Bei den offenen Kreismeisterschaften herrschte im Sportpark Bad Kissingen reger Betrieb. Denn nicht nur für den Leichtathletik-Kreis Rhön/Saale wurden die Wettkämpfe ausgetragen, sondern auch für den Kreis Würzburg. Dies und die Tatsache, dass nach langer Corona-Pause endlich wieder zu Beginn der Saison Wettspiele stattfinden können, sorgte beim Nachwuchs für nicht erwartete große Teilnehmerfelder.

Mehr als 400 Starts hatte der ausrichtende TSV Bad Kissingen zu bewältigen. Abteilungsleiter Manfred Klabouch war da sicherlich dankbar, dass Kampfrichterteams vom TSV Oberthulba und TV/DJK Hammelburg im Weitsprung und Hochsprung für Entlastung sorgten.

Bei den Frauen, der weiblichen Jugend U20 und U18 gaben erwartungsgemäß die jungen Damen des TV/DJK Hammelburg den Ton an. Hürdenlauf stand für Johanna Büchs, die über die 100 Meter Hürden zu den schnellsten Frauen im Freistaat zählt, diesmal nicht auf dem Zeitplan. Mit 5,05 Meter im Weitsprung und 9,81 Meter im Kugelstoßen zeigte sie, dass sie auch in anderen Disziplinen nichts verlernt hat.

Auch ihre Teamgefährtin Elisa Eich ist eine wahre Könnerin über die Hürden. Sie bevorzugt allerdings die lange Strecke über die 400 Metern. Bei den Kreismeisterschaften ließ sie es im Sprint über die 100 Meter der Jugend U20 so richtig krachen und wurde in enorm starken 12,72 Sekunden gestoppt. "Ich glaube meine alte Bestzeit liegt schon mehr als zwei Jahre zurück", freute sie sich über den neuen Hausrekord.

Auch über die 200 Meter wusste die Fuchsstädterin in 26,14 Sekunden zu überzeugen. Mit 5,20 Meter im Weitsprung und beachtlichen 10,36 Meter im Kugelstoßen stellte Elisa Eich einmal mehr ihre enorme Vielseitigkeit unter Beweis. In allen Wettbewerben gehört sie damit in der aktuellen Rangliste zu den Besten ihrer Altersklasse in Bayern.

Gute Frühform

Hanna Schmitt, die Bayerische Meisterin der Jugend U20 im Siebenkampf, zeigte sich im Sportpark ebenfalls in sehr guter Frühform. Obwohl sie, wie auch Teamgefährtin Elisa Eich, momentan mitten in den Abiturprüfungen steckt, schaffte sie im Hochsprung mit 1,64 Meter eine neue persönliche Bestleistung und eroberte Rang zwei in Bayern. Auch mit 10,13 Meter im Kugelstoßen und 5,10 Meter im Weitsprung lag die Westheimerin im Soll. "Ja, es läuft momentan alles ganz gut. Jetzt will ich den Schwung ausnutzen und in der kommenden Woche in Gelnhausen versuchen, die Qualifikationsnorm für die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften zu erfüllen", verrät Hanna Schmitt.

Sie hätte in Bad Kissingen auch gerne gezeigt, was sie im Diskuswurf so alles kann. Aber die Bad Kissinger Anlage war nach einem Sturmschaden vor rund zwei Jahren beschädigt worden, so dass sie entsorgt wurde. Damit werden Diskuswurfwettbewerbe in Bad Kissingen wohl für immer der Vergangenheit angehören.

Als schnellster Sprinter über die 100 Meter erwies sich Moritz Fischer (Jugend U18) vom TSV Bad Kissingen, der in überzeugenden 11,67 Sekunden gestoppt wurde und auch in 24,02 Sekunden für die 200 Meter altersklassenübergreifend vorne lag. "Über die 100 Meter will ich in diesem Jahr möglichst noch unter 11,30 Sekunden bleiben und mich damit für die Deutschen Meisterschaften der Jugend qualifizieren", sagt er und setzt sich damit ein ambitioniertes Ziel im Sprint. Über die 110 Meter Hürden sind beim Nüdlinger die Chancen dagegen um einiges besser, das Ticket für die Deutschen Mitte Juli in Ulm zu lösen.

Helen Stahl vom TSV Münnerstadt setzte sich mit ihren 4,74 Meter im Weitsprung der U18 klar durch, während ihre Clubkollegin Emilia Zeitz in der W15 den Sieg im Weitsprung, im Hochsprung und über die 100 Meter zu ihren Gunsten verbuchte. Im Sprint verhinderte allerdings ein unzulässiger Rückenwind von 2,2 Meter pro Sekunde - erlaubt sind maximal 2,0 Meter in der Sekunde - eine frühzeitige Qualifikation für die Bayerischen Meisterschaften der U16.

Die notwendige Zeit für eine Teilnahme an diesen Landesmeisterschaften liegt auch für Kimberly Herrlein vom 1. FC Rottershausen im Bereich des Möglichen. In Bad Kissingen lief sie über die 800 Meter die erste Runde doch etwas zu forsch an und wurde so am Ende in 2:43,80 Minuten gestoppt.

In den stark besetzten Wettbewerben der U14 zeigte vor allem der Nachwuchs des TSV Oberthulba, dass er momentan in Unterfranken eines der besten Teams stellt. Schon im Staffelrennen über die 4x75 Meter wurden Annika Henz, Sara Schmitt, Maris Amthor und Antonia Haas in hervorragenden 40,73 Sekunden gestoppt und untermauerten damit ihre führende Rolle im Bezirk.

Für die wohl beste Leistung der Altersklasse W13 sorgte Anne Granich, die im Hochsprung mit übersprungenen 1,48 Meter begeisterte. Antonia Haas gewann die 75 Meter der W13 in flotten 10,59 Sekunden vor ihrer Teamgefährtin Maris Amthor. Im Weitsprung war es wieder Antonia Haas, die mit 4,44 Meter einen sehr weiten Satz in die Sandgrube brachte. Auf den weiteren Plätzen folgten mit Sarah Schmitt, Katharina Haas und Annika Henz drei weitere Sportlerinnen des TSV Oberthulba, die jeweils weiter als vier Meter sprangen.

Die Meisterin der Würfe ist Annika Henz, die schon im letzten Jahr drei Titel bei den Unterfränkischen Meisterschaften der U14 abräumte. In Bad Kissingen war sie im Ballwurf (200 Gramm) mit 40,50 Meter und beim Kugelstoßen mit 7,40 Metern klar die Beste.

Im Vergleich mit den auswärtigen Teilnehmerinnen war in der Altersklasse W12 auch Carlotta Rößler vom TSV Münnerstadt im Hochsprung ganz vorne. Gleiches galt für Lena Schmitt vom TV/DJK Hammelburg im Ballwurf der W12.

Bei den Jungs der M13 war Finn Wehner vom TSV Oberthulba in flotten 10,72 Sekunden für die 75 Meter siegreich. Und sein Klubkollege Silas Karollus sicherte sich mit seinen 41 Metern im Ballwurf den Sieg in dieser Altersklasse.

Die schnellsten Beine über die 75 Meter der Schüler M12 hatte mit Lukas Fischer erneut ein Nachwuchssportler aus dem Team des TSV Oberthulba. Auch bei den Schülern und Schülerinnen der Altersklasse U12 gab es wieder zahlreiche gute Leistungen zu bestaunen. So war Max Granich vom TSV Oberthulba in der M11 gleich drei Mal ganz vorne. Seinen Teamgefährten Adrian Korshikow gelang gleiches in der Altersklasse M10.