestiegen. Erfreulicherweise setze sich der Trend zu mehr Neukreditvergaben fort, so der Fachmann. Vor allem die Bau- Immobilien- und Firmenkundenfinanzierungen nahmen zu. Dennoch: "Wir würden gerne deutlich mehr bonitätsstarkes Kreditgeschäft abschließen!"

656 Millionen Euro umfassen die Wertpapiere und Forderungen an Kreditinstitute, sie machen rund 60 Prozent der Bilanzsumme aus. Hier ist an eine weitere strategische Reduzierung gedacht. Grundstücke, Betriebs- und Geschäftsausstattung liegen bei ca. 5,5 Millionen Euro, die Bilanzsumme ist zum Jahresende 2019 auf rund 1,1 Milliarden Euro angewachsen. Auf der Passivseite weist die größte Bilanzposition "Kundeneinlagen" 885 Millionen Euro aus.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten schlagen mit 104,2 Millionen Euro zu Buche, die Rückstellungen belaufen sich auf 9,9 Millionen Euro. Das bilanzielle Eigenkapital beträgt 60,4 Millionen Euro. Hinzu kommt der Fonds für allgemeine Bankrisiken mit 44 Millionen Euro. In der Gewinn- und Verlustrechnung sei die seit Jahren andauernde Nullzinspolitik der EZB deutlich zu spüren, so Kaiser. "Die Zinserträge haben sich auf 17,6 Millionen Euro verringert!" Demgegenüber stehen die Zinsaufwendungen mit 1,29 Millionen Euro. Unter Berücksichtigung der Provisionen beträgt das Rohergebnis 25,7 Millionen Euro.

Nach Abzug der Kosten, Abschreibungen und Steuern sowie der Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken verbleibt ein Bilanzgewinn von 821 Tausend Euro. Die vorgeschlagene Gewinnverteilung wurde von den Vertretern einstimmig beschlossen. Die Dividende auf die Geschäftsguthaben beträgt unverändert zwei Prozent - die Gesamtausschüttung inklusive Mitglieder-Bonus ist abhängig von der individuellen Nutzung des Bonuskonzeptes. Sie beträgt im Durchschnitt bezogen auf alle Geschäftsguthaben stattliche 5,8 Prozent.

Zinswende blieb aus

Vorstand Kaiser, in der VR-Bank  u.a. zuständig für die Gesamtbanksteuerung, wagte einen kurzen Ausblick für die kommenden Jahre: "Wir stehen wirtschaftlich und gesellschaftlich vor einer sehr herausfordernden Zeit!" Die erhoffte Zinswende blieb aus - im Jahr 2020 sei die Normalisierung der Zinssituation wegen Corona in weite Ferne gerückt. "Niedrigzinsen bleiben die neue Normalität".Die VR-Bank habe viel Energie aufgewendet, die Ertragskraft und Substanz weiter zu stärken: "Es ist unser großes Privileg, dass wir die anstehenden Veränderungen aus einer Position der Stärke angehen können."

Vorstand Jürgen Klubertanz erläuterte im Anschluss die Notwendigkeit einer Satzungsänderung zum Erwerb, der Errichtung, Verwaltung, Betrieb und der Veräußerung von Anlagen zur Erzeugung von regenerativen Energien. Dies ermöglicht der Genossenschaftsbank in Zukunft, in umweltfreundliche Energieprojekte zu investieren.