Bereits zum 45. Mal veranstaltete der 1. FC Rottershausen sein allseits beliebtes Leichtathletik-Sportfest. Richard Erhard, der Mann der dieses Sportfest einst ins Leben rief und 44 Mal als Cheforganisator leitete, konnte ausgerechnet beim kleinen Jubiläum krankheitsbedingt nicht dabei sein. Dennoch ließ er es sich nicht nehmen, wieder den umfangreichen Zeitplan zu erstellen. Auch hat es Richard Erhard geschafft, die zahlreichen Wettbewerbe neuerdings in nur wenige Stunden zu verpacken.

Das Team um den neuen Leichtathletik-Abteilungsleiter Georg Will sorgte mit unglaublichen 120 Kampfrichtern und Helfern dafür, dass diese Planung perfekt in die Tat umgesetzt wurde und die Rottershäuser wieder viel Lob für die Durchführung ihres Sportfestes einheimsten. Die Sportler, die alljährlich nach Rottershausen pilgern, schätzen zudem die tolle Bewirtung. "Die Stimmung war gut und ich hatte das Gefühl, dass alle Leute froh waren, dass es nach zwei Jahren Corona-Pause endlich wieder los ging", sagte Marianne Hirt, die zusammen mit Benjamin Seufert jetzt das Training in Rottershausen leitet und berichtet, dass sich mittlerweile wieder rund 50 Kinder leichtathletisch betätigen.

Fehlt nur noch der Stabhochsprung...

Nahezu alle leichtathletischen Einzel-Disziplinen werden in Rottershausen angeboten. Hätten sie eine Stabhochsprunganlage vor Ort, würde es wohl auch diesen Wettbewerb geben. Mehrkämpfe, Kreismeisterschaften der Senioren und Kreismeisterschaften in verschiedenen Einzeldisziplinen kommen da noch dazu und sorgen dafür, dass der EDV-Raum in Rottershausen eine gewisse Größe haben muss.

Sportlich wurde aber auch einiges geboten. Der schnellste Mann auf der Tartanbahn war Kevin Klein vom FSV Hohenroth, der die 100 Meter in 11,80 Meter sprintete. Florian Düll von der TG Kitzingen landete im Weitsprung bei guten 6,27 Metern. Nico Wilm vom 1. FC Rottershausen packte beim heimischen Meeting wieder mal seine Wurfgeräte aus. In der Schülerklasse hat er es früher auch schon zu Meistertiteln in Bayern gebracht. Den 800 Gramm schweren Speer der Aktiven beförderte er auf 46,19 Meter - ein Spitzenwert in Unterfranken. Im Diskuswurf wurden es mit der zwei Kilogramm schweren Scheibe 31,15 Meter und im Kugelstoßen immerhin 11,80 Meter. Auch Anton Wüst vom FSV Hohenroth war bereits Bayerischer Meister und zwar im Diskuswurf der U16. Mittlerweile startet er in der Jugend U18 und schleuderte sein 1,5 Kilogramm schweres Sportgerät auf 34,22 Meter. Noch weiter mit der 1,5 Kilo Scheibe kam Ewald Brand vom SV Ramsthal, in der Seniorenklasse M50 erzielte er 37,08 Meter.

Bei den Frauen ragten die 43,10 Meter heraus, die Cosima Gundermann von der LG Forchheim mit dem 600 Gramm schweren Speer der Frauen erzielte. Im Hochsprung der U16 steigerte sich Emilia Zeitz vom TSV Münnerstadt auf starke 1,56 Meter. Über die 100 Meter war die Bezirksmeisterin im Sprint in 13,76 Sekunden auch noch schnell unterwegs. Kimberly Herrlein (1. FC Rottershausen) drehte auf der heimischen Rasenrunde so richtig auf und absolvierte die 800 Meter der W15 in starken 2:39,69 Minuten. Ihre 43,50 Meter, erzielt mit einem 200 Gramm schweren Ball, sind ebenfalls erwähnenswert.

Ein Kunststück von Juan Ritter

Im Vierkampf der männlichen Jugend U16 hatte Juan Ritter vom 1. FC Rottershausen drei ungültige Versuche im Weitsprung. Er sammelte aber durch starke Resultate in den restlichen Disziplinen so viele Punkte, dass er am Ende doch noch knapp vorne lag. Seine beste Leistung hatte er mit 1,55 Meter im Hochsprung. Amy Schulz vom TSV Oberthulba kam im Vierkampf der U16 auf sehr gute 1719 Punkte und bekam die meistern Zähler für ihre 1,40 Meter im Hochsprung gutgeschrieben.

In den Mehrkämpfen der Schülerinnen und Schüler der Klassen U14 und U12 zeigte auch der Nachwuchs des 1.FC Rottershausen, dass er den Vergleich mit den Besten im Bezirk nicht scheuen muss. Diese Altersklassen kürten am Vortag ihre Unterfränkischen Meister in Schweinfurt, weshalb einige in Rottershausen fehlten. Die jungen Sportler des 1.FC Rottershausen waren bei den Bezirksmeisterschaften nicht am Start. Sie präsentierten sich lieber ihrem Publikum beim heimischen Meeting.

Der Sieg im Vierkampf der weiblichen U14 ging mit 1464 Zählern an Marie-Kristin Kunz vom TSV Münnerstadt. Für das beste Dreikampfergebnis in dieser Altersklasse sorgte Marlene Thiem vom TV DJK Hammelburg mit 1077 Zählern. Marc Weber vom 1. FC Rottershausen sammelte im Dreikampf der Schüler M11 starke 1018 Punkte. Sein Schlagballwurf auf 36,50 Meter hätte in Schweinfurt sogar locker zum Titelgewinn gereicht. Aber auch mit seinen 3,95 Meter im Weitsprung und den 8,13 Sekunden über die 50 Meter wäre er bei den Unterfränkischen Meisterschaften weit vorne gewesen. Auch Teamgefährte Lorenz Stichler, der den Dreikampf der M10 mit 897 Punkten gewann, hatte vorzügliche Einzelleistungen vorzuweisen. Im Dreikampf der W10 kam Emma Seyfert vom TSV Mellrichstadt auf stolze 1069 Punkte.

Eine alte Technik wird gezeigt

Die starken Senioren, die in Rottershausen nicht fehlen dürfen, wurden unter anderem von Gerd Geyer (TV Bad Brückenau) vertreten. Der Deutsche Vizemeister über die 10.000 Meter der M70 lief die 3000 Meter in beachtlichen 12:24,91 Minuten. Georg Ortloff vom LAC Quelle Fürth glänzte in allen Wurfwettbewerben der M70. Der 79-jährige Edgar Wittmann vom TV Zellingen zeigte den Zuschauern, wie der mittlerweile vernachlässigte Straddle (Rollsprung über die Latte) im Hochsprung funktioniert. Immerhin 1,32 Meter überquerte der mehrmalige Deutsche Seniorenmeister.

Gegen Ende der Veranstaltung fanden wieder die Staffelläufe sowie die Mittelstreckenläufe auf dem Rasen des Fußballplatzes statt. Ganz dicht an den voll besetzten Biertischen wird da vorbeigelaufen. Die Stimmung in Rottershausen war jetzt auf ihren Höhepunkt.