"Uns haben zu viele Spieler und damit die Qualität im Spiel nach vorne gefehlt", betrieb SV-Spielertrainer Oliver Schönwiesner unmittelbar nach Spiel ende Ursachen-Forschung. Und meinte die Ausfälle beispielsweise von Patrick Falkenstein, Mirko Hälbig oder Mike Wirth, die im Saisonverlauf nur unzureichend kompensiert werden konnten. Obwohl angeschlagen, biss Christof Sauer auf die Zähne und versuchte sich als einzige Sturmspitze. Eine gute Idee, weil der SVler vom Anpfiff weg gut im Spiel war, bereits in Minute zwei einen Schuss aus der Distanz zum Besten gab. Das Problem mit der fehlenden Präzision blieb. Erst bei Sascha Graser, als FC-Keeper Jörg Mergenthal einen Schritt eher am Ball war. Dann immer wieder bei Sauer selbst, der vor dem Wechsel gleich mehrere Hochkaräter vergab. Unter anderem nach einem wunderbaren Pass in die Tiefe von Markus Hammerl, als der Heber zu hoch angesetzt war. Einmal rettete Markus Kleinhenz in höchster Not.
Und in den Duellen mit Marcel Kaiser und vor allem beim Flugkopfball von Fabian Illig nach einer Flanke von Bernd Veth war Mergenthal ebenfalls auf dem Posten. "Das war in der ersten Halbzeit viel zu wenig von uns. Wir haben zu viele Fehler im Spielaufbau gemacht und die Bälle nicht gehalten", kritisierte Christoph Schäfer das Auftreten seiner Elf vor dem Wechsel.

Schäfer selbst hatte sich nach 15 Minuten eingewechselt, "um mehr Sicherheit in unser Spiel zu bekommen". FC-Gelegenheiten waren die absolute Ausnahme, die Versuche von Sebastian Weidner oder Tobias Kröckel brachten SV-Schlussmann Christian Sell nicht ins Schwitzen. "Wie die Jungfrau zum Kind sind wir dann zur Führung gekommen", sagte Schäfer, der beim 1:0 freilich selbst als Vorbereiter glänzte. Seinen energischen Ballgewinn veredelte jedenfalls René Hartmann unmittelbar vor dem Seitenwechsel. "Wir haben bis dahin eigentlich gut gestanden, waren motiviert und haben den Zuschauern gezeigt, dass wir es eigentlich können", so Schönwiesner.

Umso brutaler gestaltete sich aus Auraer Sicht die zweite Halbzeit. "Das 2:0 war der Genickbruch für den Gegner. Dann haben wir es gut gespielt und weiter Druck aufgebaut", sprach Christoph Schäfer seinen Treffer an, erzielt aus nächster Nähe im zweiten Versuch, nachdem der erste Schuss von Sell abgewehrt worden war. Ein überfälliges Tor, weil mit Wiederanpfiff des souverän leitenden René Kohl (TSV Gochsheim) nur noch Poppenroth spielte mit prima Gelegenheiten für Hartmann und Kröckel. Mit dem dritten FC-Treffer von Julian Kühnlein war die letzte Auraer Gegenwehr gebrochen. Vor allem die Abwehr präsentierte sich nun desolat. René Hartmann stellte per Doppelpack auf 5:0, ehe Sebastian Weidner zum Endstand traf. "Vor Ramsthal/Wirmsthal habe ich großen Respekt. Viele Spieler aus der Kreisliga kenne ich ja gut. Und hoffe, dass nicht zu viele von denen zum Einsatz kommen", blickte der Ex-Lauterer Christoph Schäfer nach vorne. "Aber wenn wir so spielen wie heute, brauchen wir uns bestimmt keinen Vorwurf machen lassen."

Torfolge 1:0 René Hartmann (43.), 2:0 Christoph Schäfer (64.), 3:0 Julian Kühnlein (67.), 4:0/5:0 René Hartmann (73./81.), 6:0 Sebastian Weidner (83.).

FC Viktoria Poppenroth Mergenthal, D. Kröckel, Kleinhenz, Schmitt, A. Metz, Kühnlein, T. Kröckel, M. Metz, S. Weidner, Wehner, Hartmann; eingewechselt: Schäfer, Kreile, P. Kröckel.

SV Aura Sell, Baldauf, Leppin, S. Sauer, Sattes, Schönwiesner, C. Sauer, Graser, Hammerl, F. Illig, Kaiser; eingewechselt: Veth, Weinand, R. Falkenstein.

Zuschauer 673.