In Zeiten vor Corona war das Fest Kreuzerhöhung auf dem Kreuzberg stets ein Fest mit vollen Kirchenbänken. Die Blaskapelle spielte und es fand eine Prozession rund um die Klosteranlage statt. Das war in diesem Jahr alles anders. Es wurde nicht offiziell eingeladen, damit die wenigen in der Kirche zur Verfügung stehenden Plätze ausreichen. Um den Hygiene-Auflagen Rechnung zu tragen, gab es nur eine beschränkte Anzahl an Sitzplätzen, die beim Betreten der Kirche individuell zugewiesen wurden.

Bischof em. Friedhelm Hofmann ließ es sich nicht nehmen, dennoch zum Hochfest Kreuzerhöhung zum Heiligen Berg der Franken zu kommen. Pater Georg Andlinger hatte ihn schon lange vor Corona als Festprediger eingeladen. "Selbstverständlich kommt der Bischof", diese Aussage habe er aus dem Büro des emeritierten Bischofs wenige Tage vor dem Fest bekommen. "Wir freuen uns, dass Sie auch mit einer kleineren Schar Gottesdienst feiern."

Das Fest Kreuzerhöhung ist zugleich auch das Patronatsfest des Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Sie konnten in diesem Jahr nicht zum Kreuzberg kommen und wurden von Landrat Thomas Habermann vertreten, der ein Mitglied des Ritterordens ist.

Zeichen der Erlösung

Das Hochfest Kreuzerhöhung erinnert an das Auffinden des Kreuzes Christi am 13. September 326 und dessen feierliche Präsentation in der Grabeskirche am darauffolgenden Tag. Seit der Antike sei es üblich, das Fest Kreuzerhöhung am 14. September zu feiern, erklärte der Bischof.

Der Kreuzberg spiele im Bistum Würzburg eine besondere Rolle und sei fest mit dem Kreuz verbunden. In seiner Predigt stellte er das Kreuz als Zeichen der Erlösung für jeden einzelnen Menschen vor. Jesus Tod am Kreuz verdeutliche die Liebe des Vaters zu seinen Kindern und damit den Blick auf das Wesentliche. Wer den Blick auf das Kreuz richte, der habe einen Leitfaden - auch durch die momentane Krise. Doch der Kirche gelinge es häufig nicht mehr, diese Botschaft der Erlösung und die Frohe Botschaft des Evangeliums, den Menschen zu vermitteln. "Die Kirche hat Federn gelassen. Die Menschen verstehen die Botschaft des Glaubens nicht mehr."

Der Bischof fragte: "Sind wir Menschen nicht strahlend genug? Erleben sie an unserer Lebensführung die Freude des Evangeliums?" Das Interesse der Menschen an Spiritualität, die Suche nach Orientierung und Zuspruch sei einerseits sehr groß, doch der Bischof bedauerte: "Viele konzentrieren sich auf das was sie sehen und was der Verstand ermessen kann, das dahinterstehende gerät aus dem Blick."

Er ermutigte die Gottesdienstbesucher den Glauben in den Familien, in Freundschaften und am Arbeitsplatz zu bekunden und die Freude an der frohen Botschaft zu verkünden.

In den Liedern und Gebeten dieses besonderen Gottesdienstes wurde das "Heilige Kreuz" besonders verehrt. Zum Abschluss gehörte der Segen mit dem Kreuzpartikel.