"Er ist ein absoluter Teamplayer, der sich immer uneigennützig in den Dienst der Mannschaft stellt und alles für sie gibt. Er ist ein ganz, ganz wichtiger Mann für mich", sagt Oliver Mützel, Spielertrainer des FC Thulba. Er meint damit seinen "Allrounder" und Vize-Kapitän René Leurer. Beim 27-jährige Sägewerksmeister zählt nicht nur seine Vielseitigkeit auf dem Platz. Sein Wort im Mannschaftsrat hat Gewicht und er ist Hüter der Teamkasse. Vor der Partie mit der DJK Altbessingen erzählt der in Obereschenbach lebende Schalke-Fan, der zuvor für die SpVgg Wartmannsroth und den FC Obereschenbach aktiv war, warum sich die Frankonen bisher so schwer tun und er dennoch positiv gestimmt ist.

Herr Leurer, was hat beim 3:2-Auswärtscoup beim SV-DJK Oberschwarzach geklappt, was vorher nicht funktionierte?

René Leurer: Ich denke, wir haben eine geschlossene Mannschaftsleistung gezeigt und waren endlich mal zu 100 Prozent auf dem Platz. Wir gewannen wichtige Zweikämpfe, weil wir es unbedingt wollten. Auch hat das berühmte Quäntchen Glück den Weg zu uns gefunden.

Nach zuvor erfolgreichen Jahren tut sich der FC Thulba in dieser Saison brutal schwer. Coach Oliver Mützel monierte, dass in manchen Partien schlicht keine bezirksliga-taugliche Leistung auf den Platz gebracht wurde. Wie sehen Sie das?

In dieser Saison haben wir eine komplett neue Mannschaft mit ein paar Spielern, die aus der Jugend kamen. Außerdem stehen uns einige Akteure, berufsbedingt oder weil sie gewechselt sind, nicht mehr zur Verfügung. In den Spielen haben, meiner Meinung nach, noch Abstimmung und Abläufe gefehlt, um uns konkurrenzfähig zu machen.

Hatten Sie Zweifel, dass es mit dem zweiten Saisonsieg bis zum Winter etwas wird?

Natürlich denkt man nach so einer Durststrecke immer daran. Aber wie unser Coach zuletzt sagte: Wir haben in jedem Spiel eine reelle Chance.

Bekleidet haben Sie in dieser Saison schon mehrere Positionen, unter anderem die des Torwarts. Ist Ihre Vielseitigkeit eher Fluch oder Segen?

Wir betreiben hier einen Mannschaftssport, deshalb ist es mir egal, was ich spiele, Hauptsache, ich darf von Anfang an mitmachen. Ich bin nur froh, dass ich der Mannschaft, in der Situation wie unserer helfen konnte.

Im Tor wurde mittlerweile Alexander Büchner reaktiviert. Wo sehen Sie Ihre Stärken und auf welcher Position können Sie diese am besten ausspielen?

Ich bin der Meinung, dass ich auf jeder Position, ob Sturm oder in der Abwehr, meine Stärken und Schwächen habe. Auf die Außenbahnen sollte man mich aber besser nicht stellen.

Die Liga scheint in dieser Saison sehr ausgeglichen zu sein. Hat diese nach der Corona-Pause nochmal zugelegt oder wurde sie eher schwächer?

Das ist eine schwer zu beantwortende Frage. Wenn man an den Rückzug Wiesentheids denkt oder alleine wenn ich sehe, was wir in den letzten Jahren alles an Spielern verloren haben, könnte man meinen, dass die Liga eher etwas an Qualität verloren hat. Allerdings sind auf der anderen Seite auch einige Kicker von höherklassigen Mannschaften dazugekommen.

Jetzt gastiert mit Altbessingen eine Mannschaft in Thulba, die man im Vorfeld nicht zwingend in der Spitzengruppe gesehen hatte. Was erwartet Sie da?

Ein absolutes Derby! Wir werden von Altbessingen keinen Zentimeter Platz im Thulbatal-Stadion geschenkt bekommen.

Was macht Sie denn so zuversichtlich, dass der jüngste Erfolg keine Eintagsfliege darstellt?

Ich denke, dass alle Spieler verstanden haben, um was es in dieser Saison für den FC Thulba geht. Deshalb werden wir auch in den kommenden Spielen mit dem Einsatz und dem Siegeswillen antreten, wie zuletzt in Oberschwarzach.

Ihr Tipp fürs Spiel?

2:1 für den FC Thulba.

FC Thulba - DJK Altbessingen (Samstag, 16 Uhr) Formcheck: Nach dem 3:2 für den FC Thulba (13./7) in Oberschwarzach richtete Spielertrainer Oliver Mützel den Blick schnell wieder nach vorn: "Gerade defensiv haben wir es endlich gut gemacht und kämpferisch alles rausgeholt, was in uns gesteckt war. Auch spielerisch war es eine ansprechende Leistung. Aber müssen dies jetzt im nächsten Match bestätigen, sonst war der Sieg nicht sehr viel wert." Florian Heim und Cedric Werner fehlen weiter. Auch Keeper Andreas Kohlhepp muss passen, während Maxi Gahs Einsatz auf der Kippe steht.

Gegnercheck: Die DJK Altbessingen (3./21) hält sich beharrlich in der Spitzengruppe und das, obwohl sie die letzten Begegnungen in einem Zwei-Wochen-Rhythmus absolvieren musste und die letzten drei Partien sieglos blieb. Allerdings waren dies mit Stadtlauringen (0:0), Bad Kissingen (2:4) sowie Dampfach (1:1) ausnahmslos Teams aus der Spitzengruppe. Oliver Mützel kennt den Gegner sehr gut: "Das ist eine eingespielte Mannschaft, die zwar auch über keinen so großen Kader verfügt, aber bisher nahezu ohne Verletzungen durch die Runde kam. Sie machen es defensiv sehr gut und haben mit Kai Herold einen Ausnahmestürmer, der schon jede Mannschaft in der Liga vor Probleme gestellt hat." Fünf Tore stehen bisher bei Herold zu Buche; genauso viele hat Teamkollege Sascha Brauner erzielt.

TSV Ettleben/Werneck - TSV Münnerstadt (Samstag, 15 Uhr) Formcheck: Der TSV Münnerstadt (4./20) liefert. Die zwei Niederlagen gegen Bad Kissingen und Dampfach sind aus der Jacke geschüttelt und zwei deutliche Siege über Thulba (6:0) und jüngst Hirschfeld (4:0) machen Lust auf mehr. Dennoch bemängelt Co-Trainer Simon Snaschel Details: "Mit dem Ergebnis waren wir natürlich sehr zufrieden, hatten aber zu lange Phasen die nicht gepasst haben. Da hatten wir Glück, dass Hirschfeld nicht nochmal rangekommen ist. Trotzdem musst du so einen gut organisierten Gegner so deutlich schlagen." Der TSV muss in Werneck auf Keeper Patrick Balling verzichten; dafür steht Lorenz Büttner im Tor. Snaschel: "Auf dieser Position haben wir mit drei starken Keepern ein Luxusproblem. Auch Jonas Warthemann ist auf einem guten Weg." Sebastian Schubert steht wieder bereit.

Gegnercheck: Der TSV Ettleben/Werneck (6./18) ist ein hochgehandelter Aufsteiger, der mit dem Ex-Großbardorfer Maximilian Mosandl sowie Frederick Weiß, der vom Landesligisten Euerbach/Kützberg kam, Qualität hinzubekam. Dazu zeigt sich Stürmer Simon Michel, in Schwebenried Landesligaluft schnuppernd, mit neun Toren treffsicher. Snaschel: "Für mich eine der Top-Mannschaften der Liga. Gute Einzelspieler und mit Mario Schindler einen höherklassig erfahrenen Trainer. Wir freuen uns, werden aber an unsere Grenzen kommen müssen. Eine Leistung wie gegen Hirschfeld wird da nicht reichen."

SG Stadtlauringen/Ballingsh. - FC Bad Kissingen (Samstag, 16 Uhr) Formcheck: Einen unerwarteten Rückschlag musste der FC 06 (2./21) in Unterspiesheim (2:2) hinnehmen. Er verpasste es, näher an Spitzenreiter Dampfach ranzukommen. Spielertrainer Daniel May: "Durch die beiden unnötigen Gegentore, die jeweils aus individuellen Fehlern entstanden, kam es bei uns zu einem Bruch im Spiel und wir haben den Gegner stark gemacht. Am Ende müssen wir die Partie trotzdem gewinnen. Deswegen war der Frust nachher groß." Tizian Fella steht nach Ablauf seiner Sperre wieder zur Verfügung. Jakob Fischer fällt aus.

Gegnercheck: Auch die May-Elf hat es auswärts mit einem gefährlichen Aufsteiger zu tun. Die von Klaus Seufert trainierte SG Stadtlauringen/Ballingshausen (5./18) blieb in den letzten fünf Begegnungen bei drei Siegen und zwei Remis ohne Niederlage und steht in Tuchfühlung zu den 06ern in der Tabelle. Überhaupt verlor der Aufsteiger erst zwei Partien und bewies volle Bezirksligatauglichkeit. Entsprechend gewarnt ist Bad Kissingens Coach: "Ich erwarte ein enges Spiel gegen einen wirklich sehr starken Aufsteiger, der in dieser Saison schon oft vermeintliche Favoriten geärgert hat."