Ausgerechnet in seinem 50. Jubiläumsjahr befindet sich der CSU-Ortsverband Thundorf in einem Tief. Die Talfahrt begann bereits vor mehreren Jahren. Nach der Wahl von Gerhard Heilmann (2011) gab dieser das Amt nach zwei Jahren wieder ab, weil er sich nach eigener Aussage nicht in der Lage sah, dieses ordnungsgemäß auszuüben. Sein Nachfolger wurde Kreisrat Egon Klöffel (2013), der ein Jahr später zum Bürgermeister der Gemeinde Thundorf gewählt wurde. Ihm fehlte nach eigener Aussage die Zeit, denn das Bürgermeisteramt, seine Schreinerei und das Bestattungsunternehmen nahmen viel Zeit in Anspruch. Trotzdem behielt der den Vorsitz inne.

Seit 2013 fand lediglich eine Ortsversammlung (2016) statt. Es wurden seither keine politischen Versammlungen und Veranstaltungen mehr abgehalten und es wurden auch keine satzungsgemäßen Delegierten gewählt. Damit war ein Mitspracherecht bei Wahlversammlungen auf Kreisebene nicht möglich. Selbst bei seiner Aufstellung für die Kreistagsliste hatte Klöffel seine örtlichen Parteifreunde nicht eingebunden. Bei der jüngsten Kommunal- bzw. Kreistagswahlwahl blieb den Mitgliedern deshalb nur die Zuschauerrolle. Durch die Rückgabe des Gemeinderatsmandats durch Klöffel, ist in der kommenden Legislaturperiode kein CSU`ler mehr im Gremium vertreten. Dabei war der CSU Ortsverband stets federführend, wenn es um die Kommunalwahlen ging und stellte seit der Gebietsreform auch immer den Ersten Bürgermeister.

Gegründet wurde der Ortsverband (OV) am Freitag, 22. Mai 1970 im Gasthaus Pfennig in Thundorf. Motor dieser Gründung war Ludwig Schmitt aus Theinfeld, der bereits Mitglied des am 17. Februar 1967 gegründeten OV Weichtungen war. Diesem OV hatten sich einige Parteifreunde aus Thundorf, Theinfeld, Rothhausen und Weichtungen bei der Gründungsversammlung in Theinfeld angeschlossen. Ludwig Schmitt wurde das Amt des Vorsitzenden übertragen wurde. Zu seinem Stellvertreter wurde Richard Saal und zum Kassier Anton Friedrich gewählt. Ferner gehörten dem Gründungsvorstand Emil Schmitt, Rudolf Pfennig, Leo Wiener, Willi Heilmann und Konrad Seufert an. Bis auf Philipp Bauernschubert, sind die anderen 20 Gründungsmitglieder bereits verstorben.

Ludwig Schmitt führte den OV von 1970 bis 1991. Ihm folgte Anton Bauernschubert bis 2011. In diesen Jahren kamen außergewöhnliche Wahlergebnisse, vor allem in den Gemeindeteilen für die Partei zustande. Dem Vorsitzenden und Kreisrat Ludwig Schmitt war es zu verdanken, dass Thundorf mit dem Besuch des damaligen Parteivorsitzenden Franz-Josef Strauß zum Kolpingjubiläum am 1. Juli 1973 ein ganz außergewöhnliches Ereignis erleben durfte. Rund 4000 Zuhörer verfolgten damals die Rede von Strauß und viele erinnern sich heute noch an diesen Tag. Viele Minister und Staatssekretäre aus Bayern und Thüringen, besuchten den OV und beim 40-jährigen Jubiläum schloss die Straußtochter Monika Hohlmeier vorläufig den Kreis der prominenten Gäste.

Der CSU OV Thundorf wurde 2011 neu aufgestellt. Anstelle von Anton Bauernschubert übernahm für zwei Jahre Gerhard Heilmann den Chefposten und anschließend Egon Klöffel. Bei der Amtsübernahme von Anton Bauernschubert waren es 30 Mitglieder. Diese Zahl wurde bis auf 46 gesteigert und bei der Amtsübernahme von Heilmann waren es noch 31, bei der Wahl von Egon Klöffel nur noch 27 und heute nur noch 14 Mitglieder. Es ist nicht nur der Rückgang der Mitglieder, auch die Ausflüge und Städtereisen und Veranstaltungen, gehörten ebenso dazu, wie die politische Arbeit vor Ort.