Rosemarie Wagner und Gerda Martin stehen vor dem ehemaligen VdK-Kurzentrum. Obwohl sie dort mehrmals Urlaub machten, hinein können sie nicht mehr. Das Bad Kissinger Haus des Sozialverbandes steht seit Ende Januar leer. Und das dürfte wohl noch eine zeitlang so bleiben. Der VdK hat das als Hotel geführte Kurzentrum zum Verkauf angeboten.

Grund für den Rückzug waren die Roten Zahlen und ein Renovierungsbedarf in Millionenhöhe, hat der VdK im vergangenen
Jahr wissen lassen. Zwar habe es im VdK-Kurzentrum relativ hohe Belegungszahlen gegeben, das sei aber nur möglich gewesen, weil die Preise unterhalb der Wirtschaftlichkeit gehalten worden seien.
Über eine Schließung habe der VdK nach eigenem Bekunden schon seit längerem nachgedacht, dann aber bis zum endgültigen Aus immer weiter subventioniert.

Bereits vor der Schließung suchte der VdK nach einem Käufer für seine Immobilie. Bis jetzt ohne Erfolg, wie Pressesprecherin Bettina Schubert sagt: "Es rührt sich nichts, es gibt derzeit keinen Interessenten." Verhandlungen mit einer Klinikkette hätten sich zerschlagen. Wobei es laut Bettina Schubarth ohnedies schwierig sei, in diesem Metier Käufer zu finden. Hinzu kommt, dass das ehemalige VdK-Kurzentrum im Sondergebiet Kurgebiet liegt. Und dort sind im Wesentlichen nur Nutzungen im Kur- und Fremdenverkehrsbereich möglich.


Noch optimistisch

Der VdK-Komplex ist noch nicht all zu lange auf dem Markt, man sei nach wie vor optimistisch, einen Interessenten zu finden, betont die Pressesprecherin. Was der VdK macht, wenn sich langfristig kein Käufer findet, ist noch offen. Eine Wiederaufnahme des Betriebs ist unwahrscheinlich.

Jetzt, gut zwei Monate nach der Schließung, sind Rosemarie Wagner und Gerda Martin extra aus dem hessischen Vogelsberg-Kreis nach Bad Kissingen gekommen, um nach "ihrem" Hotel zu sehen. Sechs beziehungsweise sieben Mal waren sie hier zu Gast. "Uns hat es dort sehr gut gefallen", sagt Rosemarie Wagner, die auch die Nähe des Hauses zu den Kuranlagen und zur Innenstadt sehr schätzte. Auch auf Bad Kissingen lassen die beiden Damen nichts kommen: "Wo gibt es noch solch gepflegte Parks und so viele kulturellen Veranstaltungen?"

Wir haben einen Tagesausflug gemacht, weil wir wissen wollte, was aus dem Haus geworden ist, ob es einen neuen Pächter gibt", ergänzt Gerda Martin. Und die beiden Damen sind sich einig: Sie würden sofort wiederkommen, wenn das ehemalige VdK-Haus wieder aufmachen würde - auch unter anderer Leitung.