Auf Kurgäste der besonderen Art trifft man jetzt in Bad Kissingens Grünanlagen. Statt der sonst zahlreichen Besucher besetzen jetzt aus Ton geformte Menschen die in diesen Tagen leeren Bänke im Kurgarten, lauschen der Musik im Klanggarten, genießen die Stille am Kneippbecken oder die prachtvolle Aussicht im Rosengarten. Es sind 27 Plastiken der Würzburger Künstlerin Hilde Würtheim (67), die mindestens bis zum 15. November in Bad Kissingen noch zu Gast sind und als attraktive Fotomodelle bereitstehen.

Eigentlich sollte die seit langer Zeit geplante Ausstellung dieser "Menschen des modernen Alltags", wie die 1953 in Werneck geborene Bildhauerin ihre Skulpturensammlung nennt, ein wirkungsvoller Auftakt zur diesjährigen Sommersaison sein und die jährlich 250 000 Übernachtungsgäste und Millionen Tagesgäste der Kurstadt erfreuen. Doch nun ist die Situation unerwartet eine ganz andere. Wegen des noch immer andauernden Reiseverbots und der fehlenden Gäste hatten Staatsbad GmbH und Kurgärtnerei schon überlegt, auf die Ausstellung zu verzichten.

"Jetzt erst recht", beschlossen schließlich Kurdirektorin Silvie Thormann, Kurgärtnerei-Leiter Holger Paff und Bildhauerin Hilde Würtheim. Sie denken sogar darüber nach, die wetter- und winterfesten Skulpturen vielleicht bis zum nächsten Sommer stehen zu lassen.