Umringt von Rettern starb am Dienstag ein Mann aus dem Landkreis Straubing-Bogen, Niederbayern, in der Kabine seines Baggers. Beim Versuch, die Außenwand der ehemaligen Kirche in Oberwildflecken einzureißen, stürzten Teile des Giebels auf ihn nieder. Ein schweres Betonstück versperrte den Einsatzkräften den Zugang zum Führerhaus. Der 31-Jährige erlag seinen Verletzungen noch bevor er aus den Trümmern befreit werden konnte.

Der Notruf erreichte die Einsatzzentrale um 16.45 Uhr. Der Baggerfahrer, der im Innenraum der Kirche arbeitete, wollte die Wand nach innen hin einreißen. Doch die Situation geriet außer Kontrolle, als plötzlich Teile des Giebels hinabstürzten und den Bagger unter sich begruben. Der Fahrer war zunächst noch ansprechbar und wurde während der Rettungsarbeiten auch medizinisch versorgt - so gut es eben ging. Nach Berichten am Unfallort bekam er eine Narkose verabreicht. Trotz intensiver Bemühungen gelang es nicht, den Mann rechtzeitig zu befreien. Er starb etwa eineinhalb Stunden nach dem Unfall.

80 Einsatzkräfte vor Ort
Rund 80 Einsatzkräfte waren im Einsatz, darunter die Feuerwehren aus Oberwildflecken, Wildflecken, Bischofsheim, Bad Brückenau sowie die Feuerwehr der Bundeswehr. Kreisbrandrat Benno Metz führte die Regie am Unfallort. Außerdem war ein Bergezug des Technischen Hilfswerks Bad Kissingen sowie die Schnelleinsatzgruppe des Bayerischen Roten Kreuzes und ein Rettungshubschrauber vor Ort. Nur mit schwerem Gerät gelang es den Feuerwehrleuten, das Betonteil mit Hilfe von zwei Seilwinden anzuheben und so zu sichern, dass Rettungsdienst und Notarzt zu dem Schwerverletzten vordringen konnten.

Währenddessen wuchs die Angst, dass die Außenwand des Gebäudes weiter einstürzen könnte. Zum einen drückten die Trümmer dagegen, zum anderen lag die Schaufel des Baggers noch oben auf der Mauer. Die Feuerwehr der Bundeswehr organisierte einen Bergepanzer. Er reichte zwar nicht bis an die Schaufel heran, stützte die Wand aber vorsorglich ab. "In solchen Notfällen leistet die Bundeswehr natürlich Hilfe", sagte Thomas Fuhrmann, Leiter des Truppenübungsplatzes.

Kriminalpolizei ermittelt
Einige Schaulustige waren zum Unfallort in die Schlesierstraße gekommen, doch sie blieben hinter der Absperrung und verhielten sich "eher zurückhaltend", wie Herbert Markert, Leiter der Polizeiinspektion Bad Brückenau (PI) berichtete. Die Straße bleibt bis auf Weiteres für den Verkehr gesperrt, eine Umleitung wurde eingerichtet.



Die Kriminalpolizei Schweinfurt übernahm bereits am Unfallort die Ermittlungen zur Unglücksursache. In die laufenden Ermittlungen wurden auch das Gewerbeaufsichtsamt und die zuständige Berufsgenossenschaft eingeschaltet.