Wie geht es weiter mit dem ehemaligen Spielplatz- und Minigolf-Gelände an der Lindesmühlpromenade im Luitpoldpark? Diese Frage wird künftig vor Gericht verhandelt. Die Staatsbad Bad Kissingen GmbH teilte gestern in einer schriftlichen Erklärung mit, dass der Pachtvertrag mit dem Investor im März gekündigt wurde und dass dazu aktuell ein Gerichtsverfahren läuft.

Zum Hintergrund: Die Staatsbad hatte die Minigolfanlage bereits 2013 zurückbauen lassen, als bekannt wurde, dass die Spielbahnen asbesthaltig waren. Weil auch der Spielplatz in die Jahre gekommen und größere Investitionen nötig geworden waren, hatte die Kurverwaltung das 8000 Quadratmeter große Areal im Juli 2018 an die Firma Tour Green verpachtet. Die versprach, dort eine Adventure-Golf-Anlage zu errichten. Der Geschäftsführer der Firma, Bodo Korczynski, kündigte damals gegenüber der Redaktion und bei einem Pressegespräch an, die Anlage nach einer Bauzeit von drei bis vier Monaten im Sommer 2019 zu eröffnen. Zwischen 10 000 und 40 000 Besuchern sollten je Saison zum Spielen kommen, mindestens 350 000 Euro sollten investiert werden.

Keine einvernehmliche Lösung

Um das Areal herum wurden zwar Bauzäune aufgestellt, sonst ist seitdem allerdings nichts geschehen. Die Staatsbad Bad Kissingen hat "auf unterschiedlichen Wegen Kontakt zur Tour Green GmbH aufgenommen und versucht, persönliche Gespräche zu führen", erklärt Pressesprecherin Ines Hartmann auf Anfrage.

Doch es gab weder einen Baustart, noch gelang es offensichtlich beiden Parteien, eine einvernehmliche Lösung zu erreichen. Der Streit um den gekündigten Pachtvertrag landet deshalb demnächst vor Gericht. Zu weiteren Details machte die Staatsbad mit Verweis auf das laufende Verfahren keine Angaben.

Die geplante Golfanlage war in der Stadt ohnehin nicht unumstritten. Gerade Familien trauern dem großen und idyllisch gelegenen Spielplatz hinterher. Im aktuellen Spielplatzkonzept der Stadt ist die Anlage an den Tennisplätzen deshalb immer noch mit aufgeführt. Von seiner Lage her sei der Spielplatz unverzichtbar. Die Stadt bekundete in dem Zusammenhang Anfang des Jahres ihr Interesse, das Gelände selbst von der Kurverwaltung zu pachten, falls der Investor nicht selbst tätig wird.

"Wir möchten das Areal selbstverständlich den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Gästen zur Freizeitnutzung zur Verfügung stellen", wird Kurdirektorin Sylvie Thormann, Kurdirektorin in der Erklärung der Staatsbad GmbH zitiert. Bis das Gerichtsverfahren abgeschlossen ist, habe das Unternehmen aber keinen Zugriff auf die Fläche und könne keine weiteren Maßnahmen umsetzen. Solange "sind uns die Hände gebunden", so Thormann.

Tour-Green Geschäftsführer Korczynski reagierte am Freitag bis Redaktionsschluss nicht auf die Anfrage der Redaktion.