Rockmusik und Comedy - diese gegensätzlichen Pole vereint der Wahl-Münchner Bewie Bauer in seinem Programm "Ein Teenager wird 45 - Jetzt werd's wampert". Mal waren es seine rockigen Akzente, die das Publikum in der Nüdlinger Gemeindebücherei anheizten, mal die skurrilen Charaktere rund um seine Lebensgeschichte, die Garanten für Heiterkeit und Applaus waren.

Bühnennähe ist in der Nüdlinger Bücherei kein leeres Wort, denn die erste Stuhlreihe hielt die 1,50 Meter Distanzvorgabe zu Bewie Bauers Refugium gerade mal so ein. Mit 30 Sitzplätzen war der begrenzte Raum maximal ausgenutzt. Der Titel "Kultur mittendrin" trifft den Nagel somit auf den Kopf. Die Besucher genossen die intime Atmosphäre und ließen sich von Bauers unbekümmerten und jugendlichen Charme schnell umgarnen.

Der hatte ein breit gefächertes Programm mitgebracht, das sich auf seine persönliche Lebensgeschichte bezieht: Als jüngster von sechs Brüdern in eine musikalische Familie hineingeboren - sichtbar an zwei E-Gitarren mit Namen "Biest" und "Brigitte" - und mittlerweile an der Schwelle zum "Wamperten" stehend - das Profil beweist die Wahrheit dieser Selbsteinschätzung. Daneben war das Radio in den 1980er Jahren prägend für die spätere Laufbahn, die irgendwann auf die Kleinkunstbühnen im Großraum Bayerns und letztlich zu seinem ersten Solo-Programm führte.

Es gab Bewie Bauer - im richtigen Leben Martin Bauer, aber das googelt sich nicht gut - mit Reflexionen zu seinem Alter, denn mit 45 steht man seiner Meinung nach kurz vor der ersten Pflegestufe. Natürlich durfte die Jugendliebe nicht fehlen, doch die endete aufgrund des Größenunterschieds von 30 Zentimetern: "Ich mag keine Fernbeziehung", stellte er fest. Aus Erinnerungen an die überschaubaren 1980er Jahre ergab sich der erste Berufswunsch - "Irgendetwas mit Tieren: Metzger!" - oder unter dem aktuellen Titel "Bauer sucht Frau" die Erkenntnis: "Ich habe keine bestimmten Ansprüche, nur viele Wünsche."

Neben diesen Reminiszenzen gab Bauer die Bühne frei für einige, teils klischeehafte Charaktere. Der überforderte Kulturmanager dingste sich durch einen Wortbeitrag ohne Inhalt, der Bürgermeister Hans Rampfinger stolperte in seinem Grußwort mit unverständlichen Wortfetzen zum Stichwort "CSU" und bekannte: "Kinder sind die Zukunft. Bei meinem eigenen Sohn blicke ich zuversichtlich ..... in ein schwarzes Loch." Etwas derber ging es mit dem "Specki" zu, der im "g'scherten" Münchner Dialekt von seinen Rottweiler "Nancy" zum Gender-Wahnsinn kam und der später nochmals zum eingespielten "Ein Münchner im Himmel" mit einem kräftigem "Halleluja" granteln durfte. Das Gegenstück war Papst Benedikts Singsang, dessen musikalische Ader er mit der Sixtinischen Kapelle erklärte. Bewie Bauers Liebe gehört dem Rock 'n' Roll, das sah man nicht nur am Equipment, sondern erkannte man an den amüsanten Geschichten rund um die E-Gitarren, die für ihn den gleichen Wert haben wie Schuhe oder Handtaschen für Frauen: "Kaufen zum Ausgleich von Enttäuschungen."

Mit Musik ergänzte er auf der roten Herzchen-Gitarre das unterhaltsame Geplauder und schaffte so die Verbindung zu seinen Liedern.

Diese thematisierten mal Witziges zum Zahnarztbesuch, mal Originelles zum "Gen-Pool"-Mischlingshund, mal Sarkastisches: "Wer am lautesten plärrt, wird g'hört". Das Publikum bedankte sich mit Applaus für den amüsanten Abend, der zwar eher die seichten Themen bevorzugte, aber von guten musikalischen Beiträgen und von der "Schwiegersohn"-Ausstrahlung Bauers getragen wurde.