Damit lag der 49-jährige Maschinenbauschlosser aus der Kugellagerstadt über zwölf Sekunden vor seinem Eichenbühler Kronprinzen Norbert Brenner (Opel Vectra V8 DTM /5:18,422). Dritter des Gesamtklassements wurde mit dem Kitzingers Klaus Hoffmann (Opel Astra V8 DTM/5:24,824) ein weiterer Unterfranke.

Besonders imposant war Langs Vorstellung im zweiten Wertungslauf, als er auf dem 4,2 Kilometer langen und mit 249 Höhenmetern gespickten Hochgeschwindigkeitskurs hinauf zur Hochrhönstraße in 1:40,266 Minuten einen neuen Streckenrekord aufstellte. Die alte Bestmarke datierte aus dem Jahr 2009, als der Schweizer Marcel Steiner mit einem BMW-Martini 1:40,859 Minuten benötigte. "Das ist ein fast perfekter Lauf gewesen", so Lang, der tags zuvor noch einmal in neue Reifen investiert hatte und die jetzige Bestmarke auch auf eine kontinuierliche technische Weiterentwicklung seines Gefährts zurückführt.
Da sei die alte Bestmarke einfach fällig gewesen, woran er - zumindest in dieser Deutlichkeit - jedoch auch nach dem Appetitanreger "Datenauslesen des ersten Laufes" noch nicht wirklich glauben mochte. "Schließlich verbessert man einen mit Geldprämie dotierten Streckenrekord normalerweise auch nur häppchenweise." Der Streckenrekord überrascht umso mehr, weil Lang von der Konkurrenz nicht wirklich ernsthaft gefordert wurde - was der Motivation und Bestzeiten gemeinhin eher abträglich ist.

Starke Lokalmatadoren

Die Lokalmatadoren trumpften vor allem in der Gleichmäßigkeitsprüfung der Tourenwagen groß auf, wo der Wülfershäuser Axel Reß (Renault Alpine V6 Turbo) und Dominik Schlott aus Mellrichstadt (Ford Focus) mit minimalem Rückstand gegenüber dem siegreichen Mario Heß (Igersheim/Opel Astra GSI 16V) auf den Podesträngen zwei und drei einfuhren.

Um die Medaillenplätze der Gesamtwertung hätte auch gerne der Stangenröther Sebastian Schmitt (Opel-Astra DTM V8) gewetteifert, für den das Rennen aufgrund einer gerissenen Schraube jedoch schon beendet war, als es noch gar nicht richtig angefangen hatte. Einen technischen Defekt beklagte auch der Stettener Reiner Hergenhan, bei dem auf den letzten Metern des zweiten Wertungslaufes die Benzinpumpe streikte. "Im dritten Durchgang habe ich dann am Ende absichtlich langsamer gemacht, aber leider zu viel Gas weggenommen", berichtet der 60-jährige Kfz-Meister, der bei seinen Rennsport-Aktivitäten die volle Rückendeckung seiner Familie genießt. "Zum Glück ist mir auch noch nichts passiert."

Ebenso wie Reiner Hergenhan startete auch der 52-jährige Tiefbau-Polier Werner Höchemer in der Gleichmäßigkeitsprüfung. Mehr oder weniger aus Jux und Tollerei, um auch einmal als Aktiver das einzigartige Hauenstein-Feeling aufzusagen. Obgleich er letztlich nicht in den Kampf um die vorderen Platzierungen eingreifen konnte, war der Berg-Debütant aus dem Burkardrother Ortsteil Zahlbach hernach hellauf begeistert. Nicht nur von der Veranstaltung selbst, sondern auch von der Unterstützung seines Arbeitgebers, der ihm kurzerhand einen Bus zu Transportzwecken zur Verfügung gestellt hatte.

Der besondere Dank des MSC-Vorsitzenden Christian Röder (Burglauer) galt allen, die zum Gelingen der Veranstaltung beitrugen. Nach doch einigermaßen wechselhaften Witterungsbedingungen beim Training habe man letztlich perfektes Rennwetter gehabt, so dass man trotz des ein oder anderen kleineren Zwischenfalls auch seinem Ruf als straffer Organisator wieder alle Ehre machte.

Für den Umweltschutz

Ein besonderes Highlight für die Zuschauer stellte die Rückführung der Fahrzeuge über die Strecke dar, die auch Organisationsleiter Christian Leutheuser (Reyersbach) als äußerst gelungen empfand. Hervorgehoben wurden von Leutheuser auch nochmals die zahlreichen Umweltschutz-Aktivitäten des Vereins, der insoweit sehr hohe Ansprüche an sich selbst stelle. Ebenso wie bei der Einhaltung des Zeitplans, der trotz des Rekord-Starterfeldes von 184 Fahrzeugen einmal mehr exakt durchgezogen werden konnte.


Ergebnisse

Gesamtwertung: 1. Uwe Lang (Schweinfurt/Osella PA 20 S Evo) 5:06,383 (1:41,739/1:40,266/ 1:44,378) Minuten; 2. Norbert Brenner (Eichenbühl/Opel Vectra V8 DTM) 5:18,422 (1:46,774/1:45,522/1:46,126); 3. Klaus Hoffmann (Kitzingen/Opel Astra V8 DTM) 5:24,824 (1:49,462/1:48,015/ 1:47,347); 4. Frank Debruyne (Neuried/Dallara F303 Opel Spiess) 5:33,107 (1:52,035/1:50,040/1:51,032); 5. Herbert Stolz (Innsbruck/Porsche 935 DP II) 5:35,333 (1:53,266/1:52,536/1:49,531).

A/R2/R3/F/CTC/CGT

Klasse 15 (bis 2000 ccm/6 T.): 1. Jochen Stoll (Gundersweiler/Peugeot 306 S 16) 6:34,977; ... 3. Alexander Reder (Oberelsbach - MSC Rhön/BMW 318is) 6:42,515.

E2-SH/GT1/GT2/GT3/R-GT

Klasse 26 (über 2.000 ccm/3 T.): 1. Norbert Brenner (Eichenbühl/Opel Vectra V8 DTM) 5:18,422.

E2-SC/C3/CN/CSG

Klasse 29 (bis 2.000 ccm/4 T.): 1. Bernd Letmade (Detmold/Norma M20) 5:41,210.
Klasse 30 (bis 3.000 ccm/2 T.): 1. Uwe Lang (Schweinfurt/Osella PA 20 S) 5:06,383.

Formelfahrzeuge D/E2-SS/Historische Formel/Formel 2 - Formel 3

Klasse 33 (bis 2.000 ccm/8 T.): 1. Frank Debruyne (Neuried/Dallara F303 Opel Spiess) 5:33,107; ... 7. Paul Marschall (Burkardroth/F3 Reynard Opel) 6:19,880.

Gleichmäßigkeitsprüfung

Klasse 35 (Tourenwagen/27 T.): 1. Mario Heß (Igersheim/Opel Astra GSI 16V) 0,625 Abweichung; 2. Axel Reß (Wülfershausen - MSC Rhön/Renault Alpine V6 Turbo) 0,815; 3. Dominik Schlott (Stetten/Ford Focus) 0,950; ... 8. Dietmar Seufert (Ramsthal/Peugeot 306 S 16) 2,863; 9. Reiner Hergenhan (Stetten - MSC Rhön/BMW 318is) 5,805; 10. Jörg Müller (Aura - MSC Rhön/Opel Kadett C Limo) 5,820; ... 16. Nadine Müller (Aura/VW 1303 S) 11,867; ... 20. Werner Höchemer (Burkardroth/Opel Kadett C Coupé) 17,176.
Klasse 37 (IG Histo-Bergmeisterschaft/15 T.): 1. Toni König (Speichersdorf/Audi 50 GLS) 0,952; ... 14. Andy Schuler (Mellrichstadt - MSC Rhön/Ford Escort RS2000 MK1) 12,910.
Klasse 38 (GLPberg-Meisterschaft/13 T.): 1. Jörg Pohlmann (Hude/Alfa Romeo GTV 2.0) 3,003; 2. Jasmin Markert (Hausen - MSC Rhön/VW Polo II) 5,739.