Eine längere und lebhafte Diskussion gab es unter den Ratsmitgliedern am Montag über den Antrag des Vereins für Rasenspiele (VfR). Das Weinfest vom 12. bis 14. Juli war für den VfR der Anlass, sich für einen Durchbruch der Mauer am ehemaligen Kindergarten, nahe dem Dorfplatz, einzusetzen. Die Räte machten sich zunächst ein Bild vor Ort, debattierten dann und entschieden am Ende mit 5:3 Stimmen dafür.

"Diese 150 Jahre alte Mauer soll stehen bleiben", setzte sich Bürgermeister Konrad Weingart (CSU/WG) energisch für den Erhalt ein. Für einen bequemen Zugang bei Festen sei weder ein schmaler Durchbruch noch ein kompletter Mauerfall nötig.

Unterschiedliche Ansichten

"Die 60 Meter Umweg kann jeder in Kauf nehmen", war sich Weingart mit Michael Schmitt (FWG) einig. "Unser gemeindliches Grundstück hinter dieser Mauer kann nicht so ohne Weiteres betreten werden", äußerte 2. Bürgermeister Franz Diez (FWG) eine gegenteilige Meinung. "Als Gemeinde sollen wir das Engagement der Vereine unterstützen", befürwortete Ralf Ruppert (FWG) ebenfalls eine Maueröffnung. "Dieser Durchgang soll aber verschließbar sein", forderte Gabriele Dehmer (SPD).

Alle paar Jahre gibt es eine TÜV-Untersuchung von Spielplätzen. Die aktuelle Mängelliste war der Grund für einen Besuch der Räte vor Ort. Im Fokus standen einige zu reparierende Spielgeräte und ein sieben Meter hoher Bolzplatz-Zaun, der in seiner Länge zu ergänzen ist. "Außerdem sollen am Rand des Geländes noch Ahornbäume gepflanzt werden", gab Weingart bekannt.

Grünes Licht erhielt die Firma Heim aus Nüdlingen, die für knapp 3500 Euro das schadhafte Dach des Leichenhauses reparieren soll. Den Segen des Landratsamtes erhielt der Haushalt 2013 der Gemeinde. Dankesworte im Namen der Gemeinde hatte Weingart für den Erlös aus dem Kindergartenfest.

Kein Tempolimit in Hauptstraße

Ein Absage erteilte das Landratsamt zu einer Anfrage für ein Tempolimit in der Hauptstraße. "Aus Rechtsgründen gibt es keine 30 km/h", las Weingart das Schreiben vor. Außerdem sei der Verkehrsschilderwald zu verkleinern und nicht zu vergrößern.

Zum absoluten Schmuckstück ist der neue Dorfplatz geworden. So ergänzten jetzt einige Räte mit ihren Anregungen das Wohlfühlambiente. Diez schlug vor, an der offenen Bachstelle eine Haltestange für ein Kneippbad anzubringen. Ruppert möchte eventuellen Verunreinigungen des Dorfplatzes mit einem Hunde-WC (Dog-Station) vorbeugen.

In jedem Fall wollen die Räte den Förderprogrammen des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes (ILEK) im Saaletal künftig mehr Aufmerksamkeit widmen. "Engagiert euch wie eure Vorgänger damals zur Gebietsreform!", ermunterte Weingart das Gremium.

Die Fördermittel der Dorferneuerung seien zu nutzen und den Leerständen im Dorf entgegenzuwirken. Mehr individuelle Beratungsqualität forderte Diez von den unterstützenden Planungsbüros und kritisierte: "Da wurde bisher bloß abgekupfert". Ralf Ruppert meinte: "Ein konkreter Plan für Sulzthal würde helfen."

Simone Schmitt geht

Bürgermeister Konrad Weingart verabschiedete Schriftführerin Simone Schmitt. "Sie haben der Verwaltungsgemeinschaft Euerdorf, der die Gemeinde Sulzthal angehört, viele Jahre lang treue Dienste geleistet", bedankte er sich. Schmitt wechselt zum Landratsamt.