TSV Großbardorf - TSV Aubstadt 0:1 (0:1) - Tor des Tages: 0:1 Christoph Rützel (Foulelfmeter/12.).

Auch das noch. Vier Tage nach der 1:2-Niederlage beim FC 05 mussten die Gallier vor 1180 Zuschauern gegen den TSV Aubstadt weitere drei Derby-Punkte abschreiben. Und bleiben trotzdem im Aufstiegs-Geschäft nach der Amberger Niederlage gegen Forchheimer, die bekanntlich auf einen möglichen Platz in der Regionalliga verzichten.

Kein Trost an diesem stürmisch-kalten Nachmittag für die Elf von Hansjürgen Ragati. "Wir haben den Aubstädtern mit dem frühen Elfer in die Karten gespielt. Danach haben wir dominiert, ohne klare Chancen gehabt zu haben", lautete das Statement des Großbardorfer Trainers. Vielleicht eine Nuance zu gut war dessen Team in der Analyse davongekommen. Wer aufsteigen will, muss mehr zeigen. Dünne drei Schüsse aus der Distanz hatten die Grün-Weißen in Halbzeit eins offensiv anzubieten durch Maximilian Zang, Marcel Hirn und Philipp Kleinhenz, bei dessem Versuch Aubstadts Keeper Tobias Gabold zumindest vom Boden abheben musste.

"Das war kein schönes Spiel. Aber wir haben clever verteidigt und eine hohe Laufbereitschaft gezeigt", sagte Gäste-Trainer Josef Francic. Hochverdient war die Pausenführung durch den verwandelten Strafstoß von Christoph Rützel nach der zu heftigen Umarmung von Manuel Orf mit Aubstadts Kapitän Daniel Werner. Aubstadts buntes Fan-Volk, aufgrund einer Bus-Panne just in diesem Moment an der Unterhofer Straße angekommen, war damit gleich auf Betriebstemperatur, die bis zum Schlusspfiff konstant hoch blieb. Für Gegenwind sorgte die Natur mehr als der Gegner. "Wir haben nie unseren Rhythmus gefunden. Und dem letzten Pass fehlte zu oft die Präzision", hatte Ragati erkannt. Das 0:1 vor dem Wechsel war eher schmeichelhaft angesichts der guten Gelegenheiten für Jan Schneider und Daniel Leicht. Normalform in der Bardorfer Abwehr hatte zumindest der aufmerksame Schlussmann Klaus Freisinger erreicht.

Weil der Schiedsrichter den Ellbogen-Check von Zang an David Noack nur mit "Gelb" ahndete (35.), durfte sich die Heim-Elf in personeller Sollstärke um den Ausgleich bemühen. Und tat dies mit Wiederanpfiff ordentlich. Vor allem der eingewechselte Pascal Stahl bewies Torgefährlichkeit, konnte Gabold aber ebenso wenig überwinden wie Manuel Leicht. Von Aubstadt kam nur noch wenig. Nach der frühen verletzungsbedingten Auswechslung von Daniel Leicht (30.) fehlte Julian Grell der schnelle Partner in vorderster Front. Allein Jan Schneider konnte Freisinger einmal gefährlich werden (60.). "Das war ein schönes Erlebnis vor einer tollen Kulisse", schwärmte Francic. Nach dem 2:2 im Hinspiel geht damit die inoffizielle Grabfeld-Meisterschaft an den TSV Aubstadt.

FC Schweinfurt 05 - ASV Neumarkt 3:0 (1:0) - Torfolge: 1:0 Bastian Lunz (Foulelfmeter/16.), 2:0 Michael Kraus (57.), 3:0 Florian Gräf (61.).

Ein perfekter Tag für die Schnüdel, die ihre Pflichtaufgabe problemlos erfüllten und dann erfreut die Niederlagen der Verfolger aus Großbardorf und Amberg registrieren durften. So nah dran an der Regionalliga waren die FCler in dieser Saison noch nie. Was allein fehlte, das war die Wärme, weshalb nur 553 Zuschauer ins Willy-Sachs-Stadion kamen, und weitestgehend die Spannung. Denn früh schon gingen die FCler in Führung. Thomas Mayer legte Sebastian Kneißl, anders als in der Woche zuvor in Forchheim verwandelte Bastian Lunz diesmal seinen Strafstoß. Vorher schon hätte Simon Häcker treffen müssen.

Auf vier Positionen hatten die Hausherren ihre Startformation im Vergleich zum 2:1 gegen Großbardorf geändert. Felix Reusch stand für den verletzten Christopher Pfeiffer im Tor, Martin Thomann, Florian Gräf und Simon Häcker ersetzten Benjamin Demel, Daniel Mache und Eray Cadiroglu. "Vom Kopf her war's schwer nach den drei Spitzenspielen zuletzt in zehn Tagen", wusste FC-Trainer Gerd Klaus. "Aber Kompliment an meine Truppe: Wir haben es mit Ruhe und Qualität herunter gespielt."

Was Sebastian Kneißl künftig machen wird, der ja seinen Abschied ankündigte und seinen Lebensmittelpunkt nach München verlagern will, ist noch nicht bekannt. "Der Präsident wird sich schon noch was einfallen lassen, damit er bleibt", hofft Gerd Klaus aus Überredungskünste von Markus Wolf. stt