Den Titel des Deutschen Meisters hatte Dieter Rottenberger 1992 im Automobil-Bergrennsport eingefahren. Nach schöpferischer Pause gewann der Burkardrother 2011 den DMSB-Bergpokal für Tourenwagen, der einem deutschen Meistertitel gleichzusetzen ist. Und in diesem Jahr hat der 60-jährige Verkaufsleiter erneut zugeschlagen. Dieses Mal holte er in der Teamwertung mit Jörg Weidinger (München) den Gesamtsieg im KW-Bergcup. Es handelt sich dabei um einen finanziell gut ausgestatteten Wettbewerb, an dem rund 250 Fahrer aus Deutschland und den Nachbarländern teilnehmen.

"So lange ich Spaß am Fahren habe und sich die Erfolge einstellen, denke ich nicht ans Aufhören", sagt der Berg-Spezialist, der zu Beginn der 70er Jahre mit dem Motorsport begonnen hatte.
"Unser erstes Saisonrennen 2013 habe ich auf der Strecke ausgetragen, auf der ich vor über 40 Jahren mein erstes Bergrennen bestritten habe." Erinnerungen wurden wach, als der 60-Jährige mit seinem aktuellen BMW 318iS auf die kurvenreiche Piste bei Schotten zurückkehrte. "Damals habe ich noch einen Simca Rallye II gefahren", erinnert sich der Burkardrother an die Anfänge.

Seit 2012 Teamwertung

Seit vorigem Jahr fährt Dieter Rottenberger in einer so genannten Teamwertung, teilt sich das Auto mit dem zweifachen Tourenwagen-Berg-Europameister Jörg Weidinger. Der Fahrwerks-Entwicklungsingenieur bei BMW bestritt vier der zwölf Saisonrennen und trug mit seinen herausragenden Erfolgen mit zum Gewinn des KW-Bergcups bei. "Weil ich oft anderweitig terminlich gebunden bin, habe ich mir einen Teampartner gesucht und in Jörg einen der besten Tourenwagenfahrer gefunden. Wir sind ein sehr gut funktionierendes Team."
Zum Saisonauftakt in Schotten schaffte Dieter Rottenberger mit dem zweiten Platz in der teilweise mit bis zu 40 Autos heiß umkämpften Zwei-Liter-Klasse der Tourenwagen eine gute Ausgangsposition für die weiteren Bergrennen. Beim Start in Eschdorf/Luxemburg "verwachste" das Team Rottenberger. "Hätten wir die richtigen Reifen gewählt, wäre der Klassensieg möglich gewesen." So aber gab es erneut einen zweiten Platz. Der dritte Lauf wurde in Wolsfeld ausgetragen. "Die Strecke liegt mir und dem Auto überhaupt nicht", konstatierte der Burkardrother, der dort mit Platz sechs vorlieb nehmen musste.

Den Start vermasselt

Nicht ganz zufrieden zeigte sich das Team auch mit dem Abschneiden beim vierten Saisonrennen. "In Heiligenstadt hat's der Fahrer versemmelt", grinst Florian Kriener. Der IT-Systemelektroniker ist im Team hauptsächlich für Telemetrie-Daten-Auswertung und Datenmanagement verantwortlich. Rottenberger pflichtet seinem Mechaniker bei: "Den Sieg habe ich ganz klar beim Start des dritten Wertungslaufes vermasselt".

Eine Klasse für sich

Auf der Piste in Homburg griff Jörg Weidinger erstmals ins Lenkrad. Der Ex-Europa-Berg-Champion lehrte die Konkurrenz dort mit Fabelzeiten das Fürchten. "Das Auto hat ein sehr gutes Potenzial", bewertet der Entwicklungsingenieur, der dem gut 300 PS starken Rennboliden selbst noch mit den letzten Schliff gegeben hat - unter anderem durch Tests im Windkanal von BMW. Ähnlich wie in Homburg beherrschte Weidinger auch in St. Anton/ Österreich die Konkurrenz. Von Beginn an bestimmte er das Geschehen und deklassierte das Tourenwagenfeld.
Beim Lauf zur Europa-Bergmeisterschaft in Glasbach/Thüringen zeigte Jörg Weidinger seine ganze Stärke. Mit sensationellen Zeiten sicherte sich der gebürtige Mittelfranke trotz bärenstarker Konkurrenz den Tourenwagen-Gesamtsieg und fuhr nebenbei einen neuen Streckenrekord.

Dem hohen materiellen Verschleiß musste Dieter Rottenberger beim achten Saisonrennen Tribut zollen. Beim ersten Wertungslauf gab es einen kapitalen Motorschaden und somit das erste Streichergebnis. Binnen 14 Tagen schaffte es das Team, in dem mit Christian Katzenberger ein weiterer exzellenter Schrauber tätig ist, den High-Tech-Motor zu revidieren. Damit war der Start beim Hausrennen am Hauenstein in der Rhön sichergestellt.
Dem Rollout folgte im Training ein Differenzialschaden. Acht Stunden lang schraubte die Crew, wechselte das Ausgleichsgetriebe und passte die Übersetzung komplett neu an. Lohn für die immensen Mühen war ein neuer Streckenrekord in Wertungslauf eins. Auch nach dem zweiten Durchgang lag Rottenberger in Front. Beim dritten Lauf auf regennasser Piste riskierte der Burkardrother zu wenig, so dass wieder einmal bei Rang zwei blieb.

Starke Vorstellung

Beim Bergrennen in Eichenbühl schenkte der 60-Jährige den Konkurrenten bei schwierigen Streckenverhältnissen richtig ein. Das im ersten Rennlauf herausgefahrene Zeitpolster war groß genug, um den Klassensieg feiern zu können. Einen solchen Sieg gab es in St. Agatha/Österreich auch für Jörg Weidinger, wo der Münchner einmal mehr seine besondere Klasse unter Beweis stellte. Mit einem dritten Platz beim verregneten Saisonfinale in Mickhausen beendete Dieter Rottenberger das an Erfolgen und Ereignissen reiche Jahr 2013. Mit 20 Punkten Vorsprung sicherten sich Rottenberger/Weidinger den Gesamtsieg beim KW-Bergcup für Gruppe-H-Fahrzeuge. Nebenbei sprangen ein vierter Platz in der Deutschen Automobil-Berg-Meisterschaft und ein fünfter Rang im DMSB-Bergpokal für Tourenwagen heraus.

Das Team bleibt zusammen

Noch während der Meisterschafts-Champagner auf der Zunge prickelt, laufen die Vorbereitungen für 2014. Das Team hat sich ein neues, größeres Motorhome zugelegt. Das Zwei-Liter-Triebwerk muss komplett revidiert werden, damit es in der neuen Saison wieder seine volle Leistung entfalten und den 845 Kilogramm schweren Tourenwagen die Rennpisten hinauf beschleunigen kann. Schließlich sollen die Motorelektronik modifiziert und die Aerodynamik verbessert werden. Dankbar zeigt sich Dieter Rottenberger, dass mit Christian Katzenberger und Florian Kriener die routinierten Teammitglieder im Boot bleiben. "Wir sind guter Dinge, die Saison 2014 ähnlich erfolgreich bestreiten zu können."

Fahrzeuge Anfang der 70er Jahre begann Dieter Rottenberger mit dem Bergrennsport. Sein erstes Fahrzeug war ein Simca Rallye II, gefolgt von einem Honda Civic. Danach stieg er auf einen BMW M3 um. Aktuell fährt der Burkardrother einen BMW 318 iS. Zum Fuhrpark gehörte auch ein Honda Integra.

Team Mit Florian Kriener (Bad Kissingen) und Christian Katzenberger (Burkardroth) stehen dem Rennfahrer zwei erfahrene und zuverlässige Helfer zur Seite. Katzenberger ist seit 2003 mit im Team, Kriener seit 2007. Ehefrau Maritta ist seit jeher bei allen Rennveranstaltungen mit von der Partie.

Erfolge 1992 sicherte sich Dieter Rottenberger den Titel des Deutschen Meisters im Automobil-Bergrennsport. Ab 1993 legte er eine Pause ein. Nach dem Wiedereinstieg 2003 versuchte sich Rottenberger zunächst in einem Honda Integra, wechselte aber bald in einen BMW 318 iS und kehrte mit diesem in die Erfolgsspur zurück: 2011 gewann er den DMSB-Bergpokal für Tourenwagen, 2013 sicherte sich der Burkardrother den Gesamtsieg im KW-Bergcup für Gruppe-H-Fahrzeuge.