FC 05 Schweinfurt - SpVgg Bayreuth 2:1 (2:0). Tore: 1:0 Adam Jabiri (14.), 2:0 Amar Suljic (45.+1), 2:1 Edwin Schwarz (48., Foulelfmeter).

Weiß-Blauer Himmel über Schweinfurt, Stimmungs-Musik aus der Konserve, ein großes Medien-Interesse und zwei Teams, die in Sachen Motivation maximal auf Anschlag waren. Nur die Fans fehlten - mit Ausnahme der 250 Papp-Kameraden auf der Haupttribüne - im ersten Playoff-Spiel der Regionalliga Bayern. Endlich hoch in Liga 3 heißt es für die Schnüdel, die leicht favorisiert in diese Mini-Runde gehen. Nur der Sieger bekommt die Aufstiegs-Chance mit zwei finalen Spielen gegen den TSV Havelse aus der Regionalliga Nord.

Pünktlich mit dem Anpfiff von Florian Badstübner meldete sich doch Schweinfurts zwölfter Mann mit Sprechchören hinter dem Stadion. Die fast in Jubel transformiert wären bei der Mega-Doppelchance für Amar Suljic und Martin Thomann, als erst Keeper Sebastian Kolbe, dann Abwehrmann Tobias Weber rettete. Quasi als Nachschlag gab es den ebenfalls parierten Distanzschuss von Kevin Fery.

Dann war Sebastian Kolbe, der den Vorzug vor dem Oberthulbaer Lucas Zahaczewski bekommen hatte, doch geschlagen, weil Adam Jabiri präzise traf nach einem Suljic-Vorstoß über die rechte Seite.

Die offensive Ausrichtung von Trainer Tobias Strobl mit Rückkehrer Martin Thomann und Zweitliga-Routinier Daniel Adlung hinter der Doppelspitze Jabiri/Suljic hatte sich schon da bezahlt gemacht. Beim Jabiri-Distanzschuss und dem Versuch von Kevin Fery musste Kolbe erneut die Finger spreizen, was Bayreuths deutliche Unterlegenheit nach 30 Minuten manifestierte. In Minute 37 hätte Jabiri das 2:0 machen müssen, aber in aussichtsreicher Position ließ der 36-Jährige die nötige Präzision vermissen, ehe kurz vor dem Seitenwechsel Bayreuths Edwin Schwarz gegen Thomann auf der Linie klärte und ein Schuss von Kevin Fery geblockt wurde. Mehr als verdient daher unmittelbar vor dem Pausenpfiff das 2:0 durch Suljic, der blank stehend den Bayreuther Keeper düpierte, während sein Gegenüber Luis Zwick in Halbzeit eins komplett im Kurzarbeit-Modus geblieben war.

Blau-grau gefärbt präsentierte sich der Himmel mit Wiederanpfiff. Und auch auf dem Platz wurde es abwechslungsreicher, weil die Oberfranken gegen unverändert aus der Kabine gekommene Schweinfurter so was von aus dem Nichts verkürzten durch den verwandelten Strafstoß von Edwin Schwarz nach Foul an Tim Danhof. Kurzes Schütteln der Grün-Weißen, die nicht viel später die nächsten Hochkaräter vergeigten, als Suljic erst per Heber den Pfosten traf, dann Keeper Kolbe anschoss.

Mit der Einwechslung von Markus Ziereis und Andreas Piller setzten die Gäste ein offensives Zeichen in einer jetzt offenen Begegnung. Einen verunglückten Flankenball von Tim Danhof klärte Zwick zur Ecke (74.), dann zischte ein Freistoßball von Marcel Schiller haarscharf am FC-Kasten vorbei, ehe Chris Wolf die nächste Bayreuther Gelegenheit auf dem Fuß hatte. Besser hätte es auf der anderen Seite Jabiri machen müssen, dessen Kopfball aus kurzer Distanz von Kolbe spektakulär entschärft wurde (81.).

"Ich habe meine Mannschaft selten so ängstlich gesehen wie in der ersten Halbzeit. Da war absolut kein Spielfluss vorhanden. Mit der Systemumstellung haben wir endlich Männerfußball gespielt und waren nah dran am Ausgleich", bilanzierte Bayreuths Timo Rost in der Pressekonferenz. Eindrücke, die Trainer-Kollege Tobias Strobl nur bestätigen konnte. "Das war eine intensive und gute erste Halbzeit, in der wir Bayreuth aber am Leben gelassen haben. Wir hätten jedenfalls mehr Tore schießen können. Nach dem Wechsel haben wir mit einer guten Mentalität verteidigt, die Konter aber etwas zu fahrig ausgespielt."

Weiter geht es für die Schweinfurter am Samstag mit dem Gastspiel in Aschaffenburg. Ausgeruht werden die Kicker der Viktoria sein, aber die Jungs aus der Kugellagerstadt kommen mit Rückenwind an den Schönbusch.

Schweinfurt: Zwick - Rinderknecht (78. Maier), Billick, Haas, Grözinger - Fery (77. Cekic), Böhnlein, Adlung, Thomann (85. Laverty) - Suljic (90. Ramser), Jabiri (90. Pieper)