TSV Friedberg - HSC Bad Neustadt 29:24 (12:13) - Eine böse Überraschung für den Tabellenführer. Als klarer Favorit in den Landkreis Augsburg angereist, fuhr man ohne Punkte nach Hause. Nach zwei Auswärtsniederlagen in Folge ist der Vorsprung auf Platz zwei wegen des gleichzeitigen Heimsieges der Coburger auf vier Punkte geschmolzen. "Die Niederlage beruhte auf Verletzungspech und auf einem kollektivem Versagen in der letzten Viertelstunde", sprach HSC-Coach Matthias Obinger zerknirscht "vom wahrscheinlich schlechtesten Saisonspiel".
Die Kurstädter gingen nach einer Minute durch einen Treffer von Goran Djuricin in Führung, dem danach aber in der Offensive nur noch wenig gelang.
Nach dem Ausgleichstreffer war schon nach drei Minuten die medizinische Abteilung des Tabellenführers gefordert, nach einem unglücklichen Zusammenprall sprang bei Franziskus Gerr die Kniescheibe heraus, der Innenblock in der Defensive war gesprengt. Diese Schwächung nutzte der immer noch abstiegsgefährdete Gastgeber durch Treffer von Kreisläufer Claudio Schneck, dem Außen Simon Lodemann und ihrem Strafwurf-Experten Miro Ilic zur 3:1-Führung. Apropos Siebenmeter: Dem Spitzenreiter wurde kein einziger zugesprochen, "was seltsam war, denn man hätte welche pfeifen können", meinte Obinger, der auch mit der einen oder anderen Zeitstrafe nicht einverstanden war. "Aber wir sollten die Schuld an der Niederlage nicht in den Schiedsrichterentscheidungen suchen, sondern uns an der eigenen Nase packen."
Der 2:5-Rückstand nach acht Minuten leitete die beste und konzentrierteste Phase der Rot-Weißen ein, die fünf Tore in Folge (2x Valkovskis, 2x Hines und Wicklein) erzielten und so die ersten Sorgenfalten ins Gesicht von TSV-Coach Harald Rosenberger trieben. Dessen Schützlinge gingen zwar binnen drei Minuten wieder mit 8:7 in Führung, doch Vilim Leskovec, Hines und Margots Valkovskis, der in der 20. Minute den letzten seiner insgesamt drei Treffer erzielte, sorgten für das 8:10. Zwei Zeitstrafen binnen zehn Sekunden für Valkovskis und Djuricin nutzten die Einheimischen zum Ausgleich (11:11), sie vergaben kurz darauf die mögliche Führung, als ihr erfolgreichster Schütze, Spielertrainer Manuel Vilchez-Moreno (8) , mit einem Siebenmeter an Rostislav Badura scheiterte. Als Maximilian Schmitt und Hines ihre Farben mit Vorsprung in die Kabine führten, schien die Welt bei den Saalestädtern noch in Ordnung zu sein.

Mangelnde Konzentration

Denn normalerweise ist der zweite Durchgang die vergleichsweise bessere Spielzeit der Obinger-Sieben, doch diesmal war sie es nicht. Man geriet schnell in Rückstand, weil man in den Anfangsminuten den TSV-Rückraum-Akteur Andreas Dittiger, dem ein Hattrick gelang, nicht in den Griff bekam. Bei den Gästen hielt dann fast nur noch Emil Feuchtmann-Perez dagegen, der mit seinen Treffern sein Team im Spiel hielt. Der chilenische Nationalspieler und seine Nebenleute konnten allerdings einen Zwei-bis Drei-Tore-Rückstand bis zur 45. Minute nicht verhindern, "weil wir in allen Mannschafts teilen unkonzentriert agierten und die Geschenke, die der Gegner in Form von unnötigen Ballverlusten verteilte, nicht annahmen", kommentierte Obinger die spielentscheidenden Minuten. Über die Zwischenstände 21:18 (46.) und 22:19 ( 50.) bestand noch Hoffnung beim Spitzenreiter, der in den letzten zehn Minuten seine gefürchtete Aufholjagd einläuten wollte. Doch diese wurde nach einer Zeitstrafe für Hines erst einmal gestoppt, die Hausherren bauten unter der frenetischen Anfeuerung ihrer Fans den Vorsprung erstmals auf vier Treffer zum 24:20 aus. Auch eine Auszeit sieben Minuten vor dem Spielende brachte aus Sicht der HSCler keine Besserung, weder in spielerischer Hinsicht noch was das Ergebnis anging. Aufgrund des anstehenden schweren März-Programmes setzte der HSC-Trainer gleich ein Zeichen, am Sonntagmorgen konnten Bad Neustadts Brötchen-Käufer die Mannschaft beim Joggen im Kurpark besichtigen.
Tore für den HSC: Emil Feuchtmann-Perez (7), Gary Hines (5), Vilim Leskovec (4), Margots Valkovskis (3), Jan Wicklein (2), Goran Djuricin (2), Maximilian Schmitt (1).