Neun Punkte aus 17 Spielen sind die Bilanz eines Absteigers. Im konkreten Fall bedeutete diese Statistik die Strafversetzung des TSV Volkers von der A- in die B-Klasse. Ein Szenario, mit dem sich die Rhöner in dieser vermaledeiten Corona-Saison schon länger auseinandersetzen mussten. Der Saisonabbruch machte die Rest-Hoffnungen auf den Klassenverbleib zunichte, den sich die Kicker aus dem Bad Brückenauer Stadtteil ungeachtet der traurigen Statistik aber zugetraut hätten. Nur ein Team hätte die Elf von Marko Wolf in den fünf verbleibenden Spielen überholen müssen. Keine Utopie, weil beispielsweise der geografische wie tabellarische Nachbar vom SV Römershag lediglich ein Pünktchen mehr auf die Habenseite gerettet hatte.

In Reichweite war auch die um zwei Zähler bessere SG Thulba II/Frankenbrunn, die jetzt Schicksal spielen sollte für die Volkerser, die der A-Klasse Rhön 1 erhalten bleiben. "Das ist natürlich eine große Erleichterung. Wir halten unseren Kader nämlich für stark genug. Und wir wissen aus eigener leidvoller Erfahrung, wie schwierig es ist, aus der B-Klasse mit den vielen schwer einschätzbaren Reserven nach oben zu kommen", sagt TSV-Abteilungsleiter Oliver Brust. Stattdessen freut man sich nach dem Aufstieg der SG Schondra und der SG Oberbach in die A-Klasse auf noch mehr Rhön-Derbys.

So kompliziert sich die vergangene Runde auch gestalten sollte, so banal war letztlich der Grund für die Volkerser Rettung, die eigentlich längst beschlossene Sache war. Was fehlte, war etwas Spruchreifes von Verbandsseite. "Nach dem Saisonabbruch samt der Wertung nach der Quotienten-Regelung hatten die Vereine eine Bedenkzeit eingeräumt bekommen, diese galt es abzuwarten. Jetzt kann ich bestätigen, dass der TSV Volkers in der A-Klasse bleiben darf", sagt Kreisspielleiter Andre Nagelsmann.

Möglich macht dies die neue Partnerschaft zwischen dem SV Obererthal und dem FC Thulba. "Unsere Reservespieler werden zur neuen Saison alle bei der SG Obererthal/Thulba II/Frankenbrunn in der Kreisklasse kicken, mit Oliver Scholz als Trainer. Eine dritte Mannschaft wird es nicht geben", sagt Thulbas Sportleiter Christoph Adrio.

Bei den Planungen für die neue Runde ist ein Stück Normalität eingekehrt mit den bekannten Abläufen. Bis zum 10. Juni haben die Vereine Zeit für ihre Mannschaftsmeldung im Herrenbereich, mit der Einteilung der Ligen ist laut Nagelsmann nicht vor Ende Juni zu rechnen. Der Saisonstart könnte im besten Fall Mitte Juli/Anfang August sein. Ungeachtet dessen wollen einige Vereine im Landkreis schon jetzt in den - lockeren - Trainingsbetrieb starten unter Beachtung der aktuellen Hygiene-Regeln und mit der Freigabe der Sportstätte von behördlicher Seite.

So funktioniert Fußball-Training in Corona-Zeiten

Der aktuelle Stand Seit dem 21. Mai können - bei einer 7-Tages-Inzidenz unter 100 - unter freiem Himmel Gruppen von bis zu 25 Personen miteinander trainieren ("Kontaktsport"). Voraussetzung ist, dass sie einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 24 Stunden sein darf. Ausgenommen sind Geimpfte (ab dem 15. Tag nach der abschließenden Impfung) und Genesene: Ihr positiver PCR-Test muss mindestens 28 Tage, darf aber höchstens sechs Monate zurückliegen. In Gebieten mit einer 7-Tages-Inzidenz unter 50 sind keine Testungen erforderlich.

4-Augen-Prinzip Selbsttests unter Aufsicht reichen als Nachweis aus. Es gilt laut dem "Rahmenkonzept Sport" das 4-Augen-Prinzip wie beispielsweise vor einem Restaurant. Das heißt, ein Vorstands-Mitglied, der Abteilungsleiter oder eine andere damit beauftragte Person kann die Tests überwachen. Die Testergebnisse müssen nicht registriert oder per Unterschrift bestätigt werden - zumindest nicht für den Trainingsbetrieb. "Um sich abzusichern, empfiehlt es sich aber, dass die Vereine die Ergebnisse kurz dokumentieren", sagt Nathalie Bachmann, Pressesprecherin im Landratsamt Bad Kissingen

Formular Seit kurzem räumt der Gesetzgeber zudem die Möglichkeit ein, dass der Veranstalter/Betreiber das Ergebnis des Schnelltests auf einem vom Bayerischen Gesundheitsministerium vorgefertigten Formular bescheinigt. Das heißt, dass beispielsweise der Abteilungsleiter mit seiner Unterschrift bestätigt, dass XY negativ getestet wurde. Diese Bescheinigung kann XY dann innerhalb der vorgegebenen Zeit (maximal 24 Stunden) auch für einen Besuch der Außengastronomie oder im Fitnessstudio nutzen.