Straßen sind elementarer Teil des Verkehrsnetzes. Seit gut zehn Jahren steht der Ausbau der St2290 zwischen Stangenroth und Gefäll an. Das Projekt verzögerte sich im Lauf der Jahre. Pendler aus den Schwarzen Bergen haben derzeit wohl ein Deja-vu. Denn wie auch damals, finden sich wieder rechts und links der Trasse Markierungsstützel aus Holz. Die Ursache: Das staatliche Bauamt Schweinfurt möchte das 1,8 Millionen Euro teure Projekt wieder angehen. Ursprünglich hatte der Freistaat mit 2,5 Millionen Euro höhere Kosten angesetzt.

St2290 zwischen Stangenroth und Gefäll: Teil des 7. Ausbauplans für die Staatsstraßen

Geplant war, das Vorhaben mit dem 7. Ausbauplan für die Staatsstraßen in Bayern anzugehen. Dieser entstand im Jahr 2011. Erste Arbeiten fanden damals bereits statt. Mahdarbeiten und Markierungen sind Pendlern im Kopf geblieben.

Der Ausbau war damals jedoch als Reservemaßnahme angesetzt - also als Projekt, das kostenneutral gegen solche mit erster Dringlichkeit getauscht werden kann (wir berichteten). Komme es zum Tausch, stünden die Bauarbeiten zwischen Gefäll und Stangenroth zwischen 2021 und 2025 an.

Ausbau der St2290: Andere Projekte waren dringlicher

Das geschah dann auch: "Die Bauausführung musste aufgrund anderer dringlicher Projekte verschoben werden", teilt Nina Löhner, Pressesprecherin des staatlichen Bauamts Schweinfurt, mit. Bei Bürgerversammlungen sorgte das immer wieder für Nachfragen an den damaligen Burkardrother Rathauschef, Waldemar Bug (ödp). 2017 führte der Kommunalpolitiker jedoch einen anderen Grund an: Aufgrund klammer Kassen müsse die Sanierung verschoben werden (wir berichteten).

Der Plan für den Ausbau entstand jedoch schon in den 2000er Jahren wegen des anstehenden Flurbereinigungsverfahrens. "Der abschließende Vorentwurf wurde 2017 genehmigt", teilt Nina Löhner mit. In dem Konzept korrigierten die Behörden auch die Kosten: Die 2,5 Millionen aus dem Ausbauplan wichen der Summe von 1,8 Millionen Euro.

Etappenstück zwischen Kreuzung bei Premich und Stangenroth: Baubeginn im kommenden Jahr

Nach derzeitigem Sachstand ist der Baubeginn im kommenden Jahr vorgesehen. Erste Arbeiten fanden jedoch schon früher statt. Der jetzige Bürgermeister, Daniel Wehner (CSU), sagt: "Vor zwei oder drei Jahren sind dort schon Bäume gefällt worden." Vor kurzem folgten weitere Tätigkeiten: "Das staatliche Bauamt bereitet den Ausbau vor. Sie haben Flächen gemäht und gemulcht."

Die Mäharbeiten geschehen nicht ohne Grund schon weit vor dem Baubeginn: Die Behörde hat in ihren Untersuchungen erkannt, dass im Straßenumfeld der Ameisenbläuling anzutreffen ist. Dabei handelt es sich um einen Schmetterling, der auf der roten Liste mit dem Status "gefährdet" geführt ist. Das staatliche Bauamt hat deshalb zwei Vergrämungsmahden angesetzt. Diese müssen zeitlich versetzt sein. Deshalb setzt das Bauamt als frühestmöglichen Beginn der Bauarbeiten den Herbst kommenden Jahres fest. Bis zum Herbst 2023 soll dann der Vollausbau beendet sein.

St2290: Warum eine Sanierung nicht genug ist

Den Abschnitt zu sanieren, reiche nicht aus. "Die St 2290 genügt im Ausbaubereich hinsichtlich Fahrbahnaufbau, Trassierung und Querschnitt nicht mehr den Anforderungen, die an eine Staatsstraße zu stellen sind", sagt Nina Löhner. "Der vorhandene Fahrbahnaufbau sowie die Linienführung der Straße sind unstetig, so dass ein Vollausbau erforderlich ist." Hinzu kommt, dass der Gesamtaufbau der Straße nicht frostsicher ist und den gestiegenen Verkehrsbelastungen nicht mehr gewachsen ist. Täglich sind dort laut Bauamt 3400 Fahrzeuge unterwegs - darunter 250 Lkw.

Im Rahmen der Bauarbeiten erhält der Abschnitt eine neue Entwässerung. Außerdem verbreitert die Behörde die Straße von 5,40 auf 6,50 Meter. Beim Ausbau orientiert sich das staatliche Bauamt am bereits vorhandenen Straßenverlauf. Dadurch würden - so die Behörde - "die Eingriffe im Umfeld vergleichsweise gering ausfallen".